RumÀnien, Regierungsbildung

RumÀnien: Regierungsbildung gescheitert

23.06.2026 - 06:07:59 | dpa.de

Sieben Wochen nach dem Sturz der proeuropÀischen Reform-Regierung ist im EU- und Nato-Land RumÀnien eine neue Regierungsbildung gescheitert.

Das Parlament lehnte den Kandidaten fĂŒr das Amt des MinisterprĂ€sidenten, Adrian Vestea, ab. Er bekam nur 189 Stimmen, 23 Parlamentarier votierten gegen ihn. FĂŒr seine Wahl zum Regierungschef und Nachfolger von Ilie Bolojan hĂ€tte Vestea die absolute Mehrheit von 233 Stimmen gebraucht.

An der Abstimmung nahmen nur 212 der 465 Parlamentarier teil. Nun muss StaatsprĂ€sident Nicusor Dan dem Parlament einen neuen Kandidaten fĂŒr dieses Amt vorschlagen. Dan hatte den PNL-Politiker Vestea gegen den Willen des PNL-Vorsitzenden Bolojan fĂŒr dieses Amt vorgeschlagen. Am Sonntag hatte ein Sonderparteitag beschlossen, Vestea und dessen AnhĂ€nger aus der Partei auszuschließen. Formell mĂŒssen dem noch andere Parteigremien zustimmen.

Angestrebter Pakt mit Rechtsaußen gescheitert

Vestea bekam nur von der Oppositionspartei PSD (Sozialdemokraten) UnterstĂŒtzung sowie von Abweichlern aus der PNL und Splittergruppen UnterstĂŒtzung. Er hatte auch mit der rechtsextremen Oppositionspartei AUR verhandelt, um UnterstĂŒtzung zu bekommen. Vor der Abstimmung allerdings verließ die AUR-Fraktion den Plenarsaal.

Dan wollte eine Neuauflage der vor mehr als einem Monat zerbrochenen Koalition der PNL mit der als korrupt kritisierten PSD herbeifĂŒhren. Bolojan und die Mehrheit der PNL waren strikt dagegen.

Der als reformeifrig und proeuropĂ€isch von vielen RumĂ€nen geschĂ€tzte Bolojan war am 5. Mai vom Parlament per Misstrauensvotum gestĂŒrzt worden - auf Antrag der bis vor ein paar Wochen mitregierenden PSD und der rechtsextremen AUR. Oberste PrioritĂ€t des seit einem Jahr regierenden Bolojan war die Sanierung der maroden Staatsfinanzen.

Bis zu seinem Sturz regierte Bolojan an der Spitze einer Koalition aus PSD, PNL, der liberalkonservativen Reformpartei USR sowie der Ungarn-Partei UDMR. Ende April verließ PSD die Koalition. Rechnerisch ist die Bildung einer proeuropĂ€ischen Mehrheit im Parlament ohne PSD - der stĂ€rksten Fraktion - schwierig. Aktuell regiert Bolojan kommissarisch.

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