The Document Foundation bekräftigt Grundwerte des Open Document Format
24.01.2026 - 20:01:12
Die Open-Source-Organisation stellt die Prinzipien von Offenheit, Freiheit und Kontrolle in den Mittelpunkt – als Gegenentwurf zu geschlossenen Ökosystemen und als Grundlage digitaler Souveränität.
Berlin – In einer digitalen Welt, die zunehmend von geschlossenen Ökosystemen und Abo-Software dominiert wird, setzt The Document Foundation ein deutliches Zeichen. Die Stiftung hinter LibreOffice bekräftigt zum Jahresbeginn 2026 mit Nachdruck die Grundphilosophie des Open Document Format (ODF). Offene Standards seien kein technisches Nischenthema, sondern die entscheidende Grundlage für langfristigen Datenzugriff, Nutzerkontrolle und digitale Unabhängigkeit. Diese Positionierung gewinnt an Brisanz, während sich Technologien wie Künstliche Intelligenz und Cloud Computing weiter durchsetzen.
Die drei Säulen: Mehr als nur ein Dateiformat
Im Zentrum der Initiative stehen drei Grundpfeiler, die ODF von proprietären Formaten unterscheiden: Offenheit, Freiheit und Kontrolle. Die Stiftung betont, dass es sich dabei um eine philosophische Haltung zu digitalen Rechten handelt.
Offenheit bedeutet, dass die Spezifikationen von ODF öffentlich einsehbar und in einem transparenten Prozess entwickelt werden. Im Gegensatz zu geheimen, unternehmenskontrollierten Formaten kann jeder Entwickler weltweit kompatible Software erstellen – ohne Lizenzgebühren oder rechtliche Hürden. Das fördert eine vielfältige Werkzeug-Landschaft.
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Freiheit ist das Recht der Nutzer, ihre Dokumente mit der Software ihrer Wahl zu öffnen und zu bearbeiten. Dieses Prinzip ist besonders für öffentliche Informationen von Bedeutung, die mit frei verfügbaren Tools lesbar sein müssen. Die Abhängigkeit von der Software eines einzelnen Anbieters schaffe unnötige Barrieren.
Die dritte Säule, Kontrolle, gewinnt in der aktuellen Debatte um digitale Souveränität besonderes Gewicht. Bei ODF bestimmt nicht ein Software-Hersteller die Entwicklung des Formats. Da der Standard in einem transparenten, öffentlichen Prozess verwaltet wird, kann kein einzelnes Unternehmen ihn einseitig verändern. Nutzer und Organisationen sind so nicht den Strategiewechseln eines Konzerns ausgeliefert. Technisch zeigt sich dies im Aufbau der ODF-Dateien: Es handelt sich im Kern um ZIP-Archive mit lesbarem XML-Inhalt, was Inspektion und Datenrettung erleichtert.
Warum ODF im Zeitalter von KI und Cloud an Bedeutung gewinnt
Die Betonung dieser Grundsätze kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die digitale Landschaft 2026 ist geprägt von mächtigen Cloud-Plattformen und KI-Tools, die zwar bequem sind, aber das Risiko des Vendor Lock-in erhöhen. Die Document Foundation positioniert offene Standards wie ODF als notwendiges Gegengewicht. Sie bieten gemeinsame Regeln, die Interoperabilität und Nutzerkontrolle über die eigenen Daten erhalten.
Denn Dokumente werden zunehmend zu Input für automatisierte Workflows und Trainingsdaten für KI-Systeme. Die Transparenz ihres Formats wird damit entscheidend. Die XML-basierte Struktur von ODF bietet hier praktische Vorteile für Entwickler. Für in der Cloud gespeicherte Dokumente stellt ein offenes Format sicher, dass die Daten zugänglich und portabel bleiben – unabhängig von der Zukunft des jeweiligen Dienstleisters. Dieser Fokus auf langfristige Zugänglichkeit unterscheidet ODF grundlegend von proprietären Formaten, die nach Belieben des Eigentümers geändert oder obsolet gemacht werden können.
Grundpfeiler für digitale Souveränität und Langzeit-Archivierung
Die ODF-Prinzipien sind besonders für den öffentlichen Sektor und Archive von zentraler Bedeutung, die Informationen über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte bewahren müssen. Nutzen Behörden proprietäre Formate, riskieren sie, dass Dokumente unlesbar werden, wenn der Software-Hersteller sein Geschäftsmodell ändert, ein Produkt einstellt oder das Format abwandelt. ODF minimiert dieses Risiko durch sein Design.
Dies deckt sich mit dem wachsenden politischen Ziel der digitalen Souveränität. Es beschreibt das Recht von Staaten und Organisationen, ihre digitale Zukunft selbst zu bestimmen. Durch die Adoption von ODF können Institutionen sicherstellen, nicht von einem einzelnen, oft ausländischen Technologieanbieter für den Zugang zu ihren eigenen kritischen Informationen abhängig zu sein. Die Möglichkeit, am Entwicklungsprozess des Standards teilzunehmen, befähigt sie weiter: Sie können die Zukunft des Formats aktiv mitgestalten, statt auferlegte Änderungen passiv hinzunehmen. Damit ist ODF eine strategische Wahl für jede Einrichtung, der die langfristige Bewahrung und Integrität ihrer digitalen Assets am Herzen liegt.
Ausblick: Überzeugungsarbeit bleibt nötig
Trotz der überzeugenden Philosophie sehen die Befürworter von ODF weiterhin Herausforderungen. Der langfristige Trend begünstigt zwar offene Standards, da die Kosten und Risiken von Daten-Abhängigkeiten wachsen. Doch die konsequente Implementierung in allen Software-Produkten und die Gewohnheit der Nutzer bleiben Hürden. Die Bequemlichkeit standardmäßig vorinstallierter proprietärer Formate führt oft dazu, dass die langfristigen Konsequenzen für die eigenen Daten nicht bedacht werden.
Anhaltende Advocacy- und Community-Arbeit gelten daher als essenziell. Das LibreOffice-Projekt wird auf großen Open-Source-Events wie dem FOSDEM 2026 präsent sein, um mit Entwicklern und Nutzern ins Gespräch zu kommen. Der letztendliche Erfolg von ODF hängt von der anhaltenden Unterstützung jener Institutionen, Entwickler und Nutzer ab, die an dem Prinzip festhalten: Der Urheber eines Dokuments sollte sein Eigentümer sein – und nicht die Software, mit der es erstellt wurde. In einer immer komplexeren digitalen Welt bleibt diese Grundidee relevanter denn je.
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