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Super Micro Computer Aktie: Anklage gegen Wally Liaw

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 13:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Super Micro Computer verzeichnet 123 Prozent Umsatzplus, kämpft aber mit Ermittlungen zu Exportverstößen und einer Kapitalerhöhung.

Super Micro: Starkes Umsatzwachstum trifft auf Justizprobleme
Super - Abstrakte Darstellung des Technologiesektors mit dunkler, nachdenklicher Stimmung, die Unsicherheit und rechtliche Prüfung symbolisiert. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die nackten Zahlen sind beeindruckend. Super Micro Computer hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 10,24 Milliarden Dollar erzielt. Das Plus zum Vorjahr: 123 Prozent. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit rund 40 Milliarden Dollar, für 2027 mit 46 Milliarden.

Doch der Aktienkurs gibt diese Dynamik nicht her. Das KGV liegt bei mageren 14,09. Branchenkollegen wie Dell oder Hewlett Packard Enterprise haben zuletzt besser abgeschnitten. Der Marktwert des Konzerns beträgt 17,59 Milliarden Dollar.

Hinzu kommt eine millionenschwere Kapitalmaßnahme. Das Management plant eine Eigenkapitalerhöhung über sieben Milliarden Dollar. Das Geld soll das Wachstum finanzieren. Für Anleger bedeutet das erst einmal eine gehörige Verwässerung.

Ermittlungen belasten das Sentiment

Die größere Sorge lauert woanders. Super Micro steht im Zentrum eines Ermittlungskomplexes um mutmaßliche Technologie-Schmuggel nach China. Zwei Mitarbeiter wurden in Taiwan festgenommen. Die Vorwürfe: unerlaubter Export von KI-Hardware.

Das Justizministerium hat Anklage gegen Mitgründer Wally Liaw erhoben. Es geht um die Umgehung von Exportkontrollen. Die Governance-Probleme verstärken die Nervosität, die ohnehin in der Luft liegt.

Ein Entwurf des US-Finanzministeriums hatte zuvor vor den Risiken eines möglichen KI-Blasen-Szenarios gewarnt. Das Papier sieht systemische Gefahren durch die massiven Investitionen in Rechenzentren und Chipfabriken. Für Unternehmen mit hoher KI-Exposition könnte das brisant werden.

Ausblick mit vielen Unwägbarkeiten

Super Micro erwartet für das vierte Quartal einen Umsatz zwischen 11,0 und 12,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen bleibt ein zentraler Zulieferer in der High-Performance-Computing-Lieferkette.

Doch die Gemengelage ist kompliziert. Die Ermittlungen in Taiwan, die Exportkontroll-Problematik und die mögliche Drosselung der Hyperscaler-Investitionen — all das lastet auf der Aktie. Analysten taxieren den fairen Wert derzeit auf 26 bis 31 Dollar.

Solange die internen Kontrollen und die laufenden Verfahren nicht geklärt sind, bleibt das Papier ein Fall für Optimisten mit starken Nerven.

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