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07.11.2025 - 08:02:06 | dpa.de

Studie Welthandel: Zölle haben sich seit 2024 fast verdoppelt - Lieferketten im Umbruch Hamburg -- Das durch Protektionismus betroffene Handelsvolumen hat sich seit 2024 fast verdreifacht, vor allem aufgrund der neu eingefĂŒhrten Zölle (2024: 179, bis Oktober 2025: 309) - HandelsbeschrĂ€nkungen betreffen fast 20 % der weltweiten Importe und Waren im Wert von schĂ€tzungsweise 2,7 Billionen US-Dollar - Deutschland: Ein Viertel der deutschen Ausfuhren ist von Zöllen betroffen, 2023 waren es nur 2 % - "Friendshoring" immer wichtiger: Handel zunehmend zwischen politisch Ă€hnlich ausgerichteten Volkswirtschaften sowie stĂ€rker regional - Klimawandel neben politischen Risiken grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr maritime Drehkreuze - Handelsdrehkreuze der Zukunft: Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam und Malaysia haben Nase vornDie weltweiten Lieferketten haben sich in den vergangenen Jahren stark verĂ€ndert.

Studie Welthandel: Zölle haben sich seit 2024 fast verdoppelt - Lieferketten im Umbruch Hamburg (ots) -

- Das durch Protektionismus betroffene Handelsvolumen hat sich seit 2024 fast verdreifacht, vor allem aufgrund der neu eingefĂŒhrten Zölle (2024: 179, bis Oktober 2025: 309) - HandelsbeschrĂ€nkungen betreffen fast 20 % der weltweiten Importe und Waren im Wert von schĂ€tzungsweise 2,7 Billionen US-Dollar - Deutschland: Ein Viertel der deutschen Ausfuhren ist von Zöllen betroffen, 2023 waren es nur 2 % - "Friendshoring" immer wichtiger: Handel zunehmend zwischen politisch Ă€hnlich ausgerichteten Volkswirtschaften sowie stĂ€rker regional - Klimawandel neben politischen Risiken grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr maritime Drehkreuze - Handelsdrehkreuze der Zukunft: Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam und Malaysia haben Nase vorn

Die weltweiten Lieferketten haben sich in den vergangenen Jahren stark verĂ€ndert. Der Welthandel befindet sich in einem anhaltenden Umbruch, getrieben durch Geopolitik, Protektionismus und den Auswirkungen des Klimawandels. In seiner neuesten Studie analysiert der weltweit fĂŒhrende Kreditversicherer Allianz Trade die Einflussfaktoren sowie Chancen und Risiken fĂŒr Lieferketten, Handelsdrehkreuze und Transportwege.

"Die Lieferketten von Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verĂ€ndert: Resilienz kommt inzwischen vor Effizienz", sagt Dr. Jasmin Gröschl, Senior Volkswirtin bei Allianz Trade. "Unternehmen haben auf die harte Tour gelernt, dass Waren besser spĂ€ter als gar nicht ankommen; lĂ€ngere Transportwege sind inzwischen hĂ€ufig das kleinere Übel."

Der Handel zwischen geopolitisch Àhnlich ausgerichteten Volkswirtschaften gewinnt im Kontext des Handelskriegs, zunehmender Spannungen und wachsenden Protektionismus an Bedeutung.

"Die politische Ausrichtung spielt im Welthandel inzwischen eine sehr große Rolle", sagt Gröschl. "Steigt die geopolitischen Distanz[1] um 10 % , fĂŒhrt dies zu einem RĂŒckgang des bilateralen Handels um etwa -2 %. Das bedeutet auch: Lieferketten mĂŒssen sich anpassen."

Diese geopolitische Fragmentierung des Welthandels fÀllt mit einem Wiederaufleben des Protektionismus zusammen.

Protektionismus auf Höhenflug: betroffenes Handelsvolumen fast verdreifacht

"Allein im vergangenen Jahr hat sich das durch HandelsbeschrĂ€nkungen betroffene Handelsvolumen fast verdreifacht und betrifft Waren im Wert von schĂ€tzungsweise 2,7 Billionen US-Dollar. Das sind fast 20 % der weltweiten Importe", sagt Gröschl. "Haupttreiber sind vor allem neu eingefĂŒhrte Importzölle. Bis Mitte Oktober wurden 309 neue Zölle eingefĂŒhrt, das sind fast doppelt so viele wie im Gesamtjahr 2024. Dies fördert zunehmendes Friendshoring und Regionalisierung."

