SpaceX, Aktie

SpaceX Aktie: Cisneros und Meuser kaufen im Juni

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 10:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

US-Abgeordnete kaufen SpaceX-Aktien, während Analysten rechtliche Hindernisse für den Satelliten-Mobilfunk sehen. Die Nasdaq-100-Aufnahme steht bevor.

SpaceX Aktie: Politiker-Käufe und regulatorische Hürden belasten Kurs
Abstrakte Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einer Rakete, die bei Sonnenuntergang startet und Wachstum signalisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kongressabgeordnete kaufen SpaceX-Aktien. Gleichzeitig warnen Analysten vor massiven regulatorischen Hürden beim Mobilfunk-Ausbau. Diese Mischung aus politischer Nähe und offenen Rechtsfragen prägt die Woche vor einem der größten Liquiditätsereignisse des Jahres.

Abgeordnete kaufen, Aufsichtsgremien sitzen mit am Tisch

Am 4. und 5. Juli veröffentlichte Finanzoffenlegungen zeigen: Mehrere US-Kongressabgeordnete kauften kurz nach dem Börsengang vom 12. Juni SpaceX-Aktien. Repräsentant Gil Cisneros (Demokrat, Kalifornien) meldete einen Kauf im Wert zwischen 1.001 und 15.000 Dollar am 18. Juni. Ein minderjähriges Kind von Repräsentant Dan Meuser (Republikaner, Pennsylvania) erwarb am 15. Juni Aktien im Wert zwischen 15.001 und 50.000 Dollar.

Die Käufe fallen auf, weil beide Politiker in Ausschüssen sitzen, die Luftfahrt und Telekommunikation beaufsichtigen. Die Aktie schloss am 3. Juli bei rund 162 Dollar. Das liegt etwa 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar, aber deutlich unter dem Mitte-Juni-Hoch von 225,64 Dollar.

Mobilfunk-Pläne stoßen auf rechtliche Grenzen

SpaceX verfolgt mit Partner T-Mobile eine "Direct-to-Cell"-Strategie. Satelliten sollen direkt mit normalen Smartphones kommunizieren. Eine aktuelle Analyse von BNP Paribas zeigt allerdings: Der Weg zur vollen Marktintegration steckt voller juristischer Hindernisse.

Es gibt derzeit keinen rechtlichen Mechanismus, der große US-Mobilfunkanbieter wie AT&T oder Verizon zum Daten-Roaming mit dem SpaceX-Satellitennetz zwingt. Die aktuellen FCC-Regeln schreiben nur Sprach-Roaming unter Common-Carrier-Vorschriften vor. Daten-Roaming bleibt Verhandlungssache — und muss lediglich "wirtschaftlich angemessen" sein.

Ohne verpflichtende MVNO-Lizenzierung müsste SpaceX auf künftige Spektrum-Auktionen setzen. Oder auf aggressives Lobbying bei anstehenden Branchenfusionen, um an nötige Bandbreite zu kommen.

Bewertung zwischen 63 und 401 Dollar

Der Markt ist sich bei der fairen Bewertung uneinig. Aktuell kommt SpaceX auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,1 Billionen Dollar. Morningstar hält an seinem Bär-Szenario von 63 Dollar je Aktie fest — deutlich überbewertet, so die Einschätzung. Arete Research sieht dagegen Kursziele von bis zu 401 Dollar.

Zur Unsicherheit trägt eine weitere Entwicklung bei: die milliardenschwere Übernahme von Cursor, auch bekannt als Anysphere, im Wert von 60 Milliarden Dollar. Der Deal läuft komplett über Aktien. Das signalisiert einen aggressiven Vorstoß in orbitale KI-Rechenzentren und weltraumbasierte Computing-Infrastruktur. Einige Analysten warnen jedoch: Die reine Aktienfinanzierung könnte bestehende Anteile verwässern.

SpaceX sitzt nach eigenen Angaben auf über 100 Milliarden Dollar Cash. Das Geld stammt aus dem Börsengang und einer Anleihe-Emission über 25 Milliarden Dollar vom 22. Juni.

Nasdaq-100-Aufnahme am Dienstag

Investoren blicken auf Dienstag, den 7. Juli. An diesem Tag steigt SpaceX im Schnellverfahren in den Nasdaq-100 auf. J.P. Morgan schätzt: Indexfonds müssen deshalb Aktien im Wert von rund 4,3 Milliarden Dollar kaufen, um die neue Gewichtung abzubilden.

Trotz dieser erwarteten Zuflüsse bleibt die Leerverkaufsquote hoch — 31 Prozent des Streubesitzes sind aktuell short. Zusätzliche Unsicherheit bringt der Bitcoin-Bestand des Unternehmens: 18.712 BTC, aktuell etwa 1,2 Milliarden Dollar wert. Diese Position könnte die Bilanz zusätzlich schwanken lassen.

Der erste offizielle Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen wird für Anfang August erwartet. Bis dahin dürfte die Kombination aus Indexzuflüssen, hoher Shortquote und politischer Aufmerksamkeit für ungewöhnlich hohe Kursschwankungen sorgen.

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