Spanien, Merz

Spanien wirft Merz mangelnden Beistand nach Trump-Kritik vor

04.03.2026 - 12:27:59 | dpa.de

Spanien hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mangelnde SolidaritÀt angesichts der Kritik von US-PrÀsident Donald Trump an dem Nato-Partner vorgeworfen.

Er habe Deutschland seine "Überraschung" darĂŒber mitgeteilt, sagte Außenminister JosĂ© Manuel Albares dem TV-Sender RTVE.

"Wenn man mit einem anderen Land eine WĂ€hrung, eine gemeinsame Handelspolitik und einen gemeinsamen Markt teilt, erwartet man dieselbe SolidaritĂ€t, die Spanien beispielsweise gegenĂŒber DĂ€nemark gezeigt hat, als es aufgrund DĂ€nemarks Bestrebungen, seine territoriale IntegritĂ€t in Grönland aufzugeben, zu Zolldrohungen kam", sagte Albares.

Trump hatte bei einem Treffen mit Merz Kritik an den Regierungen von Spanien und Großbritannien geĂŒbt. "Einige europĂ€ische LĂ€nder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten", sagte Trump im Weißen Haus mit Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. "Spanien hat tatsĂ€chlich gesagt, dass wir ihre StĂŒtzpunkte nicht nutzen dĂŒrfen." Vor laufenden Kameras ging Merz im Weißen Haus nicht auf die Angriffe Trumps ein.

SpĂ€ter trat der Bundeskanzler der Drohung Trumps entgegen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu kappen. Mit Blick auf den US-Zollkonflikt mit der EU betonte Merz vor der Presse, Spanien sei Mitglied der EuropĂ€ischen Union: "Und als solches fĂŒhren wir Verhandlungen ĂŒber ein Zollabkommen mit den USA nur gemeinsam oder gar nicht", stellte er klar. Es gebe keinen Weg, Spanien besonders schlecht zu behandeln. Diese Äußerungen wurden in spanischen Medien als Versuch von Merz gewertet, sein anfĂ€ngliches Schweigen gegenĂŒber Trump zu korrigieren.

Albares zog einen Vergleich zwischen Merz und dessen VorgÀngern im Amt. "Seit wir in der Regierung sind, haben wir drei Bundeskanzler erlebt: Merkel, Scholz und jetzt Merz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Merkel oder Scholz solche Aussagen getroffen hÀtten; damals herrschte eine andere proeuropÀische Stimmung", sagte Albares.

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