SPD-Landrat fordert GesprÀche mit AfD nach Wahlerfolg
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 06:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Die AfD ist demokratisch gewÀhlt und deutlich stÀrkste Kraft", sagte Markus Bauer, Landrat im Salzlandkreis, dem Nachrichtenportal "t-online". "Sie darf jetzt nicht ignoriert und ausgeschlossen werden."
Die AfD wird vom Landesverfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Sie war bei der Wahl am Sonntag mit 43,8 Prozent mit groĂem Abstand stĂ€rkste Kraft geworden, kann aber nicht allein regieren.
Landrat Bauer sagte, das Votum der WĂ€hler mĂŒsse geachtet werden. "Alle Parteien sollten jetzt miteinander reden und Koalitionsmöglichkeiten ausloten." Sie hĂ€tten die Verantwortung, eine Regierung zu bilden. Die ĂŒbrigen Parteien im Landtag hatten eine Koalition mit der AfD vor der Wahl ausgeschlossen.
"Nicht miteinander zu reden ist fĂŒr mich ein No-Go"
"Nicht miteinander zu reden, ist fĂŒr mich ein No-Go, im Politischen wie im Privaten. Wir vergröĂern so den gesellschaftlichen Graben. Dann drohen uns amerikanische VerhĂ€ltnisse", warnte Bauer.
"Wir sollten uns nicht ĂŒber Brandmauern definieren, sondern ĂŒber moralische rote Linien - ĂŒber gemeinsame Werte und ein Bekenntnis zu unseren Grundrechten", sagte der SPD-Politiker. In seinem Kreisrat werde in der Sache entschieden. "AntrĂ€ge werden eingebracht, besprochen, werden dann angenommen oder abgelehnt - unabhĂ€ngig davon, welche Partei sie einbringt. Menschenverachtendes und RechtsverstöĂe haben keine Chance."
Bauer ist VizeprÀsident des Landkreistages Sachsen-Anhalt und seit 2014 Landrat im Salzlandkreis. Bei der Landtagswahl am Sonntag bekam die AfD dort 49,7 Prozent, die SPD nur 7,5.
