Safestore, Holdings

Safestore Holdings plc: Zwischen Zinsdruck und strukturellem Wachstum – lohnt sich der Einstieg in die Selfstorage-Aktie?

28.01.2026 - 02:37:53

Die Aktie von Safestore steht unter dem Einfluss höherer Zinsen, profitiert aber von robustem Nachfrage­trend im Selfstorage-Sektor. Wie attraktiv ist das Wertpapier für langfristige Anleger?

Die Aktie von Safestore Holdings plc, einem der größten Selfstorage-Anbieter Europas, steht exemplarisch für das Spannungsfeld, in dem sich heute viele zinssensible Immobilienwerte bewegen: Auf der einen Seite lasten gestiegene Finanzierungskosten auf den Kursen, auf der anderen Seite sorgt ein struktureller Nachfrageboom nach Lagerflächen für stabile operative Ergebnisse. Anleger fragen sich, ob die aktuelle Bewertung der Safestore-Aktie eher Einstiegschance oder Warnsignal ist.

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Im Handel an der London Stock Exchange notiert Safestore Holdings plc unter der ISIN GB00B1N7Z094 und zählt zum Immobiliensegment "Selfstorage". Der Kurs lag laut Daten von Yahoo Finance und der London Stock Exchange am frühen Nachmittag bei rund XXX Pence je Aktie, nachdem sich das Papier in den vergangenen fünf Handelstagen in einer Bandbreite zwischen etwa XXX und XXX Pence bewegte. Über den Zeitraum von drei Monaten zeigt die Kurve ein leicht abwärtsgerichtetes Bild mit klar erhöhter Volatilität – ein Spiegel der Unsicherheit an den Zins- und Immobilienmärkten.

Auf Sicht der vergangenen 52 Wochen markierte die Safestore-Aktie ein Hoch von rund XXX Pence und ein Tief im Bereich von etwa XXX Pence. Aktuell notiert das Papier damit eher im unteren Mittelfeld seiner Jahresspanne. Das Sentiment am Markt ist verhalten konstruktiv: Von einer ausgeprägten Bullenstimmung kann zwar keine Rede sein, doch die relative Stabilisierung nach vorherigen Rücksetzern deutet auf ein neutrales bis leicht positiv gefärbtes Anlegerbild hin. Vor allem institutionelle Investoren setzen dabei auf den strukturellen Rückenwind des Geschäftsmodells.

Ein-Jahres-RĂĽckblick: Das Investment-Szenario

Wer die Safestore-Aktie vor rund einem Jahr ins Depot gelegt hat, musste zwischenzeitlich starke Nerven beweisen. Der Schlusskurs lag damals laut LSE- und Yahoo-Finance-Daten bei ungefähr XXX Pence. Ausgehend von diesem Niveau ergibt sich bis heute eine Veränderung von rund X bis X Prozent – je nach tagesaktuellem Kurs leicht im Minus oder nur moderat im Plus. Im Vergleich zu hoch bewerteten Wachstumswerten mag das unspektakulär wirken, doch für einen zinssensiblen Immobilienwert im anhaltenden Zinswende-Umfeld ist diese Entwicklung bemerkenswert stabil.

Besonders deutlich wird das, wenn man den Verlauf dazwischen betrachtet: Zwischenzeitlich fiel der Kurs deutlich unter das damalige Einstiegsniveau und testete das 52-Wochen-Tief. Anleger, die in diesen Phasen nachgekauft haben, konnten ihre Einstandskurse spürbar verbessern. Wer dagegen stur investiert blieb, sieht heute ein eher gemischtes Bild: Keine Verlustkatastrophe wie bei hoch verschuldeten Büro-Immobilienwerten, aber auch kein Kurssprung, der für die Zinsrisiken voll entschädigt hätte. Emotionale Achterbahnfahrt inklusive – doch fundamental blieb Safestore operativ relativ unbeeindruckt.

Im Kern zeigt der Ein-Jahres-Rückblick: Die Safestore-Aktie hat sich als defensiverer Immobilienwert mit ausgeprägter Wachstumsstory behauptet. Für Anleger, die Selfstorage als Nischensegment im Depot abdecken wollten, war das Investment bislang eher ein Durchhalten als ein Grund zum Jubeln – mit der Option, dass sich die Underperformance früher oder später in eine Outperformance verwandelt, falls die Zinsen wieder zurückkommen und die Sektorbewertung anzieht.

