Smartphone, Kinder

Smartphone für Kinder: So gelingt der sichere Start

27.01.2026 - 06:12:12

Eltern können Smartphones für Kinder ab neun Jahren mit integrierten Kindersicherungen, klaren Regeln und offenen Gesprächen sicher einrichten. Die technische Basis bilden iOS- und Android-Funktionen.

Kinder bekommen ihr erstes Smartphone im Schnitt mit neun Jahren. Für Eltern beginnt dann die Herausforderung, das Gerät sicher einzurichten. Aktuelle Betriebssysteme und Studien liefern die Werkzeuge und Erkenntnisse für einen guten Start.

Technische Basis: Kindersicherung aktivieren

Bevor das Smartphone übergeben wird, sollten Eltern die integrierten Kindersicherungsfunktionen nutzen. Diese schaffen eine grundlegende Schutzschicht.

  • Apple iOS (ab Version 26): Über „Familienfreigabe“ und „Bildschirmzeit“ legen Eltern Nutzungsdauern fest, genehmigen Apps und kontrollieren Kontakte. Unbekannte Anrufer oder Nachrichten benötigen eine Freigabe.
  • Google Android: Die „Family Link“-App ermöglicht es, Nutzungszeiten zu begrenzen, App-Downloads zu genehmigen und Filter für den Browser sowie YouTube zu setzen.

Ein kindgerechter Mobilfunktarif verhindert zudem Kostenfallen durch In-App-Käufe.

Zusätzliche Schutzschichten einrichten

Über die Bordmittel hinaus können weitere Einstellungen die Sicherheit erhöhen. Dazu gehört eine seriöse Sicherheits-App, die vor Schadsoftware warnt.

Ein oft unterschätzter Hebel ist das heimische WLAN. Moderne Router wie die Fritz!Box erlauben es, für Kinder separate Profile mit Zeitkontingenten und Webfiltern anzulegen. So ist das Internet auch zu Hause geregelt.

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Eltern sollten zudem gemeinsam mit dem Kind die Datenschutzeinstellungen in Social-Media-Apps durchgehen und Ortungsdienste für die meisten Anwendungen deaktivieren.

Der wichtigste Faktor: Das Gespräch suchen

Technik allein reicht nicht. Studien zeigen, dass viele Jugendliche ihre Social-Media-Zeit reduzieren wollen, aber scheitern. Hier sind klare Regeln und offene Gespräche gefragt.

Ein gemeinsam ausgehandelter Mediennutzungsvertrag hilft. Darin werden handyfreie Zeiten – etwa beim Essen oder nachts – sowie Regeln zum Umgang mit persönlichen Daten festgehalten. Polizeiberatungsstellen empfehlen die gemeinsame Einrichtung als idealen Zeitpunkt für solche Gespräche.

Die Balance zwischen Schutz und Vertrauen

Ein komplettes Verbot ist kaum realistisch und kann soziale Ausgrenzung bedeuten. Die KIM-Studie 2024 belegt den Trend: 46 Prozent der 6- bis 13-Jährigen besitzen bereits ein eigenes Smartphone. Viele nutzen Plattformen wie TikTok, obwohl sie das Mindestalter noch nicht erreicht haben.

Eltern stehen vor der Aufgabe, die digitalen Lebenswelten ihrer Kinder zu verstehen. Sie agieren als Vorbild: Wer selbst ständig aufs Display starrt, vermittelt Grenzen nur schwer.

Die digitale Landschaft verändert sich ständig. Die Kindersicherung ist daher kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess aus technischen Anpassungen und regelmäßigen Gesprächen.

@ boerse-global.de