Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Unbefristeter Streik bei Zulieferern - Fertigung bei Ford steht

08.03.2024 - 13:11:21 | dpa.de

SAARLOUIS/KÖLN - Der am Freitag begonnene Streik von BeschĂ€ftigten mehrerer Unternehmen im Zuliefererpark bei Ford US3453708600 in Saarlouis wirkt sich bereits auf die Produktion im Ford-Werk aus: "Die Fertigung steht seit heute Morgen", sagte die Sprecherin des US-Autobauers in Köln.

(neu: Reaktion Benteler)

SAARLOUIS/KÖLN (dpa-AFX) - Der am Freitag begonnene Streik von BeschĂ€ftigten mehrerer Unternehmen im Zuliefererpark bei Ford US3453708600 in Saarlouis wirkt sich bereits auf die Produktion im Ford-Werk aus: "Die Fertigung steht seit heute Morgen", sagte die Sprecherin des US-Autobauers in Köln. Das hĂ€nge mit dem Ausstand zusammen: "Das System ist so, dass wir aus dem Zuliefererpark Teile geliefert bekommen. Und wenn die nicht geliefert werden, können wir nicht produzieren", sagte sie.

Mit Beginn der FrĂŒhschicht hat die IG Metall die BeschĂ€ftigten von fĂŒnf Firmen im Zuliefererpark aufgerufen, in einen unbefristeten Streik zu treten. Nach Gewerkschaftsangaben sind in den Betrieben insgesamt 500 Menschen beschĂ€ftigt: Rund 300 seien in der FrĂŒh- und noch mal 200 mit der Mittagsschicht vom Ausstand betroffen. Laut IG Metall produzieren die Betriebe Motor/Getriebe, Achsen, Karosserieteile, Kabelnetzsysteme und Abgasanlagen, ohne die kein Auto fertig gebaut werden könne.

Die Unternehmensvertreter der fĂŒnf Betriebe Magna CA5592224011, Benteler, Tenneco, Rhenus LMS und Lear Corp. hĂ€tten der IG Metall keine Alternative gelassen, als in den Ausstand zu treten. Bei Verhandlungen zu einem Sozialtarifvertrag seit Juli 2023 seien "keine einigungsfĂ€higen Angebote, sondern lediglich ein billiges Abspeisen angeboten" worden, sagte der 2. BevollmĂ€chtigte und VerhandlungsfĂŒhrer der IG Metall Völklingen, Ralf Cavelius. Ein Ultimatum zum 29. Februar sowie ein weiteres zweitĂ€giges Moratorium seien abgelaufen.

Den Vorwurf des "billigen Abspeisens" wies Benteler zurĂŒck. Um einen etwaigen Personalabbau möglichst sozialvertrĂ€glich zu gestalten, habe es seit Sommer 2023 Verhandlungen mit der IG Metall gegeben. Man habe ein Angebot unterbreitet, bei dem die Eckdaten SozialplĂ€nen entsprochen hĂ€tten, denen die IG Metall in vergleichbaren FĂ€llen zugestimmt habe, teilte die Benteler Gruppe mit. In dieser Woche habe man das Angebot noch mal "deutlich verbessert". Seitens der IG Metall sei "dennoch keinerlei Entgegenkommen signalisiert" worden, hieß es.

FĂŒr die BeschĂ€ftigten im Ford-Werk selbst gilt seit Ende Februar ein Sozialtarifvertrag. Die Vereinbarungen beinhalten die WeiterbeschĂ€ftigung von 1000 der insgesamt 3750 Ford-Mitarbeitern bis Ende 2032, hohe Abfindungen und PrĂ€mien, die Bildung einer Transfergesellschaft und Qualifizierungsprogramme. Außerdem soll das Ende der Produktion des Ford Focus um ein halbes Jahr auf November 2025 verschoben werden.

Nachdem es bei Ford nun einen klaren Plan gebe, forderten die BeschÀftigten im Zulieferpark "Klarheit und Sicherheit von ihren Arbeitgebern", teilte die Gewerkschaft mit. Gleichzeitig, so Uwe Zabel von der IG Metall Bezirksleitung Mitte, "signalisiert die IG Metall aber auch jederzeit zu weiteren Verhandlungen bereitzustehen". Einzige Bedingung sei die Vorlage eines Angebotes, das den bislang benannten Eckwerten deutlich nÀherkomme.

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