Serve Robotics übernimmt mit Diligent den Weg in Kliniken
24.01.2026 - 16:52:12Autonomer Lieferroboter-Pionier Serve Robotics kauft sich mit dem Krankenhaus-Assistenten Moxi in den Gesundheitsmarkt ein. Die Übernahme im Wert von 29 Millionen Euro markiert einen strategischen Schwenk vom Bürgersteig auf die Krankenhausflure.
Serve Robotics, bekannt für seine flotten autonomen Lieferroboter auf US-Gehwegen, vollzieht einen überraschenden Strategiewechsel. Das Unternehmen übernimmt Diligent Robotics, den Entwickler des KI-gesteuerten Krankenhaushelfers Moxi. Die Transaktion, eine Aktienübernahme im Wert von rund 29 Millionen Euro, könnte sich bei Erreichung bestimmter Meilensteine um weitere 5,3 Millionen Euro erhöhen. Sie soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Damit betritt Serve, ein Spin-off von Ubers Postmates X, erstmals die Welt der Indoor-Automatisierung. Das Ziel: Die Expertise im Navigieren durch chaotische Stadtszenarien mit der sensiblen Robotik für menschenzentrierte Krankenhausumgebungen zu vereinen.
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Vom Paketboten zum Pflegehelfer
Die Übernahme ist mehr als nur eine Markterweiterung. Sie ist ein Sprung in eine der komplexesten Umgebungen für Roboter. Während Serves Bots mit Fußgängern und Verkehr klarkommen müssen, operiert Moxi in einem hochdynamischen, datenreichen und sensiblen Raum. Hier geht es um sichere Interaktion mit Pflegepersonal und Patienten.
Diligent Robotics wurde 2017 von den Social-Robotic-Experten Andrea Thomaz und Vivian Chu gegründet. Ihr Flaggschiff Moxi entlastet bereits heute klinisches Personal in über 25 US-Krankenhäusern. Fast 100 Roboter erledigen routinemäßige Aufgaben: Sie liefern Medikamente, transportieren Labormuster und bewegen Material. Über 1,25 Millionen autonome Lieferungen hat die Flotte bereits absolviert.
Für Serve eröffnet der Einstieg in den Gesundheitssektor eine lukrative neue Einnahmequelle. Das Unternehmen rechnet pro Klinik, die Moxi einsetzt, mit jährlichen Umsätzen zwischen 200.000 und 400.000 Euro.
Geteiltes KI-Wissen als Turbo
Die größte Synergie verspricht die gemeinsame Technologiebasis. Beide Roboter-Generationen – der Lieferant von Serve und der Helfer Moxi – laufen auf der NVIDIA Jetson-Plattform. Diese gemeinsame Grundlage ermöglicht einen mächtigen Lerneffekt.
Daten und Erkenntnisse von Tausenden Robotern in zwei völlig verschiedenen Welten sollen zusammengeführt werden: von den unberechenbaren Bürgersteigen der Städte bis zu den strukturierten, aber hektischen Krankenhausfluren. Dieses „Cross-Environment-Learning“ soll die Fähigkeiten aller Roboter verbessern, Einsatzzeiten verkürzen und die Effizienz steigern.
Ein KI-Kreislauf entsteht: Was Moxi in Innenräumen über sichere Interaktion lernt, kommt Serves Außenflotte zugute. Und umgekehrt profitiert Moxi von der robusten Navigationsexpertise der Lieferroboter.
Konsolidierung in einer Wachstumsbranche
Die Übernahme spiegelt einen klaren Trend in der Servicerobotik wider: die Spezialisierung und vertikale Integration. Für Serve ist es der Beweis, dass Wachstum jenseits der Logistik in hochwertigen Nischenmärkten wie dem Gesundheitswesen möglich ist.
Der Deal unterstreicht zudem den wachsenden Automatisierungsdruck in Kliniken. Anhaltender Personalmangel, verstärkt durch die Pandemie, macht Lösungen wie Moxi attraktiv. Marktanalysten sehen in diesem Bereich enormes Potenzial. Der Gesamtmarkt für humanoide und Serviceroboter soll bis 2030 mit einer jährlichen Wachstumsrate von fast 40 Prozent expandieren.
Nach Abschluss der Transaktion will das fusionierte Unternehmen die landesweite Verbreitung der Moxi-Roboter vorantreiben. Das Modell bleibt „Menschen plus Roboter“ – autonome Systeme, die das Personal entlasten, um Produktivität und Sicherheit zu erhöhen.
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