SSD-Preise, KI-Boom

SSD-Preise explodieren: KI-Boom löst Speicherkrise aus

27.01.2026 - 18:03:12

Der Markt für Festplatten ist zu Jahresbeginn 2026 in einer ausgewachsenen Preiskrise. Verbraucher und Unternehmen stehen vor explodierenden Kosten und leergefegten Lagern. Ein aktueller Preisindex zeigt: Die Preise für beliebte Modelle haben sich im Vergleich zu den historischen Tiefstständen teilweise mehr als vervierfacht. Treiber dieser Marktverwerfung ist der unersättliche Hunger der Künstlichen Intelligenz. Sie formt die globale Speicherlieferkette radikal um und lässt konventionelle Hardwaremärkte um Restkapazitäten kämpfen. Analysten warnen: Hohe Preise sind das neue Normal, eine Entspannung ist vor 2027 kaum zu erwarten.

Die Wurzel der Krise liegt in einer massiven Umverteilung der Produktionsressourcen durch die weltgrößten Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron. Sie haben ihre Fertigungslinien von traditionellem NAND-Flash – dem Grundbaustein von SSDs – abgezogen. Stattdessen priorisieren sie jetzt hochprofitablen High-Bandwidth Memory (HBM) und SSDs für Rechenzentren.

Dieser strategische Schwenk ist eine direkte Antwort auf die explodierende Nachfrage von Hyperscalern und KI-Unternehmen, die riesige Rechenzentren aufbauen. KI-Server benötigen im Vergleich zu Consumer-Geräten wie PCs unverhältnismäßig viel Speicher. Das schafft ein Nullsummenspiel für die begrenzte Kapazität an Silizium-Wafern: Jeder Wafer, der für eine KI-Grafikkarte verwendet wird, fehlt für die SSD eines Consumer-Laptops. Die Folge: Der Markt für Enterprise-SSDs wird 2026 zur größten Einzelanwendung für NAND-Flash. Es handelt sich nicht um einen typischen Konjunkturzyklus, sondern um eine langfristige Anpassung an die neue Wirtschaftsrealität des KI-Zeitalters.

Live-Preisindex: So stark schlagen die Preise zu

Die Auswirkungen auf Verbraucher sind drastisch, wie aktuelle Marktdaten vom 27. Januar 2026 zeigen. Die Inflation trifft alle SSD-Kategorien. Eine beliebte 2TB PCIe 4.0 WD Black SN850X, die einst für 54 Euro zu haben war, kostet jetzt 229 Euro. Viele PCIe 5.0-Modelle, der neueste Leistungsstandard, sind schlicht ausverkauft. Wenn sie verfügbar sind, verlangen sie hohe Aufschläge. Die Corsair MP700 Pro 2TB, früher für 179 Euro erhältlich, liegt jetzt bei 289 Euro.

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Besonders akut ist die Lage bei Festplatten mit hoher Kapazität. Bereits Anfang Januar hatte sich der Preis für eine 1TB-SSD binnen vier Monaten fast verdoppelt – ein Trend, der sich weiter beschleunigt. Jede noch halbwegs günstig eingetroffene Ware ist sofort vergriffen. Die Ära stetig sinkender Speicherkosten ist definitiv vorbei.

Ausverkauft bis 2027: Warum das Angebot nicht nachkommt

Von der Angebotsseite ist kurzfristig keine Entspannung zu erwarten. Erst letzte Woche bestätigte ein Manager des Speicherherstellers Kioxia: Die Ära der bezahlbaren 1TB-SSD ist vorbei. Das gesamte Produktionsvolumen des Unternehmens für 2026 sei bereits ausverkauft. Dies folgt ähnlichen Warnungen vom Ende 2025, als der CEO von Phison berichtete, dass praktisch jeder NAND-Hersteller für das kommende Jahr ausgebucht sei.

Marktforscher projizieren für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der NAND-Flash-Vertragspreise um 33 bis 38 Prozent. Dieser Preisdruck zwingt PC-Hersteller, die Kosten an Verbraucher weiterzugeben. In einigen Fällen werden in Einsteiger- und Mittelklasse-Modellen sogar die Spezifikationen der verbauten SSDs heruntergestuft, um die Preisziele zu halten. Auch Unternehmen spüren den Druck. Einige Analysten raten ihnen, lokale KI-Projekte zu verschieben, bis die Verfügbarkeit und Preise für Speicher sich stabilisieren.

Struktureller Wandel: Warum es kein vorübergehendes Problem ist

Experten sind sich einig: Diese Marktbedingungen spiegeln eine neue, strukturelle Realität wider – keine vorübergehende Knappheit. Die Grundannahme, dass Technologie-Hardware mit der Zeit immer günstiger wird, ist gebrochen. Die immensen, langfristigen Kapitalinvestitionen in die KI-Infrastruktur stellen sicher, dass die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher weiter Priorität bei den Herstellern genießt.

Diese Dynamik hat die Preiskluft zwischen SSDs und traditionellen Festplatten dramatisch vergrößert. Ein Bericht von letzter Woche zeigte: SSDs kosten für die gleiche Kapazität mittlerweile bis zu 16-mal mehr als HDDs. Das könnte Rechenzentren zu hybriden Speicherlösungen drängen. Der Preisdruck geht über Speicher hinaus: Eine IDC-Prognose vom Dezember 2025 sagte voraus, dass die Speicherknappheit den PC-Markt stören und 2026 zu einem Schrumpfen führen könnte.

Ausblick: Wann kommt die Entspannung?

Die einhellige Meinung von Marktanalysten ist ernüchternd: Die SSD-Preiskrise wird anhalten. Die angespannte Versorgungslage und hohen Kosten werden sich voraussichtlich durch das gesamte Jahr 2026 und möglicherweise bis 2027 ziehen. Der anhaltende KI-Superzyklus sorgt weiter für harten Wettbewerb um Speicherkomponenten.

Für Verbraucher, PC-Bastler und IT-Einkäufer bedeutet das: Auf sinkende Preise zu warten, ist keine erfolgversprechende Strategie mehr. Der Markt hat ein neues Paradigma erreicht, in dem Speicher ein signifikanter und volatiler Kostenfaktor ist. Bis die Produktionskapazitäten massiv ausgebaut sind – ein Prozess, der Jahre dauert – wird der Preis für schnellen Speicher untrennbar mit der Hochrisiko-Ökonomie der KI-Revolution verbunden sein.

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