Selenskyj und Vucic: Kooperation trotz Moskau-NĂ€he Belgrads
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 19:13 Uhr | dpa.deDarĂŒber sprach der serbische PrĂ€sident Alexander Vucic mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj, der erstmals Belgrad besuchte. Es ging auch um den kĂŒnftigen Weg beider LĂ€nder in die EU.
Eine militĂ€rische Zusammenarbeit mit der Ukraine war kein Thema, wie Vucic bei einer Pressekonferenz betonte. Er verneinte, dass Serbien zusammen mit der Ukraine Drohnen bauen wolle. Eine derartige Kooperation sei allerdings mit Israel geplant, sagte Vucic. Vertreter der beider LĂ€nder unterzeichneten eine AbsichtserklĂ€rung zur Kooperation in Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit. Ein Freihandelsabkommen solle bis Ende des Jahres ausgearbeitet werden, sagte Selenskyj. Er dankte auch humanitĂ€re Hilfe Serbiens fĂŒr den Medizin- und Energiebereich in der Ukraine.
Belgrad und Kiew erkennen Kosovo nicht an
Vucic erklĂ€rte, dass sein Land die territoriale IntegritĂ€t der Ukraine unterstĂŒtze. Er dankte Kiew dafĂŒr, im Fall Serbien dasselbe zu tun: "Wir sind der Ukraine dankbar fĂŒr die UnterstĂŒtzung der territorialen IntegritĂ€t Serbiens", sagte er. Dabei erwĂ€hnte Vucic die frĂŒhere serbische Provinz Kosovo nicht, die 2008 nach einem blutigen Krieg ihre UnabhĂ€ngigkeit erklĂ€rt hat - zielte aber offensichtlich darauf ab. Die meisten EU-Staaten erkennen diese Abspaltung Kosovos an, nicht aber Serbien - und auch nicht die Ukraine. Kiew will keinen PrĂ€zedenzfall schaffen, mit dem sich die Abspaltung des von Russland reklamierten Donbass und der Halbinsel Krim rechtfertigen lieĂe.
Noch vor drei Wochen zögerte Vucic mit Hilfe fĂŒr Ukraine
Davor hatten sich Vucic und Selenskyj mehrfach auf Gipfeltreffen in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern getroffen. Erst Mitte Juli kamen sie beim Ukraine-SĂŒdosteuropa-Gipfel in Kiew zusammen - auch mit EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen. Dabei weigerte sich Vucic als einziger Teilnehmer, eine gemeinsame ErklĂ€rung ĂŒber fortgesetzte UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine und höheren Druck auf Russland zu unterzeichnen.
Serbien unterhÀlt gute Beziehungen zu Russland und hat sich als eines von wenigen europÀischen LÀndern nicht den EU-Sanktionen gegen Moskau angeschlossen. Zugleich liefert das Balkanland Waffen an die Ukraine, ohne dies offiziell zuzugeben.
