Stellantis Aktie: Wrangler und Gladiator betroffen
20.06.2026 - 07:04:53 | boerse-global.de
Über eine Million Fahrzeuge muss Stellantis in die Werkstätten zurückrufen. Die Aktion trifft die Kernmarke Jeep und fällt in eine ohnehin schwierige Phase für den Autobauer.
Der Konzern bestätigte einen groß angelegten Rückruf für die Modelle Jeep Wrangler und Gladiator der Baujahre 2021 bis 2025. Grund ist ein mögliches Brandrisiko durch die Lenkradpumpe. Besitzer sollen die Fahrzeuge bis zur Reparatur im Freien parken. Die offizielle Benachrichtigung startet Anfang Juli.
Die Nachricht erhöht den Druck auf Stellantis. Die Aktie notierte am Freitag bei 5,59 Euro und damit 42,66 Prozent unter dem Jahresstart. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 6,50 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 7,79 Euro. Der RSI von 34,8 Punkten deutet auf überverkaufte Niveaus hin.
Milliarden-Plan für die Wende
Parallel zum Rückruf treibt das Management die Strategie „FaSTLAne 2030" voran. 60 Milliarden Euro sind für den Plan reserviert. Bis 2030 will Stellantis über 60 neue Modelle und 50 Facelifts auf den Markt bringen.
Ein zentraler Hebel: die Kapazitätsanpassung. In Europa soll die Produktion um 800.000 Einheiten sinken. In Nordamerika peilt der Konzern eine Auslastung von 80 Prozent an. In Italien skizzierte CEO Antonio Filosa konkrete Produktionspläne für die Werke Melfi, Cassino und Mirafiori. Das künftige Kleinwagen-Projekt setzt dabei voll auf Batterie-Elektrik.
Partnerschaften für die Zukunft
Stellantis baut zudem auf Kooperationen. Mitte Juni vereinbarte der Konzern eine Absichtserklärung mit Wayve und Uber. Ziel sind Level-4-Robotaxis für globale Märkte.
Gleichzeitig hält Stellantis einen Anteil von 9,5 Prozent am Festkörperbatterie-Start-up Factorial Energy – bewertet mit rund 126 Millionen Dollar. Auch die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner Leapmotor läuft weiter. Ab 2028 sollen in den spanischen Werken Figueruelas und Villaverde günstige Elektro-SUVs vom Band rollen.
Ob der milliardenschwere Umbau und die neuen Technologiepartnerschaften die Kosten des Jeep-Rückrufs langfristig aufwiegen, bleibt abzuwarten. Derzeit überwiegt die operative Belastung. Die Aktie notiert tief im roten Bereich.
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