Sparkasse, Passwort-Manager

Sparkasse schließt Passwort-Manager S-Trust

24.01.2026 - 19:24:12

Der deutsche Sparkassenverband stellt seinen hauseigenen Passwort-Manager S-Trust ein, da der Dienst nicht wirtschaftlich tragfähig war. Nutzer müssen bis Ende März 2026 ihre Daten exportieren.

Der deutsche Sparkassenverband stellt seinen hauseigenen Passwort-Manager S-Trust ein. Damit zieht sich die Bankengruppe aus einem weiteren digitalen Geschäftsfeld zurück und zwingt Hunderttausende Nutzer zum Wechsel.

Alle Verträge für den Dienst werden am 30. Januar 2026 gekündigt. Nutzer haben dann bis zum 31. März Zeit, ihre gespeicherten Passwörter und Dokumente zu exportieren. Danach werden alle Daten endgültig gelöscht. Die Sparkassen haben bereits im Dezember 2025 mit der Benachrichtigung der Kunden begonnen.

Warum der Dienst eingestellt wird

Hinter der Entscheidung steht eine harte wirtschaftliche Realität: S-Trust konnte sich im globalen Wettbewerb nicht durchsetzen. Laut S-Communication Services GmbH, der Digitalagentur der Sparkassen-Finanzgruppe, war der Dienst „langfristig nicht wirtschaftlich tragfähig“. Er startete 2020, fand aber nicht genug Nutzer, um gegen etablierte internationale Anbieter wie LastPass oder 1Password zu bestehen.

Es ist der nächste Schritt in einer umfassenden digitalen Konsolidierung. Erst Ende 2024 hatte die Sparkasse bereits die Bezahldienste Giropay und Kwitt eingestellt. Stattdessen setzt man nun auf das neue europäische System Wero. Die Strategie ist klar: Man konzentriert sich auf Kerngeschäfte und gibt Nischenprodukte auf, die keine Marktführerschaft erreichen.

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So funktioniert der Umstieg für Nutzer

Als offizielle Alternative empfiehlt die Sparkasse SecureSafe des Schweizer Anbieters DSwiss AG. Ein spezieller Prozess soll den direkten Datenumzug erleichtern. Doch der Wechsel hat Haken:

  • Keine Bank-Integration mehr: Die nahtlose Verknüpfung mit dem Online-Banking ePostfach entfällt. Bereits jetzt können keine neuen Verbindungen mehr eingerichtet werden.
  • Kosten: Während S-Trust in der Basisversion kostenlos war, ist SecureSafe ein kostenpflichtiger Dienst. Der Preis beginnt bei über einem Euro pro Monat.

Nutzer sollten ihre Daten daher frühzeitig per CSV-Export sichern und sich nach Alternativen umsehen. Der empfohlene Migrationspfad ist nur eine Option.

Größerer Trend: Sparkassen im Umbruch

Die Einstellung von S-Trust ist kein Einzelfall, sondern Teil eines tiefgreifenden Wandels. Die Sparkassen reagieren auf sinkende Bargeldnutzung und steigende Kosten. 2024 schloss die Gruppe fast 180 Filialen und baute Tausende Geldautomaten ab.

Gleichzeitig wird das digitale Angebot radikal verschlankt. Man setzt auf wenige, skalierbare Lösungen und zieht sich aus verlustbehafteten Nischen zurück. Für Kunden bedeutet das: Sie müssen sich auf weitere Veränderungen einstellen. Die Ära der hauseigenen Sparkassen-Apps für jeden Lebensbereich ist vorbei.

Was Nutzer jetzt tun müssen

Die Uhr tickt. Bis Ende März 2026 müssen alle Daten aus S-Trust heraus sein. Nutzer sollten:

  1. Umgehend den Export ihrer Passwörter und Dokumente starten.
  2. Die Empfehlung für SecureSafe prüfen, aber auch den Markt vergleichen.
  3. Eine neue, dauerhafte Lösung für ihr Passwort-Management finden.

Das Ende von S-Trust zeigt die Vergänglichkeit digitaler Dienste. Für Verbraucher ist es eine Erinnerung, die Hoheit über ihre kritischen Daten stets selbst in der Hand zu behalten – unabhängig vom Anbieter.

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