Deutschland ist als Exportnation besonders stark betroffen: WĂ€hrend im Jahr 2023 nur rund 2% der deutschen Exporte von neuen Zollmaßnahmen betroffen waren, stieg dieser Anteil im Jahr 2024 bereits auf 7%. Mitte November dieses Jahres lag der Anteil bei rund 25% der deutschen Ausfuhren.

Mehr als die HĂ€lfte des von Allianz Trade erwarteten weltweiten Handelswachstums von lediglich 2 % im Jahr 2025 geht auf eine Umleitung von US-Importen weg von China, eine Vorverlagerung von Lieferungen vor der EinfĂŒhrung höherer US-Zölle sowie eine stĂ€rkere Diversifizierung des Handels zurĂŒck. Zusammen tragen diese Faktoren rund 1,3 Prozentpunkte des ohnehin geringen prognostizierten Gesamtwachstums bei. FĂŒr 2026 und 2027 erwarten die Allianz Trade Volkswirte eine Verlangsamung des globalen Handels mit Waren und Dienstleistungen auf +0,6 % bzw. +1,8 %. Dies verdeutlicht die verzögerten Auswirkungen des Handelskriegs und die Herausforderungen, denen sich die derzeitige Handelsinfrastruktur stellen muss.

In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich die weltweiten Handelsströme stÀrker in Richtung befreundeter oder geografisch naher LÀnder verlagert ("Friendshoring" und Regionalisierung). Das zeigt sich auch in den Zahlen: In mehreren Regionen hat der Handel innerhalb der eigenen Region im VerhÀltnis zur gesamten Weltwirtschaft deutlich zugenommen - besonders stark in den asiatischen EntwicklungslÀndern (+302 %), aber auch in Nordamerika (+38 %), Subsahara-Afrika (+88 %) und Lateinamerika (+16 %). Der Handel innerhalb Asiens ist dabei besonders stark gewachsen, um +337%. Aber auch der Handel asiatischer LÀnder (hautsÀchlich China) mit anderen Regionen hat zugenommen: die Exporte nach Lateinamerika stiegen um 412% und jene nach Subsahara-Afrika um 161%.

Klimawandel neben politischen Risiken grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr maritime Drehkreuze

Neben Geopolitik und Protektionismus spielt aber auch der Klimawandel im globalen Handel eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle.

"Das Risiko politischer oder klimatischer Schocks fĂŒr internationale Handels-Drehkreuze wĂ€chst", sagt Lluis Dalmau, Volkswirt bei Allianz Trade. "Der Suez- und der Panamakanal fĂŒhren die Liste der Hochrisiko-EngpĂ€sse an: KapazitĂ€ten und Alternativen sind begrenzt, politische Risiken in fast allen Meeresengen sehr hoch und die klimatischen Risiken steigen fast ĂŒberall - fĂŒr die HĂ€fen selbst aber aufgrund der niedrigen WasserstĂ€nden auch in der Binnenschifffahrt, allen voran am Jangtse in China als wichtigen Handelsstrom, aber beispielsweise auch an Donau und Rhein in Deutschland."

Niedrige WasserstĂ€nde könnten auch fĂŒr den Hamburger Hafen perspektivisch ein klimatisches Risiko darstellen - als Tidehafen ist er besonders stark von Wasserstand und Gezeiten abhĂ€ngig, zusĂ€tzlich zu möglichen Sturmfluten.

Asiatische Drehkreuze sind leistungsfĂ€hig und zuverlĂ€ssig, stehen aber unter wachsendem politischen Druck. EuropĂ€ische HĂ€fen punkten mit starker Infrastruktur, sind jedoch vor allem im SĂŒden zunehmend klimatischen Risiken ausgesetzt. Drehkreuze vom Nahen Osten bis SĂŒdafrika sichern Effizienz, bleiben aber politisch und ökologisch verwundbar. In Amerika ist die ZuverlĂ€ssigkeit hoch, doch die KapazitĂ€ten an Atlantik- und GolfkĂŒste werden knapper.

