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Swiss Steel Aktie: EU-Parlament billigt Mexiko-Abkommen

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 07:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Handelsabkommen mit Mexiko und geplante ETS-Entlastungen stÀrken die europÀische Stahlindustrie deutlich.

EU-Parlament öffnet Mexiko-Markt und reformiert Emissionshandel
Abstrakte Darstellung der Stahlindustrie mit metallischen Texturen und einem Hauch von internationalem Handel. Illustration mit AI erstellt.

Das EU-Parlament hat am Mittwoch zwei Abkommen mit Mexiko verabschiedet. Mit deutlicher Mehrheit stimmte es fĂŒr das modernisierte Globalabkommen sowie ein Interimsabkommen.

Beide VertrĂ€ge zielen darauf ab, nahezu alle verbleibenden Zölle auf Waren zu beseitigen. FĂŒr europĂ€ische Exporteure könnte das eine massive Entlastung bedeuten. Die Ausfuhren in den mexikanischen Markt ließen sich der Analyse zufolge um bis zu 75 Prozent steigern. JĂ€hrliche Zollersparnisse von rund 100 Millionen Euro wĂ€ren möglich.

FĂŒr Spezialstahlproduzenten öffnet sich damit ein wichtiger Wachstumsmarkt. Das Abkommen schĂŒtzt zudem 568 geografische Angaben – von Lebensmitteln bis zu Industrieprodukten.

Die breite Zustimmung ist nur ein Zwischenschritt. Noch mĂŒssen die EU-Mitgliedstaaten und Mexiko ratifizieren. Dennoch: Das Signal aus Straßburg ist klar.

Entlastung im Emissionshandel

Parallel dazu arbeitet die EU-Kommission an einer Reform des Emissionshandelssystems (ETS). Der Vorschlag soll am 17. Juli 2026 kommen.

Einem Kommissionsbeamten zufolge geht es um eine deutliche Entlastung fĂŒr die Industrie. Geplant ist, dass Unternehmen lĂ€nger CO2 emittieren dĂŒrfen – bis in die 2040er Jahre hinein. Zudem sollen sie mehr kostenlose Zertifikate erhalten.

Die Reform sieht drei zentrale Änderungen vor:

LÀngere Emissionsfristen: Statt eines Endes 2039 könnten Unternehmen bis weit ins nÀchste Jahrzehnt emittieren.

Mehr Gratiszertifikate: Im Gegenzug fĂŒr Investitionen in die Dekarbonisierung. Auch die kostenlose Zuteilung fĂŒr Industrien unter dem CO2-Grenzausgleich (CBAM) – bisher bis 2034 befristet – könnte verlĂ€ngert werden.

Weniger Druck zur Reduktion: Der Lineare Reduktionsfaktor (LRF), der bestimmt, wie schnell Unternehmen ihre Emissionen jĂ€hrlich senken mĂŒssen, soll sinken. Aktuell liegt er bei 4,3 Prozent pro Jahr.

Der Vorschlag steht noch nicht endgĂŒltig. Nach der Veröffentlichung verhandeln Parlament und Mitgliedstaaten. Eine Einigung im ersten Quartal 2027 gilt als realistisch, die Umsetzung im Jahr 2028.

SchÀrfere Quoten, volle HÀfen

Bereits in Kraft getreten ist eine deutlich strengere Schutzmaßnahme fĂŒr Stahlimporte. Seit dem 1. Juli gelten neue Regeln. Die zollfreien Importmengen wurden um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr gekĂŒrzt.

Wer die Quote ĂŒberschreitet, zahlt 50 Prozent Zoll. Bisher waren es 25 Prozent.

Betroffen sind auch Produzenten aus DrittlÀndern, darunter die zur Swiss Steel Group gehörende Steeltec AG aus der Schweiz.

Die Folgen zeigen sich sofort. Die lĂ€nderspezifischen Quoten wurden erst am 30. Juni veröffentlicht – einen Tag vor Inkrafttreten. Die Zollbehörden waren nicht vorbereitet.

Bereits in den ersten drei Tagen waren die Quoten fĂŒr Stahlprodukte aus der TĂŒrkei, China, SĂŒdkorea und Indien ĂŒberschritten. Große Mengen warten auf Abfertigung.

Die Kehrseite: Die Knappheit erhöht das Interesse an europÀischem Stahl. Den heimischen Preisen könnte das helfen.

Swiss Steel zwischen den Fronten

FĂŒr die Swiss Steel Holding AG ergibt sich ein widersprĂŒchliches Bild. Das Mexiko-Abkommen öffnet neue Exportchancen. Die Importquoten und die ETS-Unsicherheit fordern operative Anpassungen.

Das Unternehmen setzt auf sein europĂ€isches Produktionsnetzwerk, um die Auswirkungen fĂŒr Kunden abzufedern.

Eine wichtige Nebenbemerkung: Swiss Steel wurde im Juni 2025 von der SIX Swiss Exchange delisted. Der Handel lĂ€uft seither außerbörslich.

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