Telekom, Patientenakte

Telekom startet souveräne Patientenakte aus deutscher Cloud

20.04.2026 - 19:41:19 | boerse-global.de

Die Deutsche Telekom stellt eine komplett in Deutschland gehostete elektronische Patientenakte vor, die auf strukturierte Daten setzt und mit über 100 Millionen Dokumenten einen Meilenstein erreicht.

Telekom startet souveräne Patientenakte aus deutscher Cloud - Foto: über boerse-global.de

Die komplett in Deutschland gehostete Lösung soll technische Schwächen bisheriger Systeme beheben und als Ende-zu-Ende-Angebot aus einer Hand kommen. Die Vorstellung fällt mit einem Meilenstein zusammen: Erstmals liegen über 100 Millionen medizinische Dokumente in den digitalen Akten der Versicherten.

Pünktlich zum einjährigen Jubiläum des bundesweiten ePA-Starts positioniert sich der Konzern damit als umfassender Anbieter im Markt für Gesundheitsdaten. Rund 73 Millionen Versicherte haben inzwischen eine elektronische Akte. Doch viele Ärzte klagten über mangelhafte Nutzbarkeit.

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Ende-zu-Ende-Lösung gegen den „PDF-Friedhof“

Ein Kernproblem bisheriger Akten: Oft fungieren sie nur als digitale Ablage für PDF-Dokumente. Das erschwert die gezielte Suche im Praxisalltag erheblich. Die Telekom-Lösung setzt nun voll auf strukturierte Daten und intuitive Bedienbarkeit.

„Eine Patientenakte bietet nur dann echten Mehrwert, wenn sie sicher, einfach und für alle hilfreich ist“, sagt Gottfried Ludewig, Leiter Public und Health bei der Telekom. Die neue Akte läuft ausschließlich in deutschen Rechenzentren der hauseigenen Open Sovereign Cloud. Sämtliche Daten – inklusive Metadaten – verlassen nicht das Land.

Vernetzung als Schlüssel zum Ökosystem

Die Akte ist kein isoliertes Produkt. Sie vernetzt sich nahtlos mit anderen digitalen Diensten wie dem TI-Messenger und der GesundheitsID. Für diese digitale Identität hat T-Systems im vergangenen Jahr einen Großauftrag der AOK für 27 Millionen Versicherte erhalten.

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Die Integration soll Medienbrüche vermeiden und den Betriebsaufwand für Krankenkassen senken. Die Nachfrage steigt spürbar: Aktuell sind 5,1 Millionen Versicherte für die aktive ePA-Nutzung registriert. Wöchentlich gibt es über 21 Millionen Abrufe von Medikationslisten.

Besonders Krankenhäuser laden immer mehr Dokumente hoch. Waren es Anfang Oktober 2025 noch rund 2.000 pro Woche, sind es heute über 90.000. In den Monaten Februar und März 2026 wurden knapp 25 Millionen Dokumente in die Akten eingespielt.

Volltextsuche und smarter Medikationsplan

Ab Sommer 2026 will die Telekom die Nutzbarkeit weiter verbessern. Eine geplante Volltextsuche soll Ärzten helfen, in umfangreichen Patientenhistorien schnell fündig zu werden. Auch der elektronische Medikationsplan (eMP) wird ausgebaut.

Ab Herbst können Ärzte und Apotheker den Plan manuell ergänzen – auch für rezeptfreie Medikamente. Das erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit. Versicherte erhalten zudem Push-Benachrichtigungen über neue Einträge in ihrer Akte.

Vom Datenspeicher zum digitalen Assistenten

Mit der neuen Akte vollzieht die Telekom einen strategischen Wandel: vom Infrastrukturanbieter zum Software-Dienstleister im Gesundheitswesen. Ziel ist es, die fragmentierte IT-Landschaft zu überwinden.

„Das Denken in Silos muss enden“, forderte Ludewig bereits im Vorfeld. Erst die Vernetzung aller Akteure schaffe echten Mehrwert. Durch die Übernahme des Krankenhausspezialisten Synedra im Herbst 2025 kann der Konzern nun auch komplexe Daten wie Röntgenbilder einbinden.

Die offizielle Präsentation für das Fachpublikum folgt ab morgen auf der DMEA in Berlin. Dort will die Telekom zeigen, wie ihre Lösung auch europäische Initiativen wie die EUDI-Wallet einbindet. Bis Ende 2026 soll die digitale Gesundheitsidentität mit dieser europäischen Wallet harmonisiert werden.

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