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Studie: Deutsche Mitarbeiter wollen Wandel, Management bremst

24.01.2026 - 18:52:12

Studien zeigen, dass strategische Defizite im Management und fehlende Weiterbildungsangebote die digitale Transformation in Deutschland blockieren, trotz hoher Mitarbeitermotivation.

Eine neue Studie zeigt: Die Belegschaft ist bereit für Veränderung, doch inkonsistente Führung und fehlende Qualifizierung blockieren die digitale Transformation. Zum Internationalen Tag der Bildung wird klar, dass strategisches Upskilling der Schlüssel gegen Fachkräftemangel ist.

Der heutige, von der UNESCO ausgerufene Internationale Tag der Bildung fällt in eine Zeit tiefgreifender Umbrüche für Deutschlands Wirtschaft. Künstliche Intelligenz, Demografie und Dekarbonisierung erfordern massive Kompetenzanpassungen. Eine aktuelle, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie vom 22. Januar 2026 enthüllt nun das Kernproblem: Nicht die Mitarbeiter, sondern strategische Defizite im Management bremsen den Fortschritt aus.

Motivation da, Umsetzung fehlt

Die Untersuchung kommt zu einem überraschenden Befund. Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer ist von starker Veränderungsdynamik betroffen. Über 80 Prozent dieser Gruppe stehen den Umbrüchen positiv oder neutral gegenüber. Das gängige Narrativ vom widerstrebenden Mitarbeiter wird damit infrage gestellt.

Die Verantwortung liegt anderswo. Die Studie identifiziert bürokratische Hürden und vor allem widersprüchliche Vorgaben des Managements als Hauptbremsen. „Das Problem ist nicht die Mentalität der Beschäftigten, sondern die Inkonsequenz bei der Umsetzung“, so die Forscher. Ein gefährlicher Qualifizierungsstau entsteht: Motivierte Mitarbeiter finden keine klaren Ziele oder passenden Weiterbildungen.

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Diese Lücke ist alarmierend. Ein Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 20. Januar bestätigt: Gerade für Geringqualifizierte fehlen oft passgenaue Angebote, obwohl sie über hohe Kompetenzen verfügen. Personalabteilungen müssen also erst die Voraussetzungen für effektives Lernen schaffen.

Doppel-Herausforderung: KI und duale Ausbildung

Die Anforderungen an Kompetenzen verändern sich rasant. Im Zentrum steht die Integration von Künstlicher Intelligenz. Eine für den 20. Januar angekündigte Neuauflage der Studie „Azubi-Recruiting Trends“ wird untersuchen, wie KI bereits die Ausbildungssuche verändert. Die Botschaft ist klar: KI-Kompetenzen müssen von Azubis bis zu erfahrenen Kräften vermittelt werden.

Parallel bleibt die duale Ausbildung der entscheidende Pfeiler zur Fachkräftesicherung. Absolventen sind auch 2026 die am stärksten gesuchte Gruppe. Das Personalmanagement steht vor einer Zwickmühle: Es muss die Attraktivität der Ausbildung sichern und Absolventen durch kontinuierliches Upskilling für den technologischen Wandel rüsten. Soft Skills, um in komplexen Umfeldern zu navigieren, gewinnen dabei massiv an Bedeutung.

Führungskräftemangel verschärft die Krise

Die Lage wird durch einen dramatischen Mangel an Führungspersönlichkeiten zugespitzt. Eine IW-Auswertung vom 19. Januar offenbarte: 2025 fehlten allein 28.180 Fachkräfte in Führungsberufen. Dieser Engpass lähmt die Transformationsfähigkeit von Unternehmen. Ohne qualifizierte Führungskräfte, die Teams durch unsichere Phasen leiten, laufen Veränderungsprozesse ins Leere.

Für HR ergibt sich eine dringende Zusatzaufgabe: die Entwicklung von Führungskräften aus den eigenen Reihen. Upskilling-Programme müssen gezielt High-Potentials identifizieren und auf Leadership-Aufgaben vorbereiten. Die Besetzung von Führungspositionen wird so zur strategischen Kernkomponente der Personalentwicklung.

Weckruf zum Tag der Bildung

Der Internationale Tag der Bildung 2026 muss ein Weckruf sein. Die Studien zeigen: Investitionen in Weiterbildung sind keine Kostenstelle, sondern eine strategische Notwendigkeit für die Wettbewerbsfähigkeit. Die hohe Motivation der Mitarbeiter ist ein wertvolles Kapital, das genutzt werden muss.

HR-Abteilungen müssen zu strategischen Partnern der Geschäftsführung werden. Ihre Aufgabe ist es, ganzheitliche Lernökosysteme zu schaffen – für KI-Kompetenzen und gegen Führungslücken. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Unternehmen den Worten Taten folgen lassen.

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