Siemens Energy Aktie: Gamesa-Verlust auf 44 Millionen halbiert
13.05.2026 - 08:53:29 | boerse-global.deSiemens Energy wächst kräftig, hebt die Prognose an und sitzt trotzdem weiter auf einem Problem: Siemens Gamesa. Die Windkrafttochter macht operativ Fortschritte, schreibt aber noch rote Zahlen. Genau dort entscheidet sich, ob die neue Zuversicht des Vorstands trägt.
Gamesa kommt voran, aber nicht ans Ziel
Im zweiten Geschäftsquartal blieb der Auftragseingang bei Siemens Gamesa mit 846 Millionen Euro weitgehend stabil. Wichtiger war die Ergebnisentwicklung: Der Verlust vor Sondereffekten sank auf 44 Millionen Euro, nach 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Das ist ein klarer Fortschritt. Die Verlustmarge verbesserte sich auf minus 1,7 Prozent, nach minus 9,2 Prozent ein Jahr zuvor. Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen greifen also, auch wenn der Turnaround noch nicht abgeschlossen ist.
Ein Signal aus dem Produktgeschäft kommt hinzu: Siemens Energy erhielt erste kommerzielle Aufträge für die neue Turbinen-Plattform SG 7.0. Sie soll die bestehende 5.X-Serie ablösen. Für die Glaubwürdigkeit der Sanierung ist das wichtig, weil Gamesa nicht nur Kosten senken, sondern wieder verlässlich verkaufen muss.
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Starke Sparten tragen die Prognose
Der Konzern hält daran fest, dass Gamesa im laufenden Geschäftsjahr beim Ergebnis vor Sondereffekten den Break-even erreichen soll. Diese Marke ist kein Nebenpunkt. Der Vorstand knüpft die Jahresprognose ausdrücklich daran.
Der Schub kommt vor allem aus den anderen Bereichen. Gas Services erzielte Aufträge von 8,9 Milliarden Euro, Grid Technologies kam auf 7 Milliarden Euro und legte damit um 42 Prozent zu. Besonders das Netzgeschäft entwickelt sich zum Stabilitätsanker.
Zwischen dem Problemfall Wind und dem starken Kerngeschäft öffnet sich damit eine sichtbare Lücke. Genau diese Lücke erklärt, warum der Markt trotz besserer Ziele nicht nur auf die Schlagzeilen blickt. Gamesa bleibt der Prüfstein.
In den USA profitiert Siemens Energy von hoher Nachfrage nach Gasturbinen und Netzinfrastruktur. Die US-Aufträge verdoppelten sich nahezu auf 6,94 Milliarden Euro, der Umsatz dort stieg um 45,7 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro.
Aktie verdaut hohe Erwartungen
Der Auftragsbestand erreichte 154 Milliarden Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,72. CFO Maria Ferraro bezifferte die Abdeckung des Auftragsbestands für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2026 auf rund 93 Prozent.
Für 2027 liegt die Abdeckung bei knapp 80 Prozent. Das gibt dem Konzern ungewöhnlich viel Sichtbarkeit. Kein Wunder, dass Siemens Energy die Ziele erneut nach oben nimmt.
Erwartet wird nun ein vergleichbares Umsatzwachstum von bis zu 16 Prozent. Die bereinigte Gewinnmarge soll 10 bis 12 Prozent erreichen. Beim Nettoergebnis peilt der Konzern rund 4 Milliarden Euro an, der Free Cashflow vor Steuern soll etwa 8 Milliarden Euro erreichen.
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Die Aktie zeigte dennoch keine Euphorie. Am Dienstag schloss sie bei 171,68 Euro, auf Wochensicht steht ein Minus von 7,55 Prozent, seit Jahresanfang aber weiterhin ein Plus von 39,80 Prozent. Der Kurs liegt damit noch klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 162,44 Euro.
Druck kommt auch von Ananym Capital. Der Hedgefonds fordert einen Spin-off der Windsparte, weil Gamesa aus seiner Sicht die Bewertung des florierenden Kerngeschäfts belastet. Konzernchef Christian Bruch lehnt das ab und setzt auf den laufenden operativen Turnaround.
Der nächste Prüfpunkt ist damit klar: Gamesa muss den Break-even im laufenden Geschäftsjahr liefern. Gelingt das, bekommt die angehobene Prognose mehr Substanz. Scheitert die Windsparte erneut, rückt die Konzernstruktur wieder in den Mittelpunkt.
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