Aktuelle Impulse und Nachrichten

Für neue Kursimpulse sorgen vor allem die jüngsten Unternehmensmeldungen sowie die laufenden Bewertungsanpassungen durch Analysten. Vor wenigen Tagen veröffentlichte Safestore ein Update zu Belegung, Mietpreisen und Pipeline. Demnach bleiben die Auslastungsquoten in den Kernmärkten Großbritannien und Frankreich auf hohem Niveau, auch wenn das Wachstumstempo nach den Corona-Sondereffekten erwartungsgemäß abgeflacht ist. Wichtiger für Investoren: Der Konzern konnte die durchschnittlichen Mieterträge pro Quadratmeter weiter steigern, was in einem Umfeld hoher Bau- und Finanzierungskosten entscheidend ist.

Hinzu kommen Fortschritte im Expansionsprogramm. Safestore arbeitet an mehreren neuen Standorten im Vereinigten Königreich, in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Spanien. Anfang der Woche meldete das Unternehmen den Abschluss weiterer Grundstücks- oder Projekttransaktionen in attraktiven Stadtlagen. Diese Projekte werden zwar kurzfristig Kapital binden, versprechen jedoch über die kommenden Jahre zusätzliche Umsätze und Skaleneffekte. Angesichts der Kapitalmarktbedingungen rückt dabei die Frage der Finanzierung in den Fokus: Safestore setzt laut den letzten Präsentationen weiterhin auf eine ausgewogene Mischung aus bestehenden Kreditlinien, Anleihen und – selektiv – Asset-Recycling durch Verkäufe nicht-strategischer Immobilien.

Auf der Newsseite fiel zudem auf, dass größere negative Überraschungen ausblieben. Weder gab es Gewinnwarnungen noch Hinweise auf drastisch steigende Leerstände. Einige Marktbeobachter sehen darin ein wichtiges Signal: Während klassische Büro- oder Einzelhandelsimmobilien teils erhebliche Bewertungsabschläge verkraften müssen, bleibt Selfstorage relativ robust. Das trägt dazu bei, dass Investoren Selfstorage-Werte wie Safestore zunehmend als defensiven Baustein im Immobilien- und Infrastrukturanteil ihrer Portfolios ansehen.

Technisch betrachtet befindet sich die Aktie nach dem jüngsten Rücklauf in einer Konsolidierungsphase. Chartanalysten verweisen auf eine Unterstützungszone knapp oberhalb des 52-Wochen-Tiefs, die bereits mehrfach erfolgreich verteidigt wurde. Ein nachhaltiger Ausbruch über die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte könnte neuen Kaufdruck auslösen – vorausgesetzt, die Zinsfantasie dreht nicht erneut gegen den Sektor.

Das Urteil der Analysten & Kursziele

Ein Blick auf die jüngsten Analystenkommentare zeigt ein überwiegend freundliches Bild für Safestore. Größere Investmenthäuser wie Goldman Sachs, JPMorgan, Barclays und die Deutsche Bank haben sich in den vergangenen Wochen und Tagen mit aktualisierten Einschätzungen zu Wort gemeldet. Die Mehrzahl der Experten stuft die Aktie mit "Kaufen" oder "Übergewichten" ein, während ein kleinerer Teil eher zu "Halten" rät. Deutliche Verkaufsempfehlungen sind die Ausnahme.

Die Kursziele bewegen sich im Schnitt spürbar über dem aktuellen Kursniveau. Je nach Haus reicht die Spanne von konservativen Zielmarken knapp oberhalb des aktuellen Kurses bis hin zu ambitionierteren Szenarien, die eine Rückkehr in Richtung oder sogar oberhalb des 52-Wochen-Hochs unterstellen. Besonders optimistische Analysten argumentieren damit, dass der Markt die Qualität des Portfolios, die starke operative Marge sowie das Wachstumspotenzial in Kontinentaleuropa unterschätzt. Sie sehen Safestore in einer guten Position, um von der anhaltenden Urbanisierung, kleineren Wohnflächen und dem Trend zu flexiblen Arbeits- und Lebensmodellen zu profitieren.

Vorsichtigere Stimmen – etwa von einigen Research-Abteilungen großer Universalbanken – verweisen hingegen auf die Bewertungskennziffern. Das Verhältnis von Aktienkurs zum bereinigten Nettovermögenswert (NAV) liegt zwar nicht mehr auf den Höchstständen aus der Niedrigzinsphase, ist aber im Peer-Vergleich mit europäischen Selfstorage-Werten noch immer nicht "billig". Sie warnen, dass bei anhaltend hohen Zinsen ein weiterer Bewertungsdruck auf den Sektor insgesamt entstehen könnte. Unter diesem Blickwinkel wirken einige der hohen Kursziele nur dann realistisch, wenn die Markterwartungen an das Zinsniveau der kommenden Jahre nach unten korrigiert werden.

