Segro, Aktie

Segro Aktie: Ultimatum am Dienstag

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Prologis stellt Segro ein Ultimatum: Bis Dienstag muss der US-Konzern sein Übernahmeangebot fixieren oder aufgeben.

Segro Aktie: Ultimatum für Prologis-Übernahme am Dienstag
Modernes Industriegebäude in der Morgendämmerung, das ein bevorstehendes Ultimatum und eine angespannte Marktlage symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Drei Anläufe, drei Absagen — und die Uhr tickt. Der US-Logistikimmobilien-Riese Prologis hat sein Übernahmeangebot für den britischen Lagerhallen-Vermieter Segro innerhalb weniger Wochen dreimal nachgebessert. Der Segro-Vorstand lehnte auch die jüngste, deutlich aufgestockte Offerte ab.

Drei Vorschläge, drei Ablehnungen

Der Ablauf zeigt, wie hartnäckig beide Seiten agieren:

  • 24. Juni: erstes, reines Aktienangebot — abgelehnt
  • 10. Juli: zweiter, nachgebesserter Vorschlag — am 12. Juli zurückgewiesen
  • 16. Juli: drittes Angebot mit Barkomponente — bereits am 17. Juli verworfen

Der dritte Vorschlag sieht 0,0890 neue Prologis-Aktien je Segro-Aktie vor, ergänzt um eine Barkomponente von bis zu 2,7 Milliarden Pfund. Diese Cash-Option deckt 20 Prozent der Gesamtvergütung zu einem Fixpreis von 1.000 Pence pro Aktie ab, allerdings mit anteiliger Kürzung bei Überzeichnung.

Damit bewertet Prologis jede Segro-Aktie mit 993 Pence, das Eigenkapital des britischen Unternehmens mit rund 13,5 Milliarden Pfund. Der Aufschlag liegt bei 9,7 Prozent auf den bereinigten Nettoinventarwert und bei 33,8 Prozent auf den Kurs vor Bekanntwerden der ersten Offerte im Juni.

Prologis untermauert seine Offerte mit eigener operativer Stärke. Das zweite Quartal 2026 brachte 8,5 Prozent Wachstum beim Same-Store-NOI und 11,6 Prozent mehr Core-FFO je Aktie, hinzu kamen 2,1 Milliarden Dollar an neu gestarteten Rechenzentrumsprojekten im ersten Halbjahr. Der Konzern hob zudem seine Jahresprognose an — Argumente, die aus Sicht von Prologis die eigene Bewertungsbasis stärken und Druck auf Segros Ablehnung ausüben sollen.

Sollte es zum Zuschlag kommen, würden die heutigen Segro-Aktionäre nur noch rund 9,2 Prozent am fusionierten Unternehmen halten. Prologis hat zudem signalisiert, bei ausreichender Investorennachfrage ein Zweitlisting an der Londoner Börse zu prüfen — ein möglicher Baustein, um britische Fondsinvestoren an Bord zu halten.

Nach britischem Übernahmerecht muss sich die Lage nun zuspitzen: Bis 17 Uhr Londoner Zeit am Dienstag muss Prologis entweder eine feste Übernahmeabsicht erklären oder das Vorhaben aufgeben — es sei denn, die Takeover-Aufsicht gewährt eine Fristverlängerung. Ein Zusammenschluss wäre die größte Übernahme eines börsennotierten europäischen Immobilienunternehmens überhaupt.

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