STMicroelectronics, Aktie

STMicroelectronics Aktie: 3,70 Milliarden Ausblick unter SchÀtzung

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 18:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

STMicroelectronics ĂŒbertrifft die Erwartungen im zweiten Quartal, doch die Prognose fĂŒr Q3 fĂ€llt schwĂ€cher aus als erhofft. Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen.

STMicroelectronics: Starke Quartalszahlen, aber enttÀuschender Ausblick
Abstrakte Darstellung einer modernen Halbleiterfertigung mit Fokus auf technologische PrĂ€zision und industrielle Prozesse. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Halbleiterhersteller STMicroelectronics hat gestern mit seinem Ausblick auf das laufende dritte Quartal fĂŒr deutliche Kursbewegungen gesorgt. Obwohl das Unternehmen im abgelaufenen zweiten Quartal 2026 die Erwartungen beim Umsatz und dem bereinigten Gewinn ĂŒbertreffen konnte, blieb die Prognose fĂŒr das kommende Vierteljahr hinter den SchĂ€tzungen vieler Marktteilnehmer zurĂŒck. Dies löste einen massiven Ausverkauf aus, nachdem die Aktie zuvor eine außergewöhnlich starke Performance im laufenden Jahr verzeichnet hatte.

Starke Quartalszahlen treffen auf vorsichtigen Ausblick

Im zweiten Quartal 2026 erzielte STMicroelectronics einen Umsatz von 3,49 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders die Bereiche Kommunikation und Computer sowie das AutomobilgeschĂ€ft stĂŒtzten das Ergebnis. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Nettogewinn von 222 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 97 Millionen US-Dollar in den BĂŒchern gestanden hatte. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf 0,31 US-Dollar und ĂŒbertraf damit die Konsensprognose von 0,26 US-Dollar deutlich.

FĂŒr Irritationen sorgte jedoch der Ausblick auf das dritte Quartal: Das Management stellt einen Umsatz von rund 3,70 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Damit verfehlte der Konzern die durchschnittliche AnalystenschĂ€tzung, die zuvor bei etwa 3,79 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Auch das EBITDA im zweiten Quartal blieb mit 679 Millionen US-Dollar hinter den erwarteten 797,7 Millionen US-Dollar zurĂŒck. Als Grund fĂŒr die vorsichtigere Prognose nannten Marktbeobachter unter anderem einen potenziell langsameren Produktionshochlauf bei wichtigen Kundenprojekten wie dem iPhone 18.

Fokus auf KI-Rechenzentren und langfristige Ziele

Trotz der kurzfristigen Skepsis am Markt betont CEO Jean-Marc Chery die wachsende Bedeutung der KĂŒnstlichen Intelligenz fĂŒr das kĂŒnftige Wachstum. Das Unternehmen hat seine Umsatzziele fĂŒr den Bereich KI-Rechenzentren signifikant angehoben. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 rechnet STMicroelectronics nun mit Erlösen von ĂŒber einer Milliarde US-Dollar in diesem Segment. FĂŒr 2027 wurde das Ziel auf deutlich ĂŒber zwei Milliarden US-Dollar korrigiert.

Parallel dazu bestĂ€tigte das Management seine langfristige Vision eines Jahresumsatzes von 18 Milliarden US-Dollar bis 2028. Die operative Basis hierfĂŒr bildet ein solider Auftragsbestand, der derzeit eine Sichtweite von 4,5 bis 5 Quartalen bietet. Zudem wurde die Bilanz durch die Emission von Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar gestĂ€rkt, wĂ€hrend der freie Cashflow im zweiten Quartal mit 75 Millionen US-Dollar wieder in den positiven Bereich drehte.

Analystenreaktionen und technische Einordnung

In Reaktion auf die neuen Zahlen passten mehrere AnalysehĂ€user ihre EinschĂ€tzungen an. Die Analysten von Jefferies bestĂ€tigten zwar ihre Kaufempfehlung, reduzierten jedoch das Kursziel von 82 Euro auf 68 Euro. Sie begrĂŒndeten dies mit den kurzfristigen Unsicherheiten beim Hochlauf neuer Produkte. Die Experten von J.P. Morgan Ă€ußerten sich zurĂŒckhaltender und gaben zu bedenken, dass die vorgelegten Ergebnisse nicht ausgereicht hĂ€tten, um den Kurs nach der vorangegangenen Rallye weiter anzutreiben.

An der Börse zeigt sich heute eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau. Die Aktie notiert aktuell bei 46,72 Euro. Trotz des jĂŒngsten RĂŒcksetzers, der durch den gestrigen Kurseinbruch ausgelöst wurde, liegt das Papier seit Jahresbeginn noch immer mit 107,95 Prozent im Plus. Zudem notiert der Kurs weiterhin deutlich ĂŒber seinem 200-Tage-Durchschnitt von 36,02 Euro, was den langfristig intakten AufwĂ€rtstrend unterstreicht. Die Bruttomarge soll sich laut Prognose im dritten Quartal auf etwa 37 Prozent verbessern, was auf eine effizientere Auslastung der FertigungskapazitĂ€ten hindeutet.

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