SpaceX, Aktie

SpaceX Aktie: 100 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung gelöscht

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 23:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der vierte Fehlstart des Starship-Raumschiffs belastet die SpaceX-Aktie schwer. Der Kurs fällt auf ein neues Tief, während Leerverkäufer den Druck erhöhen.

SpaceX-Aktie stürzt nach Starship-Fehlstart weiter ab
Abstrakte Darstellung des Raumfahrtsektors mit dunklen Farbtönen, die einen erheblichen Marktrückgang und finanziellen Verlust andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am aktuellen Handelstag notiert das Papier bei 110,34 Euro, ein Minus von 3,75 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortages. Damit liegt der Kurs nur noch 2,79 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, das ebenfalls am heutigen Tag markiert wurde. Binnen 30 Tagen hat die Aktie damit 33,63 Prozent an Wert verloren.

Vierter Fehlstart wird zum Belastungstest

Auslöser der jüngsten Talfahrt ist der abgebrochene 13. Testflug des Starship-Raumschiffs. Nach Angaben von CNBC scheiterte der Start am 16. Juli 2026 Sekunden vor dem geplanten Abheben, weil vier der 33 Raptor-Triebwerke nicht zündeten. An Bord befanden sich 20 Starlink-V3-Satelliten, die erste operative Nutzlast dieser Testreihe. Firmenchef Elon Musk erklärte laut CNBC, zwei der betroffenen Triebwerke müssten ausgetauscht werden, ein neuer Startversuch sei bereits für Anfang der kommenden Woche geplant. Reuters berichtete, der Startabbruch habe an einem einzigen Handelstag rund 100 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung ausgelöscht. Das Register wies zudem darauf hin, dass die NASA das Programm genau beobachtet, weil die Mondmission Artemis III auf eine orbitale Einsatzfähigkeit von Starship angewiesen ist.

Der Rückschlag traf die Aktie in einer ohnehin fragilen Verfassung. Bereits vor dem Startabbruch war das Papier erstmals unter den Ausgabepreis des Börsengangs von 135 US-Dollar gefallen. SpaceX war am 12. Juni 2026 mit einem Emissionsvolumen von rund 86 Milliarden US-Dollar an die Börse gegangen, dem größten Börsengang der Geschichte. Der Kurs war anschließend auf über 225 US-Dollar gestiegen, ehe die Bewertung von einem Höchststand von rund 2,64 Billionen US-Dollar am 16. Juni auf nur noch etwa 1,6 Billionen US-Dollar einbrach, wie Il Sole 24 ORE berichtete. Damit büßte SpaceX innerhalb eines Monats mehr als eine Billion US-Dollar an Börsenwert ein.

Leerverkäufer und bevorstehende Aktiensperrfrist verschärfen den Druck

Der Kursverfall lockt zunehmend Leerverkäufer an. Nach Daten von S3 Partners, über die Benzinga berichtete, stieg das Short-Interest auf 185 Millionen Aktien beziehungsweise 29 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes im Wert von etwa 25 Milliarden US-Dollar – vor drei Wochen hatte die Quote noch bei lediglich 5 bis 7 Prozent gelegen. Der Datendienst Ortex bezifferte die bislang nicht realisierten Gewinne der Shortseller mit 8,7 Milliarden US-Dollar, wie Moneycontrol und Invezz meldeten. Nach Angaben von Invezz liegen inzwischen 49 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes als Leihpapiere für Leerverkäufe vor.

Zusätzlichen Druck erzeugt eine bevorstehende Sperrfristfreigabe: Nach Berichten von CryptoSlate und Richest MoFo werden nach der Vorlage der Quartalszahlen rund 911,5 Millionen Aktien im Gegenwert von etwa 123 Milliarden US-Dollar handelbar, während Musks Anteil von 42 Prozent bis Juni 2027 gesperrt bleibt. Aktuell werden laut Business Model Analyst lediglich rund vier Prozent der Aktien überhaupt an der Nasdaq gehandelt, was die hohe Kursvolatilität zusätzlich erklärt.

Analysten bleiben trotz Kursverfall überwiegend optimistisch

Trotz der Talfahrt zeigen sich die meisten Analysehäuser weiterhin zuversichtlich. Laut IBTimes bewertet Morgan Stanley die Aktie mit Overweight und einem Kursziel von 300 US-Dollar, Bernstein sieht sie mit Outperform bei 239 US-Dollar, RBC mit Outperform bei 225 US-Dollar und UBS mit Buy bei 210 US-Dollar. Wedbush initiierte die Coverage laut MSN/Yahoo Finance mit Outperform und einem Kursziel von 190 US-Dollar und verweist dabei auf rund zwölf Millionen Starlink-Abonnenten mit einem durchschnittlichen Umsatz je Nutzer von 66 US-Dollar sowie auf jüngst geschlossene KI-Rechenzentrumsdeals mit Anthropic und Google im Volumen von 28 Milliarden US-Dollar. Zudem verwies Wedbush auf die Aufnahme in den Nasdaq-100 am 7. Juli, die laut Schätzungen von JPMorgan Indexkäufe von 4,3 Milliarden US-Dollar auslösen dürfte. Piper Sandler positioniert sich mit einem neutralen Votum und einem Kursziel von 156 US-Dollar deutlich zurückhaltender. Nach Angaben von Il Sole 24 ORE liegt das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel der Analysten bei 235,34 US-Dollar – deutlich über dem aktuellen Kursniveau, was die gespaltene Einschätzung des Marktes zwischen operativem Rückschlag und langfristigem Potenzial widerspiegelt.

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