Santander Aktie: Bilanz am 22. Juli
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 09:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die spanische Großbank Banco Santander rückt unmittelbar vor der Bekanntgabe ihrer Finanzergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 in den Fokus der Anleger. Das Institut wird die Bilanzzahlen am Mittwoch, den 22. Juli 2026, vor Eröffnung der Börsen präsentieren. Nach den jüngsten Rekordgewinnen großer US-Banken wie JPMorgan und Goldman Sachs richten Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit nun verstärkt auf die europäische Bankenlandschaft, wobei Santander als einer der wichtigsten Akteure im IBEX 35 gilt.
Analysten erwarten Umsatzwachstum und solide Margen
Für das zweite Quartal 2026 prognostizieren Analysten im Konsens einen Gewinn je Aktie (EPS) von 0,2886 US-Dollar. Der Umsatz soll sich demnach auf rund 17,959 Milliarden US-Dollar belaufen. Damit läge die Performance über den Werten des ersten Quartals, in dem Santander ein EPS von 0,27 US-Dollar bei einem Umsatz von 17,53 Milliarden US-Dollar erzielte und die Markterwartungen leicht verfehlte.
Im Vorfeld der Veröffentlichung haben namhafte Analystenhäuser ihre Einschätzungen aktualisiert. Cecilia Romero Reyes von Barclays bestätigte ihre Einstufung auf „Buy“ und hob das Kursziel für Santander von 12,90 Euro auf 13,70 Euro an. Auch die Analysten der Bank of America zeigten sich optimistisch und revidierten ihr Kursziel deutlich nach oben – von zuvor 11,00 Euro auf nun 13,80 Euro. Das Haus begründet dies mit Erwartungen an einen stärkeren Zinsüberschuss (NII), der in den Jahren 2026 und 2027 um etwa 3 Prozent steigen könnte, sowie wachsenden Gebühreneinnahmen. Gleichzeitig verwies die Bank of America jedoch auf potenzielle Herausforderungen in Brasilien, wo die Zinspolitik (SELIC) die Margen vorübergehend unter Druck setzen könnte.
Strategische Neuausrichtung und personeller Umbau
Parallel zur finanziellen Planung treibt Santander interne Strukturmaßnahmen voran. In Spanien verhandelt das Geldhaus derzeit mit Gewerkschaften über einen umfangreichen Vorruhestandsplan, der zwischen 2.000 und 3.000 Mitarbeiter betreffen könnte. Das Angebot sieht vor, Mitarbeitern bis zu 95 Prozent ihrer Rente zu sichern und eine Abdeckung bis zum Alter von 63,5 Jahren zu gewährleisten. Die Gewerkschaft CCOO fordert in den laufenden Gesprächen ein Mindestalter von 50 Jahren sowie Konditionen, die über jenen früherer Programme aus dem Jahr 2020 liegen.
International kann die Bank Erfolge in der Absatzfinanzierung verbuchen. In Chile hat die Allianz zwischen Santander Consumer und Stellantis Financial Services den Anteil von Kreditverkäufen innerhalb von sechs Monaten nach dem Start von 30 auf 45 Prozent gesteigert. Diese Kooperation umfasst neun Fahrzeugmarken und zielt auf einen Markt von jährlich mehr als 300.000 Einheiten ab.
Führungsposition im spanischen Investmentbanking
In ihrem Heimatmarkt Spanien konnte Santander ihre Position im Investmentbanking im ersten Halbjahr 2026 festigen. Mit Gebühreneinnahmen in Höhe von 98,1 Millionen Euro führt die Bank das Ranking vor internationalen Wettbewerbern wie JPMorgan und Citigroup an. Insgesamt stiegen die Einnahmen im spanischen Investmentbanking-Sektor in diesem Zeitraum um 56,5 Prozent auf 815 Millionen Euro, was auf ein fast verdreifachtes M&A-Volumen und eine rege Emissionsaktivität zurückzuführen ist.
Während die Bank operativ expandiert, wurden auch rechtliche und kulturelle Meilensteine erreicht. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs in Spanien verpflichtete Santander zur Zahlung von 10.766,30 Euro nebst Zinsen in einem Fall um Floor-Klauseln, den die Bank von der Banco Popular übernommen hatte. Auf kultureller Ebene steht zudem ein repräsentatives Ereignis bevor: Am 7. September 2026 wird König Felipe VI. das neue Kulturzentrum „Faro Santander“ eröffnen. Der Umbau des Edificio Pereda durch David Chipperfield Architects bietet künftig 10.000 Quadratmeter Nutzfläche, davon 3.000 Quadratmeter für Ausstellungen.
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