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Streit um Briefwahl: Niederlage fĂŒr Trump vor Supreme Court

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 16:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

WASHINGTON - Im Rechtsstreit um verschÀrfte Regeln bei der Briefwahl in den USA hat die Regierung von PrÀsident Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof eine Niederlage kassiert.

(neu: Trump)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Rechtsstreit um verschĂ€rfte Regeln bei der Briefwahl in den USA hat die Regierung von PrĂ€sident Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof eine Niederlage kassiert. Der Supreme Court lehnte es ab, die Entscheidung einer unteren Instanz auszusetzen, die die Trump-Regierung bislang davon abhĂ€lt, ihre neuen Regeln umzusetzen. Es sei unwahrscheinlich, dass die Regierung mit ihrer Anfechtung der einstweiligen VerfĂŒgung des unteren Gerichts in der Sache Erfolg haben werde, hieß es in der knappen BegrĂŒndung des Obersten Gerichts.

Die US-Regierung wollte ĂŒber den Obersten Gerichtshof der USA erwirken, dass ihre strikteren Briefwahlregeln doch noch vor den Zwischenwahlen Anfang November eingefĂŒhrt werden. Dass dieser die Anordnung einer unteren Instanz nun in Kraft lĂ€sst, bedeutet in der Praxis, dass die Bundesstaaten ihre Briefwahlunterlagen weiter nach den bisher geltenden Standards verschicken dĂŒrfen. Mancherorts ist das auch bereits geschehen.

Trump hatte Ende MĂ€rz verfĂŒgt, dass die US-Post Briefwahlunterlagen nur noch an Personen ĂŒbermitteln soll, die auf einer von den Bundesstaaten zuvor erstellten WĂ€hlerliste stehen. Die Post wĂŒrde laut Kritikern damit vom reinen Zusteller der Wahlunterlagen zu einer Kontrollinstanz im Ablauf der Wahl.

Bundesrichterin zu Trump-PlÀnen: wahrscheinlich verfassungswidrig

Der Vorstoß der US-Regierung fĂŒhrte zu einem Rechtsstreit, der sich vor mehreren Gerichten seit lĂ€ngerem hinzog.

Eine Bundesrichterin einer niedrigeren Instanz in Boston hatte Trumps PlĂ€ne Ende August per einstweiliger VerfĂŒgung gestoppt. Der Erlass des PrĂ€sidenten sei "eine wahrscheinlich verfassungswidrige Regelung, deren Einhaltung im Hinblick auf die Zwischenwahlen 2026 praktisch unmöglich ist", schrieb sie in ihrer BegrĂŒndung. Es sei zudem unrealistisch, sie so kurz vor der Wahl noch umzusetzen.

Trump ließ als Reaktion auf die Blockade ein Berufungsgericht anrufen, zog dann aber bereits vor dessen Entscheidung vor das Oberste Gericht.

Der Supreme Court gab nun wie hĂ€ufig bei EilantrĂ€gen keine ausfĂŒhrliche BegrĂŒndung fĂŒr seine Entscheidung ab. Der einst von Trump fĂŒr den Posten nominierte Richter Brett Kavanaugh erklĂ€rte in einer zustimmenden Stellungnahme zu dem Beschluss allerdings, dass seiner Ansicht nach die Zeit zu knapp sei, um die neuen Regeln vor den Zwischenwahlen angemessen umzusetzen.

Der Supreme Court hatte in dem Rechtsstreit im August bereits einmal eine Entscheidung getroffen. Damals hob er eine andere gerichtliche Anordnung gegen Trumps Briefwahl-PlĂ€ne auf - allerdings aus verfahrenstechnischen GrĂŒnden.

Kritiker: Trump wollte Chancen von Demokraten schmÀlern

Kritiker warfen Trump vor, dass er mit seinen PlĂ€nen fĂŒr striktere Briefwahlregeln die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren und so die Demokratische Partei benachteiligen wolle. Deren WĂ€hlerschaft entscheidet sich traditionell hĂ€ufiger fĂŒr die Briefwahl. Trump sah sich angesichts der kurzfristig vor den Midterms vorangetriebenen PlĂ€ne zudem mit dem Vorwurf konfrontiert, damit vor den Wahlen Verwirrung und Chaos zu stiften.

Die US-Regierung verteidigte ihre PlÀne hingegen mit dem Argument, damit angeblichen Wahlbetrug verhindern zu wollen.

Worum es bei den Zwischenwahlen geht

Am 3. November stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner unter anderem ĂŒber die Sitze im ReprĂ€sentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat im US-Kongress ab. Aktuell halten die Republikaner in beiden Kammern eine knappe Mehrheit und wollen diese verteidigen. Sollte Trumps Partei verlieren, hĂ€tte der US-PrĂ€sident deutlich schlechtere Karten, seine Politik in den noch gut zwei Jahren seiner verbliebenen Amtszeit durchzusetzen.

Trump sÀt immer wieder Misstrauen an fairen Wahlen in den USA. So behauptet er seit Jahren fÀlschlicherweise, um seinen Sieg bei der PrÀsidentschaftswahl 2020 betrogen worden zu sein - obwohl das vielfach widerlegt ist.

Trump wĂŒtet gegen von ihm berufene Richter

Trump nutzte die Gerichtsentscheidung fĂŒr eine weitere Abrechnung mit den Richterinnen und Richtern. "Das sind nicht die Leute, die ich fĂŒr eine TĂ€tigkeit am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten befragt habe", schrieb er mit Blick auf die von ihm berufenen Richterinnen und Richter. Der US-PrĂ€sident unterstellte dem Gericht, sich von der radikalen Linken beeinflussen zu lassen.

TatsÀchlich gilt das oberste Gericht nach den Neubesetzungen durch Trump als so konservativ wie lange nicht, drei der neun Richter wurden von ihm ausgesucht. Die Macht des PrÀsidenten hatte der Supreme Court in mehreren Entscheidungen erheblich ausgeweitet.

Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom warf Trump hingegen "Angriffe auf die Demokratie" vor und begrĂŒĂŸte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Sein Bundesstaat war einer von vielen im Land, die wegen des Trump-Vorstoßes vor Gericht gezogen waren. "Das amerikanische Volk hat endlich Gewissheit, was den Wahlprozess unseres Landes angeht", schrieb Newsom auf der Plattform X. Die Briefwahl stehe allen offen, die sie benötigten.

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