Schaeffler, Hermes

Schaeffler gewinnt Hermes Award für Roboter-Aktuatoren

20.04.2026 - 15:00:26 | boerse-global.de

Der Industriekonzern Schaeffler erhält den renommierten Hermes Award für eine neuartige Aktor-Plattform, die humanoide Roboter kostengünstiger und leistungsfähiger machen soll. Die Technologie adressiert eine zentrale Hürde für den Masseneinsatz.

Schaeffler gewinnt Hermes Award für Roboter-Aktuatoren - Foto: über boerse-global.de

Der Industriekonzern Schaeffler hat auf der Hannover Messe den begehrten Hermes Award für eine neuartige Aktor-Plattform gewonnen. Die Technologie soll humanoide Roboter kostengünstiger und leistungsfähiger machen.

Verliehen wurde der Preis, eine der weltweit bedeutendsten Auszeichnungen für Industrie-Innovationen, am gestrigen Eröffnungstag der Messe. Bundeskanzler Friedrich Merz und Forschungsministerin Dorothee Bär ehrten das Unternehmen für seine Plattform hochintegrierter Aktuatoren. Diese sind speziell für die anspruchsvollen Bewegungsabläufe humanoider Roboter entwickelt worden.

Eine unabhängige Expertenjury unter Vorsitz von Fraunhofer-Präsident Prof. Dr. Holger Hanselka wählte Schaeffler aus drei Finalisten aus. Die Konkurrenz bestand aus den Industrieunternehmen Festo und Ziehl-Abegg. Die Jury betonte, die Lösung adressiere zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen. Sie schaffe die Grundlage für eine kosteneffiziente Produktion und den breiten Einsatz fortsrittlicher Robotik.

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Präzisions-Antriebe für natürliche Bewegungen

Die preisgekrönte Plattform konzentriert sich auf die Gelenke humanoider Roboter wie Schultern, Ellbogen und Knie. Schaefflers Aktuatoren ermöglichen präzise Rotationsbewegungen, die natürliche menschliche Abläufe nachahmen. Das System zeichnet sich durch einen hohen Integrationsgrad aus: Servomotoren, Leistungselektronik und Encoder sind in einer kompakten Einheit vereint.

Ein Hauptziel der Entwicklung war es, den Bauraum zu minimieren, ohne Drehmoment einzubüßen. Laut technischen Daten gelang eine Verkleinerung um rund 20 Prozent gegenüber bestehenden Lösungen. Diese kompakte Bauweise kombiniert mit einem hohen Dauerdrehmoment ist Voraussetzung für anspruchsvolle und repetitive Aufgaben künftiger Roboter.

Um die thermische Belastung bei hoher Leistung zu managen, erhöhte Schaeffler den Kupferfüllfaktor in seinen frameless Permanentmagnet-Synchronmaschinen. Dieser Entwurf sorgt für einen zuverlässigen Betrieb bei niedrigen Temperaturen und erhöht so die Lebensdauer der Roboter-Gelenke.

Schlüssel zur Kostensenkung und Skalierung

Die modulare Plattform bietet große Flexibilität. Je nach Kundenanforderung können die Aktuatoren mit verschiedenen Getriebesystemen konfiguriert werden, etwa Planetengetrieben oder Wellgetrieben. Diese Vielseitigkeit macht die Technologie für ein breites Spektrum an Robotergrößen und Funktionen anwendbar.

Experten sehen in den hohen Aktor-Kosten eine der größten Hürden für den Masseneinsatz humanoider Roboter. Aktuell machen sie etwa 50 Prozent der Herstellungskosten aus. Schaefflers skalierbare, integrierte Plattform zielt darauf ab, diese Systemkosten deutlich zu senken. Damit sollen die Voraussetzungen für eine rasche Skalierung in Servicerobotik und Industrie geschaffen werden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Georg F. W. Schaeffler betonte, die Plattform verbinde jahrzehntelange Motion-Technology-Expertise mit neuen Anforderungen der Industrialisierung. Das Unternehmen wolle seinen Pioniergeist in Wachstumssegmente wie die humanoide Robotik tragen.

