Steigende, Trassenpreise

Steigende Trassenpreise: Norden fordert Ausgleich vom Bund

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 05:58 Uhr | dpa.de

Angesichts drohender steigender Trassenpreise im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) warnt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister vor wachsenden Kosten fĂŒr die LĂ€nder.

"Es braucht eine VerstÀndigung, wie mit Zahlungen der ab jetzt erheblich erhöhten Trassenpreise im Schienenpersonennahverkehr umgegangen wird", sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) im Vorfeld einer virtuellen Sonder-Verkehrsministerkonferenz von Bund und LÀndern. "Hier erwarten wir, dass der Bund die Mehrkosten der LÀnder kompensiert."

"Die Schiene als zentraler Baustein der Verkehrswende kann nur dann leistungsfĂ€hig bleiben, wenn ihre Infrastrukturfinanzierung dauerhaft stabil, transparent und verlĂ€sslich durch den Bund gewĂ€hrleistet ist und er hier seine verfassungsrechtlich zugewiesene Verantwortung fĂŒr die Schieneninfrastruktur trĂ€gt", erklĂ€rte Madsen. Es dĂŒrfe daher keine weitere strukturelle Kostenverlagerung auf LĂ€nder oder AufgabentrĂ€ger geben.

Abbestellungen drohen

Hintergrund ist ein Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs (EuGH). Im MĂ€rz kippte dieser eine Regelung in Deutschland, die im Nahverkehr die SchienennutzungsgebĂŒhren begrenzte. Daraufhin erhöhte die Bundesnetzagentur die Trassenpreise fĂŒr den Nahverkehr ab 2026 deutlich, wĂ€hrend sie die GebĂŒhren fĂŒr den Fern- und GĂŒterverkehr senkte.

So gibt es fĂŒr Schleswig-Holstein dem Ministerium zufolge Nachforderungen der zustĂ€ndigen Deutsche Bahn-Tochter DB InfraGO in Höhe von rund 7,2 Millionen Euro fĂŒr das Jahr 2025 und in Höhe von etwa 15,1 Millionen Euro fĂŒr das Jahr 2026. Das Land plane derzeit keine EinschrĂ€nkung des Zugangebots.

Die LĂ€nder fordern nun vom Bund, ein verlĂ€ssliches und langfristig planbares System fĂŒr Trassenpreise zu schaffen und zĂŒgig eine Reform vorzulegen, die die nachhaltige Finanzierung des Nahverkehrs garantiert. Außerdem mĂŒsse der Bund entweder die Regionalisierungsmittel aufstocken oder anderweitig sicherstellen, dass die LĂ€nder die zusĂ€tzlichen Kosten nicht allein tragen.

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