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Strategy Aktie: Bitcoin-Verkäufe erstmals erlaubt

03.07.2026 - 23:10:02 | boerse-global.de

Strategy Inc. führt neues Kapitalrahmenwerk ein, das erstmals Bitcoin-Verkäufe erlaubt. Die Aktie reagiert mit Kursgewinnen, Analysten zeigen sich gespalten.

Strategy Inc. lockert Bitcoin-Halte-Regel: Verkäufe nun erlaubt
Strategy - Abstrakte Darstellung von digitaler Finanztechnologie und Kryptowährungen, mit leuchtenden Netzwerkknoten und Datenflüssen. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Jahrelang galt bei Strategy eine eiserne Regel: Bitcoin kaufen, niemals verkaufen. Diese Regel gilt jetzt nicht mehr uneingeschränkt. Der frühere Softwarekonzern MicroStrategy, seit einiger Zeit als Strategy Inc. firmierend, hat ein neues Kapitalrahmenwerk eingeführt. Es erlaubt erstmals den gezielten Verkauf von Bitcoin-Beständen.

Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Plus von 2,79 Prozent auf 90,50 Euro. Auf Wochensicht steht sogar ein Anstieg von 24,31 Prozent zu Buche. Der Kurs bleibt trotzdem weit von alten Höhen entfernt: Zum 52-Wochen-Hoch von 391,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen noch immer fast 77 Prozent.

Neue Reserve-Politik und Aktienrückkäufe

Kern des neuen Rahmenwerks ist eine sogenannte USD Reserve Policy. Strategy reserviert rund 2,55 Milliarden Dollar in bar, ausschließlich für Vorzugsdividenden und Zinszahlungen. Hinzu kommt eine Bitcoin-Monetarisierungskapazität von bis zu 1,25 Milliarden Dollar.

Zusammen soll das eine Deckung von etwa 25,9 Monaten für die laufenden Zahlungsverpflichtungen sichern. Parallel genehmigt der Vorstand Aktienrückkäufe von bis zu einer Milliarde Dollar für Class-A-Aktien. Eine weitere Milliarde Dollar ist für den Rückkauf der sogenannten Digital Credit Securities vorgesehen, konkret für das Papier STRC. Dessen Dividendenrendite steigt im gleichen Zug auf 12,00 Prozent.

Vom Ein-Bahn-Modell zur aktiven Steuerung

CEO Phong Le beschreibt den Wandel als Übergang von einer "einseitigen Kapitalausgabe hin zu aktivem Kapitalmanagement". Bisher hatte Strategy Kapital fast ausschließlich über die Ausgabe neuer Aktien und Anleihen beschafft, um damit Bitcoin zu kaufen. Verkäufe der Kryptowährung waren tabu.

Das neue Modell bricht mit diesem Prinzip. Zwar bekräftigt das Unternehmen sein langfristiges Bekenntnis zu Bitcoin. Die Möglichkeit zur selektiven Monetarisierung eröffnet aber einen Spielraum, den es zuvor schlicht nicht gab.

Am Markt fällt die Reaktion gemischt aus. Ein Teil der Investoren wertet die verbesserte Liquiditätssteuerung als überfälligen Schritt zu soliderer Bilanzführung. Andere sehen die Abkehr von der reinen Bitcoin-Strategie kritisch — schließlich war genau dieses kompromisslose Festhalten am Krypto-Bestand jahrelang das zentrale Verkaufsargument der Aktie.

Die Kurshistorie zeigt, wie sehr Strategy zuletzt unter Druck stand. Binnen 30 Tagen verlor die Aktie 17,14 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 32,56 Prozent. Über zwölf Monate summiert sich der Rückgang auf 73,78 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt weiterhin rund 39 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 148,83 Euro — ein Zeichen, dass der jüngste Sprung den langfristigen Abwärtstrend bislang nicht durchbrochen hat.

Ob das neue Rahmenwerk diesen Trend dreht, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent Strategy die Bitcoin-Verkäufe tatsächlich einsetzt. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob aus der angekündigten Flexibilität ein regelmäßiges Instrument wird oder ob das Unternehmen die neue Option nur im Ausnahmefall zieht.

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