Telecom, Italia

Telecom Italia Aktie: Gericht hebt INWIT-Hindernis auf

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der TIM-Verwaltungsrat empfiehlt das Poste-Angebot. Gerichtliche Hürden sind ausgeräumt, die Annahmefrist läuft.

Telecom Italia: Board unterstützt Poste-Übernahmeangebot
Ein Netzwerk aus leuchtenden Glasfaserkabeln, die sich in einen verschwommenen Horizont erstrecken, symbolisiert Konnektivität und Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Verwaltungsrat von Telecom Italia (TIM) hat sich einstimmig hinter das Angebot von Poste Italiane gestellt. Damit rückt die Rückkehr unter staatliche Kontrolle in greifbare Nähe. Die Phase der Annahme hat offiziell begonnen.

Für die Aktionäre liegt ein konkretes Paket auf dem Tisch. Poste Italiane bietet 1,67 Euro in bar sowie 0,218 eigene Aktien für jedes TIM-Papier. Durch die Kursgewinne der Post-Aktie stieg der Wert des Gebots inzwischen auf über 13 Milliarden Euro. Finanzberater von Goldman Sachs und Evercore bewerten diese Konditionen als fair.

Gericht macht den Weg frei

Parallel zum Board-Votum klärte sich die juristische Lage. Das Gericht in Mailand wies einen Eilantrag des Funkmastbetreibers INWIT ab. Dabei ging es um den Ausstieg von Telecom Italia aus einem Dienstleistungsvertrag. Das Urteil beseitigt ein massives Hindernis für den Käufer Poste Italiane.

Poste Italiane hält bereits ein Fünftel der Anteile an Telecom Italia. Das Ziel: Die Konnektivität von TIM mit dem Netz von über 12.000 Postfilialen zu verschmelzen. Italien baut so eine staatlich gestützte Infrastruktur für Cloud-Dienste und digitale Identitäten auf.

Strategischer Umbau zeigt Wirkung

Dieser Wandel folgt auf den milliardenschweren Verkauf des Festnetzes an KKR im Jahr 2024. Damit drückte der Konzern seine Schuldenlast erheblich. Die Märkte reagieren: Der Relative-Stärke-Index (RSI) kletterte auf 71,2 Punkte. Dies deutet auf einen kurzfristig überkauften Zustand der Aktie hin.

Ende Juli kommen die nächsten Fakten auf den Tisch. Der Verwaltungsrat berät dann über die Halbjahresergebnisse und den Strategieplan bis 2028. Im gleichen Schritt läuft der Verkauf der Seekabel-Sparte Sparkle an ein staatliches Konsortium weiter.

Das 700-Millionen-Euro-Geschäft soll bis Mitte Oktober 2026 abgeschlossen sein. Die Einnahmen daraus stützen die geplanten Aktienrückkäufe und das Schuldenmanagement. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der Post endet im September 2026.

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