Schweinezuchtbetrieb am Ende - Warnsignal fĂŒr die Branche?
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 15:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Historischer Preisverfall, stark gestiegene Kosten und fehlende Zukunftsperspektive bedeuten das Aus fĂŒr einen der gröĂten deutschen Ferkelerzeuger", schrieb der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Jörn Ahlers in einer Pressemitteilung.
Demnach sind von der Insolvenz 188 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche Betriebe und Standorte in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. "Neben den ArbeitsplĂ€tzen stehen damit auch regionale Wertschöpfung, bestehende Lieferbeziehungen und ein bedeutender Teil der deutschen Ferkelerzeugung auf dem Spiel", hieĂ es. Ăber die Insolvenz hatten zuvor mehrere Medien berichtet. Das Amtsgericht Delmenhorst bestĂ€tigte, dass ein vorlĂ€ufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. Weiteres sei noch unklar, hieĂ es.
Laut Ahlers fehlt die verlÀssliche Perspektive
Dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer Ahlers zufolge fehlt die verlĂ€ssliche Perspektive, dass sich die Schweinehaltung unter den gegenwĂ€rtigen Marktbedingungen wieder nachhaltig wirtschaftlich betreiben lĂ€sst. Er verwies auf niedrige Preise fĂŒr Ferkel und Mastschweine bei gleichzeitig hohen Kosten.
"Die Erlöse reichen in der Ferkelerzeugung teilweise nicht einmal mehr aus, um Futter, Wasser und Strom zu bezahlen. Unter diesen Bedingungen kann kein Unternehmen dauerhaft bestehen", so Ahlers laut Mitteilung. Demnach investierte der Betrieb in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro in mehr Tierwohl und die ZukunftsfÀhigkeit der Standorte.
"Die zusĂ€tzlichen Kosten fĂŒr höhere Tierwohlstandards werden jedoch weder ĂŒber die Marktpreise noch durch eine verlĂ€ssliche staatliche Finanzierung ausreichend vergĂŒtet." Es brauche neue Preismodelle fĂŒr den Lebensmittelhandel, Schlachthöfe und die Landwirtschaft, forderte Ahlers. Die Insolvenz sei nicht nur das Problem eines einzelnen Betriebes. "Sie ist ein Warnsignal fĂŒr die gesamte deutsche Schweinehaltung und ErnĂ€hrungswirtschaft."
