Spero, Therapeutics

Spero Therapeutics Aktie: SP001-Lizenz von Innovent

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 00:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Spero Therapeutics sichert sich Lizenzrechte an Immunologie-Wirkstoff SP001 und erhält 105 Millionen Dollar Finanzierung. Die Aktie fällt trotz strategischer Neuausrichtung.

Spero Therapeutics: Milliarden-Deal und Finanzspritze für Neuausrichtung
Ein pharmazeutisches Labor mit verschwommenen Reagenzgläsern und einem einzelnen leuchtenden Fläschchen, das Forschung und Entwicklung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Biotechnologie-Unternehmen Spero Therapeutics leitet eine fundamentale Neuausrichtung in Richtung Immunologie und Entzündungskrankheiten (I&I) ein. Durch eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Innovent Biologics sichert sich das Unternehmen die weltweiten Rechte an SP001 außerhalb Chinas. Parallel dazu stabilisiert Spero seine Bilanz durch eine großvolumige Finanzspritze, um die klinische Entwicklung des neu erworbenen Wirkstoffs voranzutreiben.

Lizenzabkommen für Immunologie-Antikörper SP001

Kern der neuen Strategie ist der Wirkstoff SP001 (auch als IBI355 bekannt), ein sogenannter „Fc-silent“ Anti-CD40L-Antikörper. Laut Berichten von Fierce Biotech und Reuters zahlt Spero für die Rechte an diesem Antikörper eine Vorauszahlung in Höhe von 35 Millionen US-Dollar. Die gesamte Vereinbarung sieht potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 1,05 Milliarden US-Dollar sowie gestaffelte Lizenzgebühren vor.

Spero Therapeutics plant, SP001 in einer Phase-2-Studie zur Behandlung der IgG4-assoziierten Erkrankung (IgG4-RD) einzusetzen. Diese seltene Erkrankung betrifft in den USA schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Patienten. Der Beginn dieser Studie ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Zeitgleich beabsichtigt Innovent Biologics, Anfang 2027 eine eigene Phase-2-Studie für das Sjögren-Syndrom in China zu starten. Laut CEO Rajavelu markiert dieser Schritt den Übergang des Unternehmens weg vom Fokus auf Antibiotika hin zur Immunologie.

Finanzierung über Utebzi-Meilensteine gesichert

Um die Entwicklungskosten zu decken, hat Spero eine regresslose und nicht verwässernde Royalty-Finanzierung in Höhe von 105 Millionen US-Dollar mit Healthcare Royalty (HCRx), einer Tochtergesellschaft von KKR, abgeschlossen. Diese Finanzierung ist durch zukünftige Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren des Medikaments Utebzi (Tebipenem-Pivoxil) besichert, das im Juni 2026 von der FDA zur Behandlung komplizierter Harnwegsinfektionen zugelassen wurde und von GSK vermarktet wird.

Die Konditionen der Finanzierung sehen eine Verzinsung von 10 % bei einer Laufzeit von neun Jahren vor. HCRx erhält quartalsweise Tilgungs- und Zinszahlungen aus den GSK-Erlösen. Nach vollständiger Rückzahlung der Verbindlichkeit behält Spero Therapeutics 35 % der weiteren Zahlungen von GSK ein, während 65 % an die Geldgeber fließen. Durch diesen Kapitalzufluss verlängert sich die finanzielle Reichweite (Cash Runway) des Unternehmens bis in die zweite Hälfte des Jahres 2029.

Deutliche Kursverluste trotz Strategie-Update

An der Börse lösten die Nachrichten jedoch eine Verkaufswelle aus. Der aktuelle Kurs von Spero Therapeutics sank um 16,80 % auf 1,59 €. Damit notiert das Papier nur noch 3,45 % über seinem 52-Wochen-Tief von 1,54 € und verliert deutlich gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,15 €. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das Ende Mai 2026 bei 2,61 € markiert wurde, beträgt inzwischen 39,17 %.

Trotz der deutlichen Marktkapitalisierung von umgerechnet 107,54 Millionen € spiegelt die aktuelle Kursentwicklung eine hohe Skepsis oder Gewinnmitnahmen nach der Neuausrichtung wider. Seit Jahresbeginn weist die Aktie ein Minus von 20,50 % auf. Die hohe Volatilität von 103,03 % unterstreicht die spekulative Phase, in der sich der Wert nach dem Umbau der Pipeline befindet.

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