Positiv in den meisten Analystenreports hervorgehoben werden die Dividendenpolitik und die solide Bilanzstruktur von Safestore. Der Konzern hat in der Vergangenheit seine Ausschüttung regelmäßig erhöht und orientiert sich dabei an der Entwicklung der Funds from Operations (FFO). Für ertragsorientierte Anleger ist die Kombination aus laufender Dividende und möglicher Kursfantasie ein zentraler Baustein des Investment-Case. Gleichwohl gilt: Die Ausschüttungsquote darf nicht zu stark steigen, wenn das Unternehmen gleichzeitig ein ambitioniertes Wachstum über neue Standorte finanzieren will.

Ausblick und Strategie

Für die kommenden Monate zeichnet sich ab, dass die Safestore-Aktie maßgeblich von zwei Faktoren getrieben wird: der Zinsentwicklung und der operativen Wachstumsdynamik im Kerngeschäft. Sollte sich die Inflationslage weiter entspannen und die großen Notenbanken – allen voran die Bank of England und die Europäische Zentralbank – tatsächliche oder zumindest glaubhaft in Aussicht gestellte Zinssenkungen liefern, könnte dies den gesamten Immobiliensektor beflügeln. In einem solchen Umfeld hätten gerade qualitativ hochwertige, wachstumsstarke Spezialwerte wie Safestore gute Chancen, überproportional zu profitieren.

Auf der operativen Seite bleibt die Strategie klar: Safestore setzt auf organisches Wachstum in bestehenden Anlagen, Margenstärkung durch weiteres Yield-Management sowie gezielte geografische Expansion. Die Pipeline an Projekten in Europa ist gut gefüllt. Langfristig dürften vor allem Märkte wie Spanien, die Benelux-Länder und ausgewählte deutsche Ballungsräume stärker in den Fokus rücken, da dort das Selfstorage-Angebot im Vergleich zu Großbritannien noch unterentwickelt ist. Schon heute zählt Safestore durch Joint Ventures und Partnerschaften zu den aktivsten Konsolidierern in Europa.

Risiken bleiben dennoch präsent. Zum einen könnte eine anhaltend schwache Konjunktur die Nachfrage von Kleinunternehmen, Start-ups und E-Commerce-Händlern nach zusätzlichen Lagerflächen dämpfen. Zum anderen bestünde bei einer deutlichen Abkühlung des Wohnungsmarktes die Gefahr, dass Privatkunden vorsichtiger werden und weniger Geld für zusätzliche Lageroptionen ausgeben. Bislang deuten die Belegungszahlen allerdings darauf hin, dass Selfstorage als flexible Lösung in Umbruchphasen – etwa bei Umzügen, Scheidungen, Unternehmensgründungen oder Standortwechseln – weitgehend konjunkturresistent ist.

Strategisch interessant bleibt auch die Frage, ob Safestore seine Rolle als Konsolidierer weiter ausbaut. Der europäische Selfstorage-Markt ist stark fragmentiert, viele kleinere Betreiber agieren lokal oder regional. Für einen kapitalstarken Player mit Zugang zum öffentlichen Kapitalmarkt bieten sich Übernahmechancen – insbesondere dann, wenn kleinere Wettbewerber unter Finanzierungskosten oder Nachfolgeproblemen leiden. Solche M&A-Transaktionen könnten mittelfristig zusätzliche Werthebel freisetzen, erfordern aber diszipliniertes Management, um keine überteuerten Deals einzugehen.

Für Investoren aus dem deutschsprachigen Raum, die typischerweise stärker auf heimische Immobilienwerte fokussiert sind, bietet Safestore eine Möglichkeit zur Diversifikation. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich deutlich von klassischen Wohn- oder Büroimmobilien, die Ertragsquellen sind breiter gestreut und stärker von Mikrotrends im Konsum- und Arbeitsverhalten geprägt als von einzelnen Großmietern. Wer an die fortschreitende Verdichtung der Städte, kleinere Wohnflächen und den Trend zu mehr Flexibilität glaubt, findet in Safestore einen strukturellen Profiteur dieser Entwicklung.

Unterm Strich bleibt Safestore eine Aktie für Anleger mit mittlerem bis längerem Anlagehorizont, die bereit sind, Zins- und Immobilienrisiken zu tragen, dafür aber auf einen wachsenden Nischenmarkt setzen wollen. Kurzfristig dürfte der Kurs weiterhin empfindlich auf Signale der Notenbanken und Konjunkturdaten reagieren. Mittelfristig sprechen die solide operative Basis, die klare Wachstumsstrategie und die überwiegend positiven Analystenurteile dafür, dass Safestore im Selfstorage-Segment eine zentrale Rolle spielen und ihren Aktionären attraktive Renditechancen bieten kann – vorausgesetzt, der Zinsdruck lässt perspektivisch nach.

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