Sozialabgaben steigen: Trotz Steuererleichterungen sinkt das Netto
26.01.2026 - 15:31:12Die erste Gehaltsabrechnung 2026 bringt für viele Arbeitnehmer eine böse Überraschung: Das Nettogehalt schrumpft. Grund sind höhere Beitragsbemessungsgrenzen und steigende Zusatzbeiträge, die die steuerlichen Entlastungen der Bundesregierung oft überkompensieren.
Wer jetzt mehr zahlt: Die neuen Beitragsgrenzen
Die entscheidende Änderung trifft vor allem Besserverdienende. Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung wurden zum Jahreswechsel angehoben. Das bedeutet: Ein größerer Teil des Bruttoeinkommens unterliegt nun den Sozialabgaben.
In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Jahresgrenze von 66.150 auf 69.750 Euro. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung klettert die monatliche Grenze von 8.050 auf 8.450 Euro. Wer also über den alten Grenzen verdiente, zahlt ab sofort auf einen höheren Anteil seines Lohns Beiträge. Das drückt das Netto direkt.
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Fast alle betroffen: Der Druck durch die Krankenkassen
Während die höheren Bemessungsgrenzen nur einen Teil treffen, spüren fast alle gesetzlich Versicherten die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen wurde für 2026 auf 2,9 Prozent festgesetzt.
Jede Kasse legt ihren individuellen Satz daran orientiert fest. Da dieser Beitrag paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt wird, landet jede Erhöhung unmittelbar auf dem Lohnzettel. Prognosen aus dem Vorjahr, die vor steigenden Gesamtbeiträgen warnten, scheinen sich zu bewahrheiten.
Steuerentlastung: Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Um die Belastung abzufedern, hat die Regierung auch steuerliche Maßnahmen umgesetzt. Der Grundfreibetrag steigt um 252 auf 12.348 Euro jährlich. Kindergeld und Kinderfreibetrag wurden ebenfalls erhöht.
Doch für viele reicht das nicht aus. Besonders für kinderlose Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen dürften die höheren Sozialabgaben die Steuervorteile auffressen. Besserverdienende erleben eine doppelte Belastung. Nur Familien mit mehreren Kindern könnten am Ende eine leichte Nettoverbesserung sehen.
Langfristig düstere Aussichten
Die Anpassungen sind ein weiteres Alarmsignal für die maroden Sozialsysteme. Schon 2025 prognostizierte das IGES Institut ohne tiefgreifende Reformen einen Beitragssatz in der Krankenversicherung von bis zu 20 Prozent bis 2035.
Die politische Debatte über die Zukunft von Gesundheits- und Rentensystem wird also weiter eskalieren. Für Arbeitnehmer bleibt vorerst nur, die eigene Abrechnung genau zu prüfen. Die Stabilität der Sozialkassen hat ihren Preis – und der wird in diesem Jahr erneut vom Gehalt abgezogen.
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