Silber, Preis

Silber Preis: Solarindustrie beansprucht 41 Prozent

18.05.2026 - 07:37:16 | boerse-global.de

Das sechste Defizitjahr in Folge zeichnet sich ab, während die Photovoltaik-Branche den Silberverbrauch massiv steigert.

Silber Preis: Solarindustrie beansprucht 41 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Silber Preis: Solarindustrie beansprucht 41 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Starke Preisrückgänge, leere Tresore — am Silbermarkt klaffen Finanz- und Realwirtschaft derzeit weit auseinander. Allein in den vergangenen sieben Tagen rutschte das Edelmetall zweistellig ab und ging am Freitag bei 77,55 US-Dollar aus dem Handel. Das Jahreshoch aus dem Januar liegt mittlerweile in weiter Ferne.

Unter der Oberfläche verknappt sich das physische Angebot drastisch. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit dem sechsten Angebotsdefizit in Folge. Industrielle Endverbraucher geraten dadurch zunehmend unter Druck.

Solarindustrie als Preistreiber

Die Photovoltaik-Branche dominiert mittlerweile die Nachfrage. Silber ist wegen seiner hohen Leitfähigkeit ein essenzieller Bestandteil von Solarmodulen. Aktuelle Branchendaten zeigen einen klaren Trend: Silberpaste ist zum größten Einzelkostenfaktor in der Herstellung aufgestiegen. Mit einem Anteil von rund 17 Prozent an den Modulkosten hat das Edelmetall das Polysilizium abgelöst.

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Führende Hersteller wie LONGI Green Energy reagieren bereits mit Preisanpassungen auf die schrumpfenden Margen. Parallel dazu forcieren die Unternehmen den Umstieg auf kupfermetallisierte Solarzellen. Bis diese Alternativen marktreif sind, bleibt die Abhängigkeit hoch. Der Photovoltaik-Sektor könnte bis zum Ende des Jahrzehnts bis zu 41 Prozent des weltweiten Silberangebots beanspruchen.

Starres Angebot

Während die Energiewende die Nachfrage antreibt, stagniert die Förderung. Die globale Minenproduktion wuchs zuletzt lediglich um rund ein Prozent. Da ein Großteil des weltweit geförderten Silbers nur als Nebenprodukt bei der Kupfer-, Blei- oder Zinkgewinnung anfällt, reagiert die Fördermenge kaum auf höhere Preise.

Ein geographisches Ungleichgewicht verschärft die Lage. Die Förderung konzentriert sich auf Länder wie Mexiko, China und Peru. Das physische Material wandert von dort fast direkt in die asiatischen Industriezentren. In der Folge leeren sich die westlichen Tresore zusehends, während chinesische Exporte über Hongkong steigen.

Das seit 2021 anhaltende Defizit erodiert die globalen Reserven kontinuierlich. Analysten registrieren eine stark erhöhte Handelsaktivität an den Terminbörsen in New York und Shanghai. Solange technologische Alternativen in der Solarindustrie nicht im großen Stil greifen, zementiert der physische Mangel den Preisboden. Die hohe annualisierte Volatilität von über 57 Prozent dürfte den Markt dabei vorerst weiter begleiten.

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