ServiceNow, Aktie

ServiceNow Aktie: 17-Prozent-Crash nach Q1-Zahlen

26.06.2026 - 14:21:37 | boerse-global.de

ServiceNow verzeichnet trotz starkem Umsatzwachstum und milliardenschweren Aktienrückkäufen einen historischen Kursverfall. Die Bewertung erreicht ein Tief.

ServiceNow Aktie: Trotz Rekordzahlen und Aktienrückkäufen im Abwärtstrend
ServiceNow - Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die einen erheblichen Markteinbruch im Bereich Unternehmenssoftware darstellt, mit dunklen Tönen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei ServiceNow klaffen Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Der Softwarekonzern wächst rasant und kauft massiv eigene Aktien zurück. Die Börse straft das Papier trotzdem ab.

Aktuell notiert die Aktie bei 79,42 Euro. Das leichte Tagesplus von 0,74 Prozent täuscht über den Abwärtstrend hinweg. Auf Monatssicht verlor der Titel knapp zehn Prozent.

Historisches Tief bei der Bewertung

Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 35 Prozent. Das drückt die Bewertung auf ein historisches Tief. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt nur noch bei 21. Im Fünfjahresschnitt zahlten Anleger fast das Sechzigfache.

Dabei lieferte das erste Quartal 2026 eigentlich gute Argumente für steigende Kurse. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 3,77 Milliarden US-Dollar. Auch die operative Marge übertraf mit 32 Prozent die eigenen Prognosen.

Die Reaktion der Wall Street fiel dennoch verheerend aus. Am Tag nach der Veröffentlichung brach der Kurs um 17 Prozent ein. Das war der stärkste Tagesverlust in der Firmengeschichte.

Milliarden für Rückkäufe

Das Management reagierte prompt auf den Ausverkauf. Im ersten Quartal kaufte ServiceNow rund 20 Millionen eigene Aktien zurück. Das ist mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Zusätzlich gab der Aufsichtsrat weitere fünf Milliarden Dollar für Rückkäufe frei.

Stellenabbau trotz KI-Fantasie

Parallel dazu baut der Konzern um. Im Juni 2026 kündigte ServiceNow an, hunderte Stellen zu streichen. Betroffen sind Abteilungen wie Vertrieb, Produktmarketing und Beratung.

Das Unternehmen will Kosten senken und massiv in Künstliche Intelligenz investieren. Dieser Schritt bricht mit einer alten Zusage. Noch 2023 hatte CEO Bill McDermott betriebsbedingte Kündigungen kategorisch ausgeschlossen.

Analysten passen ihre Modelle derzeit an die neue Realität an. Kürzlich sanken die durchschnittlichen Kursziele um rund 23 Prozent. Die grundsätzliche Stimmung bleibt aber positiv.

Etwa 83 Prozent der Experten raten weiterhin zum Kauf. Die Investmentbank Benchmark sieht den fairen Wert aktuell bei 130 Dollar.

Am 21. Juli 2026 legt ServiceNow die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Markt erwartet einen Umsatz von 3,96 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 0,87 Dollar je Aktie. Ein Übertreffen dieser Prognosen ist zwingend nötig, um den Abwärtstrend der stark überverkauften Aktie zu stoppen.

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