Seer, Aktie

Seer Aktie: Chef bietet, Board blockt

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 13:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Seer-CEO Farokhzad scheitert mit Übernahmeangebot am eigenen Aufsichtsrat. Aktivisten fordern parallel einen Verkauf des Unternehmens.

Seer Aktie: CEO-Übernahmeangebot vom Board abgelehnt
Abstrakte Darstellung einer angespannten Unternehmensführungssituation mit zwei widersprüchlichen Kräften. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der eigene Vorstandsvorsitzende will das Unternehmen von der Börse nehmen — und scheitert am eigenen Aufsichtsgremium. Bei Seer prallen gerade zwei Fronten aufeinander: ein CEO mit Übernahmeambitionen und Aktivisten, die genau das Gegenteil fordern. Beide wollen einen Verkauf, nur zu völlig unterschiedlichen Konditionen und mit völlig unterschiedlichen Absichten.

CEO-Offerte als zu niedrig abgelehnt

Ein unabhängiger Sonderausschuss des Seer-Boards, besetzt mit den Direktoren Meeta Gulyani und Nicolas Roelofs, hat ein unaufgefordertes Übernahmeangebot von Omid Farokhzad zurückgewiesen. Farokhzad ist nicht irgendwer — er ist Chairman und Chief Executive Officer von Seer und hatte am 1. Juli 2026 vorgeschlagen, sämtliche Class-A-Aktien für 2,45 Dollar in bar plus zwei separate Besserungsscheine zu übernehmen.

Der Ausschuss kam nach Prüfung mit externen Beratern zu einem klaren Urteil: Das Angebot unterbewertet Seer und blendet die langfristigen Wachstumsaussichten aus. Auch die beigefügten Besserungsscheine, die Aktionäre eigentlich an künftigen Technologieerfolgen beteiligen sollten, reichten dem Ausschuss zufolge nicht aus, um den vollen Unternehmenswert abzubilden.

Aktivisten drängen parallel auf Kurswechsel

Während der CEO-Vorstoß abgeschmettert wurde, läuft im Hintergrund ein zweiter Machtkampf. Die Investoren Bradley Radoff und Michael Torok versuchen über eigene Kandidaten, das Board umzubauen — mit dem erklärten Ziel, einen frühzeitigen Verkauf von Seer zu erzwingen. Das amtierende Board wehrt sich vehement und wirbt für seine sieben Nominierten auf der blauen Stimmkarte, unter anderem für die Wissenschaftler Robert Langer und Omid Farokhzad selbst sowie den Investor Terrance McGuire.

Das Board verweist darauf, gemeinsam 17 Prozent der ausstehenden Aktien zu halten, und wirft den Herausforderern fehlende Erfahrung in Proteomik und Life-Sciences-Technologie vor. Beide Seiten kämpfen nun um die Stimmen der Aktionäre vor der entscheidenden Versammlung.

Die Jahreshauptversammlung findet am 28. Juli 2026 statt. Dort entscheidet sich, ob das amtierende Board seine sieben Kandidaten durchbringt oder ob Radoff und Torok mit ihren eigenen Nominierten die Kontrolle über die künftige Ausrichtung von Seer übernehmen.

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