Musks KI-Firma nutzte beim Training Modelle von OpenAI
01.05.2026 - 07:12:27 | dpa.deKonkret ging es dabei um eine unter dem Begriff "Destillation" bekannte Technik, bei der Entwickler neuer Software mit KĂŒnstlicher Intelligenz sie von einem bereits existierenden Modell anlernen lassen. Vor allem kleinere KI-Firmen - etwa in China - greifen auf die Methode zurĂŒck, um Kosten und Zeit zu sparen.
Musk wurde als Zeuge im Prozess um seine Klage gegen den MitgrĂŒnder des ChatGPT-Erfinders OpenAI, Sam Altman, befragt. Dabei wollte ein Anwalt der Altman-Seite wissen, ob auch Musks KI-Firma xAI per "Destillation" Modelle von OpenAI zum Training verwendet habe. Der Tech-MilliardĂ€r, der unter Eid stand, versuchte zunĂ€chst, der Frage auszuweichen. Das sei etwas, was "generell alle KI-Firmen" machten, sagte er. Als der Anwalt nicht locker lieĂ, antwortete Musk: "Teilweise."
Streit um Rechtsform von OpenAI
In dem Prozess wirft Musk Altman sowie dem OpenAI-Top-Manager Greg Brockman vor, sie hĂ€tten "eine wohltĂ€tige Organisation gestohlen". Musk war ursprĂŒnglich unter den MitgrĂŒndern des KI-Entwicklers. OpenAI wurde mit dem Ziel gegrĂŒndet, an KĂŒnstlicher Intelligenz im Interesse der Menschheit zu forschen.
Musk behauptet, dass unter der Aufsicht von Altman und Brockman inzwischen der gesamte Wert von OpenAI stattdessen in einem auf Gewinn ausgerichteten Teil konzentriert sei. OpenAI kontert, dass die Kontrolle weiterhin beim Non-Profit-Kern liege.
Musk hatte den OpenAI-Verwaltungsrat 2018 verlassen und 2020 jegliche UnterstĂŒtzung eingestellt. Der Anwalt von OpenAI prĂ€sentierte bei der Befragung E-Mails und Textnachrichten, die den Eindruck erwecken, dass Musk 2017 versuchte, die Kontrolle ĂŒber einen gewinnorientierten Teil von OpenAI zu bekommen. Die Einstellung seiner vierteljĂ€hrlichen Zahlungen von fĂŒnf Millionen Dollar interpretierte der Anwalt als Versuch, OpenAI dafĂŒr unter Druck zu setzen. Musk entgegnete, ihm seien zu dem Zeitpunkt Zweifel an den Absichten von Altman und Brockman gekommen.
DĂŒnnhĂ€utiger Musk im Zeugenstand
Der Tech-MilliardĂ€r fordert in seiner Klage, dass Altman und Brockman ihre Posten bei OpenAI verlieren - sowie dass die Struktur des ChatGPT-Entwicklers geĂ€ndert wird. OpenAI hĂ€lt ihm vor, er wolle mit seiner Klage einen starken Konkurrenten fĂŒr xAI bremsen.
Musk reagierte bei der zweitĂ€gigen Befragung wiederholt dĂŒnnhĂ€utig auf Fragen des OpenAI-Anwalts, dem er vorwarf, ihn austricksen zu wollen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers ermahnte ihn an einem Punkt, dass er kein Anwalt sei. Musk hatte dem OpenAI-Anwalt vorgehalten, er stelle ihm Suggestivfragen. Sein eigener Anwalt war bei der Befragung mehrfach gestoppt worden, weil er Musk mit Suggestivfragen zu bestimmten Antworten leiten wollte.
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