SpaceX Aktie: 100.000 Gen3-Satelliten bei FCC beantragt
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 09:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
SpaceX hat bei der US-Regulierungsbehörde FCC einen Antrag fĂŒr eine gewaltige Erweiterung seiner Satellitenflotte eingereicht. Wie spacedaily.com am 11. Juli 2026 berichtete, will das Unternehmen 100.000 Satelliten der dritten Generation in 20 Orbitalbahnen platzieren, in Höhen zwischen 323 und 327,5 Kilometern sowie zwischen 473 und 477,5 Kilometern. Jeder dieser Gen3-Satelliten soll bis zu 2.500 Kilogramm wiegen, in Summe entspricht das einer Masse von mehr als 200 Millionen Kilogramm. Zum Vergleich: Aktuell umfasst die Starlink-Konstellation rund 10.800 Satelliten.
Ausbau der Starlink-Flotte
Der Antrag zielt laut lapaas.com auf Multi-Gigabit-Internet, niedrige Latenzzeiten, Direct-to-Device-Dienste und Infrastruktur fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz. Konkurrenten wie Amazon Kuiper, OneWeb und das chinesische Guowang-Projekt treiben ihre eigenen Megakonstellationen voran. Eine Analyse von fierce-network.com vom 10. Juli zeigt zudem, dass Starlink in den USA zunehmend die digitale Kluft schlieĂt: Der Anteil neuer Kunden aus lĂ€ndlichen Gebieten ohne Breitbandanschluss stieg von elf Prozent im Jahr 2023 auf 17 Prozent in der ersten HĂ€lfte 2026. Parallel dazu meldete Altimetry Daily Authority, dass SpaceX gemeinsam mit Charter Communications ein Wireless-GeschĂ€ft als vierten groĂen Telekom-Wettbewerber aufbauen will, was etablierte Anbieter wie AT&T, Verizon und T-Mobile seit Mitte Juni unter Druck setzt. Operativ bleibt das Unternehmen taktgebend: Booster B1067 stellte am 9. Juli mit seinem 36. Flug im Rahmen der Starlink-10-42-Mission einen neuen Wiederverwendungsrekord auf und landete zum 160. Mal auf dem Drohnenschiff "A Shortfall of Gravitas" â die 635. Booster-Landung insgesamt.
Kursverlauf nach dem Nasdaq-100-DebĂŒt
Die Aktie war am 12. Juni 2026 zum Ausgabepreis von 135 Dollar gestartet und hatte kurz danach ein Hoch von ĂŒber 200 Dollar erreicht. Seither hat sie deutlich an Wert verloren. Am 7. Juli wurde SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen â die schnellste Neuaufnahme in der Geschichte des Index. Statt fĂŒr Auftrieb sorgte das Ereignis eher fĂŒr zusĂ€tzlichen Druck, da mehr als 200 Indexprodukte mit zusammen rund 800 Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen den Index nachbilden, die geschĂ€tzte passive Nachfrage laut JPMorgan aber vergleichsweise gering blieb. Kritiker, darunter ein Bericht von IBTimes UK, bezeichneten die Konstruktion sogar als Risiko fĂŒr Rentenfonds, weil Anleger ĂŒber 401(k)-PlĂ€ne unfreiwillig Exposure erhalten. Belastend wirken zudem anstehende Lock-up-Fristen: Ein erstes Aktienpaket von rund 20 Prozent wird nach dem Quartalsbericht Ende Juli frei, das komplette 180-Tage-Paket im Dezember â der Streubesitz dĂŒrfte sich dadurch nahezu verzehnfachen. Parallel plant SpaceX einen Anleiheverkauf von 20 bis 25 Milliarden Dollar zur Refinanzierung und zur Finanzierung des KI-GeschĂ€fts.
Analysten zwischen 62 und 800 Dollar
Die EinschĂ€tzungen der Analysten könnten kaum weiter auseinanderliegen. CFRA sieht ein Kursziel von 115 Dollar, wĂ€hrend Raymond James mit 800 Dollar das mit Abstand optimistischste Ziel ausgibt â gestĂŒtzt auch auf den Bitcoin-Bestand von SpaceX in Höhe von rund 18.712 BTC im Wert von etwa 1,16 Milliarden Dollar. Ark Invest kaufte zudem SpaceX-Aktien im Volumen von 22,7 Millionen Dollar. Unter den bislang 13 Analysten, die die Aktie bewerten, votieren sieben fĂŒr "Kaufen", vier fĂŒr "Halten" und zwei fĂŒr "Verkaufen"; das Durchschnittskursziel liegt bei 229 Dollar. Arete Research nennt mit 401 Dollar das höchste, Morningstar mit 62 Dollar das niedrigste Ziel. Zacks stuft die Aktie derzeit mit Rang 3 ("Halten") ein, bei einem Value-Score von F, einem Growth-Score von C und einem Momentum-Score von A.
Zahlen und Risiken
Im ersten Quartal 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar bei einem operativen Verlust von 1,9 Milliarden Dollar und einem adjustierten EBITDA von 1,1 Milliarden Dollar; unter dem Strich stand laut einem Bericht von MSN ein Nettoverlust von 4,28 Milliarden Dollar. Die Investitionen 2025 beliefen sich auf 20,7 Milliarden Dollar. Das Starlink-Segment lieferte 2025 ein Segment-EBITDA von 7,2 Milliarden Dollar bei rund 10,3 Millionen Abonnenten in 164 LĂ€ndern, Stand 31. MĂ€rz 2026. Die KI-Sparte rund um Grok, X und COLOSSUS kam 2025 auf 3,2 Milliarden Dollar Umsatz, wies aber ein negatives EBITDA von 1,2 Milliarden Dollar aus â belastet auch durch die geplante Ăbernahme von Anysphere fĂŒr 60 Milliarden Dollar in Aktien sowie die im Februar 2026 vollzogene xAI-Fusion, die mit 250 Milliarden Dollar bewertet wurde. FĂŒr Anleger bleibt damit ein Spannungsfeld aus operativer StĂ€rke im RaketengeschĂ€ft, wachsendem Starlink-GeschĂ€ft und einer defizitĂ€ren, kapitalintensiven KI-Wette.
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