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Tesla Aktie: 4-Milliarden-Runde für Boring

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 20:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Elon Musk verhandelt über eine 4-Milliarden-Finanzierung für The Boring Company, während Tesla-Aktie und sein Vermögen massiv einbrechen.

Tesla-Aktie unter Druck: Musk sucht Milliarden für Tunnelprojekt
Futuristisches unterirdisches Tunnelbauprojekt in einer professionellen, atmosphärischen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während die Tesla-Aktie von einem Tief zum nächsten rutscht, verhandelt Elon Musk parallel über eine gewaltige Kapitalspritze für ein anderes Projekt. Das Timing wirft Fragen auf. Sein Tunnelbau-Unternehmen The Boring Company will rund vier Milliarden Dollar einsammeln — bei einer Bewertung von fast 20 Milliarden Dollar.

Tesla-Aktionäre schauen dabei einem Widerspruch zu: Private Kapitalgeber pumpen Milliarden in Musks Nebenprojekte. Der öffentliche Aktienkurs seines Kernunternehmens bricht derweil ein.

Tunnelbauer strebt Bewertungssprung an

Laut einem Bericht des Wall Street Journal führt The Boring Company Gespräche über eine neue Finanzierungsrunde. Das Volumen: etwa vier Milliarden Dollar. Die angepeilte Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar liegt mehr als dreimal so hoch wie noch 2022, als das Unternehmen zuletzt frisches Kapital eingesammelt hatte — damals mit etwa 5,7 Milliarden Dollar bewertet.

Das Unternehmen baut Tunnelbohrmaschinen und unterirdische Transportsysteme. Bekanntestes Projekt ist der Vegas Loop, der Passagiere in Tesla-Fahrzeugen unter dem Las Vegas Convention Center befördert. Ausgereift ist davon bislang wenig: Geplante Systeme in Baltimore, Chicago und Los Angeles kamen nie über die Konzeptphase hinaus. Aktuell finanziert Boring privat einen neuen Loop in Nashville und hat ein unterirdisches Netz in Dubai angekündigt.

Die Finanzierungsrunde ist noch nicht abgeschlossen. Umfang und Konditionen können sich noch ändern.

Musks Vermögen bricht binnen eines Monats ein

Die Gespräche über frisches Kapital fallen in eine ungewöhnlich schwierige Phase für Musks Firmenimperium. Sein Vermögen fiel laut Berechnungen von Benzinga innerhalb eines Monats von rund 1,32 Billionen Dollar auf etwa 832 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang von knapp 37 Prozent — umgerechnet rund 500 Milliarden Dollar.

Haupttreiber war SpaceX. Die Aktien des Raumfahrtunternehmens fielen im relevanten Zeitraum um 41 bis 45 Prozent, ein gescheiterter Starship-Start beschleunigte den Absturz zusätzlich. Damit büßte SpaceX über eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung ein.

Tesla trug seinen Teil zum Vermögensverlust bei. Am 22. Juli meldete der Konzern für das zweite Quartal einen Umsatz von 28,24 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei nur 0,33 Dollar — 38,51 Prozent unter der Konsensschätzung der Analysten. Der freie Cashflow rutschte auf minus 1,09 Milliarden Dollar, weil sich die Investitionsausgaben mehr als verdoppelten.

Tesla-Finanzchef Vaibhav Taneja verteidigte den Kurs gegenüber Analysten. Die Investitionen hätten sich sequenziell mehr als verdoppelt, so Taneja, und sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter steigen. Der Konzern will dieses Jahr über 25 Milliarden Dollar investieren und hat sich Kreditlinien über bis zu 30 Milliarden Dollar gesichert. Musk selbst bezeichnete die Ausgaben als eine der schnellsten industriellen Expansionen in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg.

Leerverkäufer kassieren Milliarden

Der Kurseinbruch nach den Quartalszahlen hat sich für Tesla-Shortseller ausgezahlt. An dem Donnerstag, an dem die Aktie zeitweise bis zu 15 Prozent verlor — der schlimmste Intraday-Einbruch seit über einem Jahr —, standen ihnen rechnerisch rund 4,12 Milliarden Dollar Buchgewinn an einem einzigen Tag gegenüber. Aufs Jahr gerechnet summierten sich die Papiergewinne der Shortseller auf gut 8,92 Milliarden Dollar.

Tesla bleibt damit der am stärksten leerverkaufte Wert unter den "Magnificent Seven". Etwa 3 Prozent aller Aktien sind aktuell short positioniert.

Auffällige Stille um den Milliarden-Deal

Unter normalen Umständen wäre eine Finanzierungsrunde über vier Milliarden Dollar für ein Musk-Unternehmen eine eigene Schlagzeile wert. Angesichts der Verluste bei Tesla und SpaceX geht die Nachricht fast unter. Diese Zurückhaltung passt ins Bild: The Boring Company kommuniziert traditionell wenig über Umsätze und Auslastung. Schätzungen zur Mitarbeiterzahl liegen bei etwa 690 bis 710, die Umsatzschätzungen schwanken je nach Quelle zwischen 25 und 500 Millionen Dollar.

Die Tesla-Aktie notiert aktuell bei 271,45 Euro, nur gut 3,6 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 1. August 2025. Zum Dezember-Hoch von 424,10 Euro klafft eine Lücke von rund 36 Prozent. Der RSI von 27 signalisiert eine überverkaufte Aktie — ein Hinweis darauf, wie stark der Abverkauf der vergangenen Wochen bereits eingepreist ist.

Für Tesla-Aktionäre bleibt damit ein Muster bestehen: Private Kapitalgeber bewerten Musks Nebenprojekte mit satten Aufschlägen, während die börsennotierte Kernaktie unter Druck steht. Ob sich die kapitalintensiven Wetten aus Musks Firmenimperium — von Robotaxis bis zu Tunnelsystemen — jemals in Rendite für Tesla-Aktionäre übersetzen, bleibt offen.

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