Silber Preis: 57,60 Dollar nach Warsh-Frist
01.07.2026 - 23:45:02 | boerse-global.de
Fed-Chef Kevin Warsh setzt den RohstoffmĂ€rkten eine enge Frist. Innerhalb der nĂ€chsten vier Wochen entscheidet die US-Notenbank ĂŒber mögliche Zinserhöhungen. Das setzt den Silberpreis spĂŒrbar unter Druck. Die Feinunze rutscht am 1. Juli 2026 auf rund 57,60 US-Dollar ab.
KI-Boom treibt die Inflation
Beim Notenbank-Forum im portugiesischen Sintra diskutierte Warsh mit fĂŒhrenden internationalen Zentralbankern. In welche Richtung die kommende Zinsdebatte geht, verriet er nicht. Allerdings nannte der Fed-Chef einen neuen Inflationstreiber abseits der Energiepreise. Der aktuelle KI-Boom sorgt fĂŒr massive Investitionsausgaben der Unternehmen.
Firmen investieren stark in die Zukunft. Sie erwarten eine Ausweitung der Angebotsseite in der Wirtschaft. Das hat laut Warsh enorme Auswirkungen auf die kĂŒnftige Geldpolitik.
Zinswende nach oben droht
Die Aussagen passen zur verschÀrften Linie der Fed. Mitte Juni belieà Warsh den Leitzins noch bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Notenbanker erwarten jedoch bis Jahresende einen Anstieg der Inflation. Der PCE-Preisindex soll auf 3,6 Prozent klettern.
Innerhalb des Offenmarktausschusses wÀchst die Sorge. Eine knappe Mehrheit der Mitglieder rechnet noch dieses Jahr mit mindestens einer Zinserhöhung. Einige Gouverneure erwarten sogar zwei oder drei Straffungen. Eine starke Minderheit geht von einem unverÀnderten Zinsniveau bis Ende 2026 aus.
FĂŒr das zinslose Edelmetall Silber ist das ein harter Belastungsfaktor. Steigende Anleiherenditen und ein festerer Dollar drĂŒcken den Kurs. Die Folge: An den TerminmĂ€rkten preisen HĂ€ndler einen Zinsschritt im September ein. Die Wahrscheinlichkeit dafĂŒr liegt aktuell bei knapp 51 Prozent.
Kupfer ersetzt Silber
Abseits der Geldpolitik bleibt der physische Markt extrem angespannt. Das Silver Institute rechnet fĂŒr das laufende Jahr mit einem deutlichen Defizit. Es fehlen geschĂ€tzt 46 Millionen Unzen. Das ist der sechste Fehlbetrag in Folge.
Parallel dazu wandelt sich die Nachfrage der Industrie. Die Photovoltaik-Branche senkt ihren Silbereinsatz pro Modul drastisch. Hersteller wie LONGi rĂŒsten ihre Massenfertigung um. Sie setzen seit dem zweiten Quartal verstĂ€rkt auf kupferbasierte Kontakte.
Blick auf den Juli
Der Fokus richtet sich nun auf die anstehende Zinssitzung. Am 28. und 29. Juli trifft sich der Offenmarktausschuss erneut. Neue Wirtschaftsprojektionen veröffentlicht die Fed dabei noch nicht. Erst das September-Treffen liefert aktualisierte Prognosen fĂŒr den weiteren Zinskurs.
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