Nase vorn: Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam und Malaysia sind Handelsdrehkreuze der Zukunft

Inmitten all dieser bereits bestehenden VerÀnderungen zeichnen neue Handels- und Produktionszentren die Weltkarte neu. Das aktualisierte Allianz Trade Ranking der Handelszentren der nÀchsten Generation zeigt, dass sich die Volkswirtschaften in drei Ebenen - multimodal[2], logistisch[3] und intermediÀr[4] - neu positionieren, da Zölle, Sanktionen und VerÀnderungen in der Lieferkette die globalen Ströme neu gestalten.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (Platz 1) und Malaysia (Platz 3) fĂŒhren als konsolidierte multimodale Kraftzentren, gestĂŒtzt durch die gute Hafeninfrastruktur von HĂ€fen wie Jebel Ali und Port Klang, die Asien, den Nahen Osten und Europa verbinden. Vietnam springt auf Platz 2, getragen von steigenden Exporten und einem neuen Zollabkommen mit den USA, das seine Rolle im Zentrum der Umverteilung der Produktion in Asien festigt. Saudi-Arabien (Platz 4) verzeichnet mit einem Sprung um 11 PlĂ€tze den stĂ€rksten Anstieg, da niedrigere Zölle (~4 %) und wachsende Nicht-Öl-Exporte sein Handelspotenzial erweitern. Kasachstan (Platz 16) steigt als wichtiger Logistikknotenpunkt in die SpitzenrĂ€nge auf, wobei die Drehkreuze Khorgos und Nur Zholy immer mehr eurasische Fracht umschlagen. Weiter unten auf der Liste liegen Thailand (Platz 8), Indien (Platz 12) und SĂŒdafrika (Platz 23), die trotz Weltklasse-Terminals wie Laem Chabang und Tanger-Med in Sachen KonnektivitĂ€t hinterherhinken, wĂ€hrend Indonesien (Platz 11) und Bangladesch (Platz 15) mit InvestitionslĂŒcken von ĂŒber 1 Billion US-Dollar zu kĂ€mpfen haben.

Die vollstÀndige Studie finden Sie hier:

https://bit.ly/4qMbfwE

[1] Die geopolitische Distanz wird durch den idealen Punktabstand approximiert, der aus den Abstimmungsergebnissen in der UN-Generalversammlung abgeleitet wird. Dieser misst die außenpolitischen Unterschiede zwischen Staaten.

[2] Multimodale Hubs:

Große Verkehrsdrehkreuze, an denen verschiedene Transportwege, etwa Schiff, Bahn, Lkw und Flugzeug, zusammenlaufen. Sie verbinden weltweite Handelsrouten besonders effizient (z.B. Singapur oder Rotterdam).

[3] Logistische Hubs:

Zentren, die auf Lagerung, Umschlag und Verteilung von Waren spezialisiert sind. Sie optimieren die Lieferketten und sorgen dafĂŒr, dass GĂŒter schnell weitertransportiert werden (z. B. Dubai oder Hamburg).

[4] IntermediÀre Hubs:

Zwischenstationen oder aufstrebende Standorte, die Handel und Produktion zunehmend miteinander verknĂŒpfen. Sie liegen oft strategisch gĂŒnstig zwischen großen MĂ€rkten und gewinnen an Bedeutung (z. B. Vietnam oder Marokko).

Allianz Trade ist weltweiter MarktfĂŒhrer im KreditversicherungsgeschĂ€ft und anerkannter Spezialist fĂŒr BĂŒrgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfĂŒgt ĂŒber mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im LiquiditĂ€ts- und Forderungsmanagement zu unterstĂŒtzen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die Allianz Trade Gruppe tĂ€glich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen MĂ€rkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und gibt den weltweit ĂŒber 70.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre GeschĂ€fte und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in ĂŒber 40 LĂ€ndern vertreten und beschĂ€ftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter weltweit. 2024 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 3,8 Milliarden und versicherte weltweit GeschĂ€ftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

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Allianz Trade Antje Wolters Pressesprecherin Telefon: +49 (0)40 8834-1033 Mobil: +49 (0)160 899 2772 mailto:antje.wolters@allianz-trade.com

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