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Auszeichnung in hartem Wettbewerb

Der Hermes Award 2026 fällt in eine phase intensiver Innovationen im deutschen Industriesektor. Die Konkurrenz stand im Zeichen der Verbindung von Maschinenbau und Künstlicher Intelligenz. Die Mitnominierten präsentierten ebenfalls wegweisende Technologien: Festo zeigte eine hochintegrierte Verteilplattform für Flüssigkeiten, Ziehl-Abegg einen Elektro-Aufzugsantrieb, der auf seltene Erden verzichtet.

Jury-Chef Holger Hanselka sieht in Schaefflers Lösung eine Schlüsselkomponente für die Zukunft humanoider Roboter. Die hohe Kraftdichte auf so kompaktem Raum werde industrielle Wertschöpfungsketten nachhaltig verändern. Besonders gewürdigt wurde die Marktreife der Plattform – ein Kernkriterium des seit über 20 Jahren verliehenen Preises.

Der Messe-Erfolg folgt auf einen weiteren jüngsten Preis für Schaeffler. Am 17. April erhielt das Unternehmen den Deutschen Innovationspreis in der Kategorie Großunternehmen für sein „Industrial Metaverse“. Dieses digitale Ökosystem nutzt KI-gestützte Simulationen, um physische Produktion und virtuelle Welten zu verbinden. Die doppelte Ehrung unterstreicht den strategischen Kurs des Konzerns hin zu autonomen und KI-gestützten Fertigungstechnologien.

Strategische Weichenstellung für die Robotik-Ära

Der Fokus auf humanoide Robotik auf der Hannover Messe spiegelt einen breiteren Trend wider: Unternehmen wollen mit Automatisierung Fachkräftemangel bekämpfen und Produktionsflexibilität steigern. Die Integration mechanischer Komponenten mit intelligenter Steuerungselektronik ist für die nächste Generation von Cobots und mobilen Robotern unverzichtbar geworden.

Schaefflers strategischer Schwenk zum Komponentenlieferanten für die Robotik-Branche knüpft an seine historische Rolle in der Automobilindustrie an. Durch die Standardisierung der Roboter-„Muskeln“ – der Aktuatoren – positioniert sich das Unternehmen, um für Roboterhersteller ähnlich unverzichtbar zu werden wie einst für die Autoindustrie.

Die Präsenz der hochrangigen Politiker bei der Preisverleihung unterstreicht die strategische Bedeutung von „Technology made in Europe“. Forschungsministerin Bär hob hervor, dass solche Innovationen das Robotik-Ökosystem in Deutschland stärken und Wachstum in Produktion und Industrie befördern.

Industrieller Einsatz rückt näher

Bis zum Messeschluss am 24. April bleibt der Fokus auf der Frage, wie diese technologischen Meilensteine den Weg in reale Fabriken finden. Die Branche erwartet, dass die Verfügbarkeit standardisierter Hochleistungs-Aktuatoren noch in diesem Jahr eine neue Welle humanoider Roboter-Prototypen in Pilotphasen bei Automobil- und Logistikunternehmen auslösen wird.

Für Schaeffler liegt die Herausforderung nun in der Industrialisierung der Plattform, um den hohen Volumenbedarf eines wachsenden Robotikmarktes zu bedienen. Das Unternehmen hat bereits signalisiert, sein bestehendes globales Fertigungsnetzwerk für eine skalierbare Produktion zu nutzen.

Wo „Industrial Metaverse“ und fortschrittliche Aktor-Technologie zusammenfließen, entsteht das Fundament für die „autonome Fabrik“. In ihr werden humanoide Roboter komplexe Aufgaben neben menschlichen Kollegen übernehmen, gesteuert von digitalen Zwillingen und KI-Systemen. Der Hermes Award 2026 ist die industrielle Bestätigung: Die benötigte Hardware hat den notwendigen Reifegrad erreicht.

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