Silberpreis, Spot-Silber

Silberpreis im April-Tief: Spot-Silber fĂ€llt auf 72,50 US-Dollar nach Trump-Rede – AbwĂ€rtstrend setzt sich fort

03.04.2026 - 04:50:46 | ad-hoc-news.de

Der Spot-Silberpreis hat am 2. April 2026 ein neues Monatstief bei rund 72,50 US-Dollar pro Feinunze erreicht. Trumps Rede und geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten treiben den Abstieg voran, wÀhrend ein stÀrkerer US-Dollar den Druck verstÀrkt.

Silberpreis, Spot-Silber, Edelmetalle - Foto: THN

Der Spot-Silberpreis notiert am Donnerstag, den 2. April 2026, bei etwa 72,50 bis 72,70 US-Dollar pro Feinunze und hat damit ein neues Tief fĂŒr den Monat April erreicht. Dieser RĂŒckgang von 3 bis 5 Prozent innerhalb weniger Stunden wird primĂ€r durch Trumps Rede an die Nation ausgelöst, die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten enttĂ€uscht hat. Besonders hart trifft es Silber, das seit dem Höchststand Ende Januar von 121,64 US-Dollar mehr als die HĂ€lfte seines Wertes eingebĂŒĂŸt hat.

Stand: Freitag, 3. April 2026, 04:50 Uhr (Europe/Berlin)

Auslöser: Trumps Rede und geopolitische Unsicherheit

Die jĂŒngsten Kursverluste beim Silberpreis hĂ€ngen direkt mit der Rede von US-PrĂ€sident Trump zusammen, die am 2. April 2026 gehalten wurde. Nachrichtenagenturen wie dpa berichten, dass der Silberpreis im Kielwasser des Goldpreises um knapp sechs Prozent auf 70,60 US-Dollar abgestĂŒrzt ist, zeitweise sogar unter 70 US-Dollar notierte. Diese Entwicklung beendet eine kurzfristige Rallye der vergangenen vier Handelstage abrupt. Die Feinunze Silber sackte damit in ein April-Tief, was den breiteren AbwĂ€rtstrend seit Ende Januar unterstreicht.

Geopolitische Risiken, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten und der Iran-Krieg seit mehr als drei Wochen, haben zunĂ€chst zu einem Preisanstieg gefĂŒhrt. Doch Trumps Aussagen dĂ€mpften die Erwartungen an eine Deeskalation, was zu massiven Verkaufsdruck fĂŒhrte. Silber reagiert hier empfindlicher als Gold, da es stĂ€rker von industriellem Bedarf abhĂ€ngt, der durch Unsicherheit leidet.

Unterschied zwischen Spot-Silber, Futures und Benchmark

Es ist entscheidend, Spot-Silber vom COMEX/CME-Silber-Futures-Markt und dem LBMA-Benchmark-Kontext zu unterscheiden. Der Spotpreis, der den unmittelbaren physischen Handel widerspiegelt, fiel am 2. April auf 72,48 US-Dollar (Ankauf) bis 72,73 US-Dollar (Verkauf) laut Kitco-Daten. Silber-Futures notierten bei rund 72,70 US-Dollar, mit einem RĂŒckgang von 4,44 Prozent. Eine Divergenz zwischen Spot und Futures ist derzeit minimal, deutet aber auf anhaltenden Druck im physischen Markt hin. Der LBMA Silver Price, als Benchmark fĂŒr den institutionellen Handel, folgt Ă€hnlichen Mustern, ohne signifikante Abweichungen in den jĂŒngsten Berichten.

Diese Trennung ist fĂŒr europĂ€ische Investoren relevant, da Euro-denominierte Silberpreise durch den starken US-Dollar zusĂ€tzlich belastet werden. Aktuell entspricht 72,50 US-Dollar etwa 68 Euro pro Feinunze, abhĂ€ngig vom Wechselkurs.

Technische Analyse: Befreiungsversuch scheitert

Auf technischer Ebene unternimmt Silber einen Befreiungsversuch aus dem laufenden AbwĂ€rtstrend. Ende MĂ€rz erreichte es ein Jahrestief nach einer 123-Konsolidierung, gefolgt von einem Anstieg Richtung Norden. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 78,24 US-Dollar dient als erster Widerstand. Ein Bruch darĂŒber könnte zu 90,64 US-Dollar fĂŒhren, doch der aktuelle RĂŒckgang auf 72,50 US-Dollar verstĂ€rkt den AbwĂ€rtstrend.

Wichtige Chartmarken umfassen WiderstĂ€nde bei 78,25, 82,53, 90,64 und 96,39 US-Dollar sowie UnterstĂŒtzungen bei 67,50, 62,81, 61,02 und 55,62 US-Dollar. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 62,81 US-Dollar markiert eine kritische UnterstĂŒtzung; ein Bruch könnte zu 54,22 US-Dollar fĂŒhren. Langfristig sehen Analysten Potenzial bis 140-152 US-Dollar, bei lĂ€ngerem Horizont.

Makroökonomische Treiber: StÀrkerer US-Dollar und Zinsen

Neben Geopolitik drĂŒcken ein stĂ€rkerer US-Dollar und hohe Anleiherenditen auf den Silberpreis. Der Dollar-Index hat kĂŒrzlich zugelegt, was Edelmetalle in US-Dollar belastet, da höhere OpportunitĂ€tskosten fĂŒr Nicht-Zins-tragende Assets entstehen. Schwindende Zinssenkungserwartungen der Fed verstĂ€rken diesen Effekt. Seit Ende Januar hat Silber ĂŒber 40 Prozent verloren, stĂ€rker als Gold, aufgrund seiner Dual-Rolle als Wertaufbewahrung und Industriemetall.

In Europa wirkt sich dies auf DACH-Investoren aus, wo industrielle Nachfrage aus Automobil- und Elektroniksektoren durch RezessionsÀngste gedÀmpft wird. Der Euro-Silberpreis leidet doppelt unter Dollar-StÀrke und lokaler SchwÀche.

Industrielle Nachfrage und Solar-Boom als Gegenpol

Silber bleibt essenziell fĂŒr industrielle Anwendungen, insbesondere Photovoltaik, wo es fĂŒr Solarpaneele unverzichtbar ist. Trotz aktueller PreisrĂŒckgĂ€nge prognostizieren Experten einen strukturellen Defizit durch steigende Nachfrage aus der Energiewende. Der industrielle Bedarf könnte die wahre treibende Kraft hinter langfristigen Rallyes sein. Kurzfristig ĂŒberwiegen jedoch makroökonomische Risiken.

Physische Nachfrage in Asien, wie vietnamesische Preise zeigen (RĂŒckgang um 65.000 VND/Unze), spiegelt globale Trends wider. ETF-FlĂŒsse weisen derzeit AbflĂŒsse auf, was den Druck verstĂ€rkt.

Ausblick und Risiken fĂŒr Investoren

Kurzfristig droht weiterer Abstieg, falls der US-Dollar anhĂ€lt und Geopolitik eskaliert. Ein Ausbruch ĂŒber 78 US-Dollar könnte jedoch eine Erholung einleiten. EuropĂ€ische Investoren sollten physisches Silber via ETCs oder Futures betrachten, unter BerĂŒcksichtigung der 19% MwSt. auf physisches Silber in Deutschland.

Risiken umfassen anhaltende Fed-Hawkishness, Rezession und Lieferkettenstörungen. Chancen liegen in Supply-Defiziten und Green-Tech-Nachfrage.

WeiterfĂŒhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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