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The Trade Desk Aktie: Führungsvakuum

27.01.2026 - 19:18:30

Der unerwartete Rücktritt des Finanzchefs nach nur sechs Monaten sorgt für interne Unsicherheit bei The Trade Desk und drückt die Aktie auf ein neues Jahrestief.

Ein plötzlicher Abgang an der Unternehmensspitze kurz vor den Zahlen sorgt meist für Nervosität – genau das erlebt The Trade Desk derzeit. Finanzchef Alexander Kayyal ist nach nicht einmal einem halben Jahr im Amt zurückgetreten, und die Aktie hat bereits spürbar reagiert. Entscheidend ist nun, ob das Unternehmen die Zweifel an der internen Stabilität mit starken Quartalszahlen dämpfen kann.

Unerwarteter CFO-Abgang

Am Montag, 26. Januar, teilte The Trade Desk mit, dass CFO Alexander Kayyal bereits zum 24. Januar 2026 zurückgetreten ist. Tahnil Davis, bisher Chief Accounting Officer, übernimmt interimistisch die Rolle des Finanzchefs.

Die Börse wertete den schnellen Wechsel im Finanzressort als Belastungssignal. Am Tag der Bekanntgabe rutschte die Aktie im Handel deutlich ab und markierte im Verlauf ein neues 52‑Wochen-Tief. Mit rund 33,80 US‑Dollar notiert der Titel aktuell mehr als 70 % unter dem Hoch von knapp 119 US‑Dollar vom Februar 2025 – ein deutlicher Vertrauensverlust über die vergangenen zwölf Monate.

Brisant ist vor allem das Timing: Der Abgang erfolgt nur wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal. Eine CFO-Amtszeit von weniger als sechs Monaten ist im Markt eher ungewöhnlich und wird von institutionellen Investoren häufig als Hinweis auf interne Spannungen oder strategische Differenzen gewertet.

Analysten senken Kursziele

Die Personalie trifft auf eine ohnehin eingetrübte Stimmung. Bereits in den Tagen vor der Meldung hatten mehrere Analysten ihre Einschätzungen angepasst und damit zusätzlichen Druck aufgebaut.

Im Fokus stehen dabei zwei Ebenen:

  • Interne Unsicherheit: Der abrupte Wechsel im Finanzressort verstärkt bestehende Sorgen über Stabilität und Planbarkeit.
  • Externe Belastungen: Der digitale Werbemarkt zeigt sich schwächer, während der Wettbewerb durch Schwergewichte wie Amazon und Google zunimmt.

Konkret hat Stifel Nicolaus das Kursziel für The Trade Desk von 90 auf 74 US‑Dollar reduziert, hält aber an einer Kaufempfehlung fest. Bank of America Securities senkte sein Ziel auf 40 US‑Dollar. Zusätzlich nahm Citizens eine Herabstufung der Aktie vor und verwies darauf, dass Wettbewerber offenbar größere Teile der Werbebudgets auf sich ziehen.

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Diese Schritte signalisieren: Die Fantasie für starkes Wachstum ist vorerst gedämpft, und der Markt preist höhere Risiken im operativen Umfeld ein.

Guidance bleibt bestehen

Trotz des Führungswechsels versucht The Trade Desk, Stabilität zu vermitteln. Im Zuge der CFO-Mitteilung bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das vierte Quartal 2025.

Geplant sind:

  • Umsatz: mindestens 840 Millionen US‑Dollar
  • Adjusted EBITDA: rund 375 Millionen US‑Dollar

Mit der bekräftigten Guidance stellt sich das Management gegen den Eindruck einer akuten Krise. Sie deutet darauf hin, dass der operative Verlauf im vierten Quartal bislang im Rahmen der Erwartungen liegt, auch wenn das Umfeld im digitalen Werbemarkt anspruchsvoller geworden ist.

Nächster Prüfstein: Quartalszahlen im Februar

Die nächsten Wochen dürften entscheidend dafür werden, ob sich die Stimmung rund um die Aktie stabilisiert. Am 25. Februar 2026 will The Trade Desk seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen und damit auch einen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Dann wird sich zeigen, ob das bekräftigte Zahlenziel trägt – und ob die Märkte dem neuen Finanz-Setup zumindest vorübergehend Vertrauen schenken.

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