Stellantis, Aktie

Stellantis Aktie: Milliardengrab E-Auto

26.02.2026 - 08:55:19 | boerse-global.de

Stellantis verzeichnet einen Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro fĂŒr 2025, ausgelöst durch eine teure FehleinschĂ€tzung der E-MobilitĂ€t und politische Wechsel in den USA. Das Unternehmen startet eine radikale Strategiewende.

Stellantis Aktie: Milliardengrab E-Auto - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Stellantis Aktie: Milliardengrab E-Auto - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der Autobauer Stellantis schockt mit einem Rekordverlust von 22,3 Milliarden Euro fĂŒr 2025. Verantwortlich: eine kolossale FehleinschĂ€tzung bei der ElektromobilitĂ€t. Was war passiert?

Die Opel-Mutter musste Wertminderungen von 25,4 Milliarden Euro verbuchen – primĂ€r auf ihre E-Auto-Strategie. Hintergrund: Donald Trumps radikale Kehrtwende in der US-Klimapolitik. Der PrĂ€sident kippte Subventionen fĂŒr Elektrofahrzeuge und lockerte Abgasregelungen. Die Folge: Die Nachfrage nach Stromern brach ein, wĂ€hrend Stellantis noch auf hochlaufende Batterieproduktion und neue E-Modelle gesetzt hatte.

Das Management rĂ€umte ein, die Strategie sei auf "ĂŒbermĂ€ĂŸig optimistischen Marktannahmen" aufgebaut gewesen. Eine teure Lektion.

Auch im TagesgeschÀft tiefrot

Doch selbst bereinigt um die Sonderbelastungen lief es miserabel. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern belief sich auf 842 Millionen Euro – bei einer Marge von minus 0,5 Prozent. Der Umsatz schrumpfte um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro.

Besonders bitter: Stellantis verlor in beiden KernmÀrkten Geld. Nordamerika, wo der Konzern mit Pick-ups und SUVs traditionell seine höchsten Gewinne einfuhr, rutschte ins Minus. Auch Europa brachte rote Zahlen. Preisdruck auf breiter Front.

CEO Antonio Filosa sollte eigentlich den Konzern nach hausgemachten Problemen in den USA stabilisieren. Stattdessen musste er ein radikales Umbauprogramm starten. Die Konsequenz: Erst 2027 rechnet Stellantis wieder mit positivem freiem Cashflow im FahrzeuggeschÀft. Zwei Jahre ohne LiquiditÀtszufluss aus dem operativen GeschÀft.

Strategiewende mit ungewissem Ausgang

Die Reaktion fiel drastisch aus. Stellantis streicht E-Modelle, baut das Angebot an Verbrennern und Hybriden massiv aus. Die Produktions- und Lieferketten werden komplett umgebaut. Ein Kraftakt unter Zeitdruck.

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FĂŒr 2026 plant der Konzern einen mittleren einstelligen Umsatzanstieg. Die operative Marge soll in den niedrig einstelligen Prozentbereich klettern – kaum mehr als Schadensbegrenzung. Die Dividende fĂŒr 2026 wurde gestrichen, zusĂ€tzlich genehmigte der Konzern die Ausgabe nachrangiger Anleihen ĂŒber bis zu 5 Milliarden Euro, um die LiquiditĂ€t zu sichern.

In Nordamerika zeigen sich erste Lebenszeichen: Die Auslieferungen stiegen im vierten Quartal um 43 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr – getrieben durch normalisierte LagerbestĂ€nde und neue Modelle. FĂŒr 2026 peilt Stellantis 1,15 Millionen VerkĂ€ufe in den USA an, ein Plus von 25 Prozent. Die Hoffnung ruht auf der RĂŒckkehr der Hemi-V8-Motoren und dem neuen Jeep Cherokee Hybrid.

Ob diese Wende gelingt, bleibt fraglich. Stellantis ist nicht allein: Auch General Motors und Ford mussten Milliarden auf ihre E-Strategien abschreiben. Die gesamte US-Autoindustrie navigiert durch unsichere GewÀsser.

Die Aktie handelt bei 7,77 Dollar, nahe dem 52-Wochen-Tief von 7,03 Dollar. Nach Bekanntgabe der Abschreibungen erlebte der Titel seinen schlimmsten Handelstag in der Unternehmensgeschichte. Ob CEO Filosa das Vertrauen der Investoren zurĂŒckgewinnen kann, dĂŒrfte sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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