Sportwagenbauer Porsche plant mit deutlich weniger GeschÀft in China
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 09:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Markt sei sehr anspruchsvoll und habe sich grundlegend verĂ€ndert, sagte Porsche-Chef Michael Leiters bei der Vorstellung der Unternehmensstrategie "Sportwagenschmiede '35" vor Pressevertretern. Eine RĂŒckkehr zu frĂŒheren Absatzhöhen um jeden Preis sei weder realistisch noch im Interesse der Marke. Das MDax DE0008467416-Unternehmen stellt an diesem Mittwoch im schwĂ€bischen Weissach Investoren und Analysten seine PlĂ€ne fĂŒr die kommenden Jahre vor.
Vom SchlĂŒsselmarkt zum Sorgenkind
Das einst so lukrative China-GeschĂ€ft ist zuletzt förmlich zusammengebrochen. Im Spitzenjahr 2020 wurden demnach fast 35 Prozent der Porsche-Fahrzeuge in die Volksrepublik verkauft. 2025 waren es noch knapp 15 Prozent - Tendenz fallend. Absolut hat sich die Zahl der dort verkauften Sport- und GelĂ€ndewagen in der Zeit mehr als halbiert. Das liegt unter anderem an der harten Konkurrenz durch lokale Hersteller und der KaufzurĂŒckhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld wegen der Immobilienkrise im Land nicht mehr so locker sitzt.
Die Stuttgarter setzen nach eigenen Angaben auf einen werthaltigen Absatz - wollen ihre Autos also mit möglichst viel Gewinn verkaufen. Nach Angaben von Leiters herrscht in China aber derzeit ein "selbstzerstörerischer Preiskampf". Verbunden mit immer kĂŒrzeren Innovationszyklen sei dieser langfristig nicht nachhaltig - auch nicht fĂŒr chinesische Hersteller.
Fokus auf profitable Nischen
Die Planung fĂŒr China sei daher "sehr konservativ", sagte Leiters. Porsche will sein Angebot demnach auf die Segmente ausrichten, in denen die StĂ€rken der Marke besonders geschĂ€tzt werden. So könne man sich auf profitable Nischen konzentrieren, statt in zunehmend umkĂ€mpften Segmenten dem Volumen hinterherzulaufen. Auch das HĂ€ndlernetz wird deutlich verkleinert. Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker zufolge soll die Zahl der Verkaufsstellen von einst mehr als 150 auf etwa 75 bis 80 bis zum Jahresende sinken.
Leiters: "Wir werden diesen Markt nicht aufgeben"
Man sei in China nicht durch Produktionsverpflichtungen oder Gemeinschaftsunternehmen gebunden, die ein bestimmtes Volumen erfordern, um rentabel zu bleiben. Das gebe dem Unternehmen mehr FlexibilitÀt, um auf VerÀnderungen zu reagieren.
Das Ergebnis sei ein China-GeschĂ€ft, das kleiner sei als frĂŒher, aber stĂ€rker und widerstandsfĂ€higer, sagte Leiters. Sollte sich die Lage in China erholen, sei Porsche in der Lage, den Absatz wieder hochzufahren. "Wir werden diesen Markt nicht aufgeben." China ist der gröĂte Automobilmarkt der Welt.
