Sivers Semiconductors Aktie: 799-Millionen-Pipeline wächst 77%
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 22:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sivers Semiconductors treibt den Sprung an die US-Tech-Börse Nasdaq voran. Parallel dazu sammelt der Chipentwickler frisches Kapital in Millionenhöhe ein. Im Hintergrund ermitteln allerdings schwedische Behörden. An der Börse sorgt diese explosive Mischung für heftige Turbulenzen.
Millionen für KI-Chips
Das Management hat eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen. Dabei flossen dem Unternehmen 700 Millionen Schwedische Kronen zu. Der Ausgabepreis lag bei 57 Kronen je Papier. Das entspricht einem Abschlag von 9,7 Prozent zum vorherigen Schlusskurs.
Trotz des Rabatts war die Platzierung mehrfach überzeichnet. Sivers investiert das frische Geld nun in die Produktion. Das Unternehmen fährt die Kapazitäten für spezielle Laser und optische Verstärker hoch. Diese Bauteile sind für KI-Rechenzentren und Lidar-Sensoren entscheidend. Parallel baut der Konzern den globalen Vertrieb aus.
Rote Flaggen und Behörden-Ermittlungen
Die Finanzierung erntet jedoch scharfe Kritik. Marktbeobachter bemängeln die fehlende Transparenz. Die Identität der neuen Großinvestoren bleibt völlig im Dunkeln. Ebenso gibt es Unklarheiten über Haltefristen aus einer früheren Platzierung im April.
Schwerer wiegen aktuelle Untersuchungen. Die schwedische Wirtschaftsbehörde für Kriminalität prüft ein mutmaßliches Informationsleck. Auch die nationale Finanzaufsicht ist in den Fall involviert. In den USA untersuchen zwei Anwaltskanzleien zudem mögliche Wertpapierverstöße. Auslöser war ein kritischer Leerverkäufer-Bericht aus dem Juni.
Die Folge: massiver Druck auf den Aktienkurs. Das Papier verlor in den vergangenen sieben Tagen rund 20 Prozent. Aktuell notiert die Aktie bei 5,73 Euro. Damit hat sich der Wert seit Anfang Juni fast halbiert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 223 Prozent verdeutlicht die enorme Nervosität im Markt. Der Relative-Stärke-Index steht derweil bei 41,6. Das signalisiert eine leichte Beruhigung nach dem jüngsten Ausverkauf.
Umsatz sinkt, Pipeline wächst
Operativ muss der Chipentwickler aufholen. Im abgelaufenen Quartal sank der Umsatz auf 61,9 Millionen Kronen. Das entspricht einem Minus von 22 Prozent. Das operative Ergebnis rutschte tief in die roten Zahlen.
Dem gegenüber steht eine rasant wachsende Auftrags-Pipeline. Das potenzielle Volumen stieg in diesem Jahr um 77 Prozent. Es beläuft sich nun auf 799 Millionen US-Dollar. Das Analysehaus Redeye reagierte auf die Zahlen positiv. Die Experten hoben ihr Basisszenario auf 6,80 Kronen an. Sie loben vor allem die effiziente Kapitalallokation der jüngsten Finanzierungsrunde.
Der Fahrplan für die kommenden Monate ist verbindlich. Am 6. August präsentiert das Management die Bilanz des zweiten Quartals. Der geplante Wechsel an die US-Technologiebörse Nasdaq soll spätestens Anfang 2027 abgeschlossen sein.
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