Thessaloniki Port, GRS228003002

Thssaloniki Port Authority-Aktie (GRS228003002): Hafen-Dividendenwert mit strategischer Balkan-Drehscheibenrolle

15.05.2026 - 08:41:10 | ad-hoc-news.de

Die Thssaloniki Port Authority steht als zentraler Hafen fĂŒr SĂŒdosteuropa im Fokus. Was den Dividendenwert fĂŒr Anleger interessant macht, welche Rolle aktuelle Investitionen und die geopolitische Lage spielen und wie sich das GeschĂ€ftsmodell zusammensetzt.

Thessaloniki Port, GRS228003002
Thessaloniki Port, GRS228003002

Die Thssaloniki Port Authority steht als Betreiberin des wichtigsten Seehafens in Nordgriechenland im Zentrum zahlreicher Handels- und Logistikströme zwischen Europa und den Balkanstaaten. FĂŒr Anleger ist die Aktie vor allem als Dividendenwert interessant, zugleich rĂŒckt die strategische Lage an einem möglichen neuen Korridor zwischen Indien, dem Nahen Osten und Europa stĂ€rker ins Blickfeld. Parallel dazu laufen Investitionsprogramme, mit denen der Hafen seine KapazitĂ€ten und die WettbewerbsfĂ€higkeit im Container- und MassengutgeschĂ€ft ausbauen will.

Ein aktueller Nachrichtenimpuls kommt aus der Branchenberichterstattung: Der Hafen Thessaloniki positioniert sich im Rahmen der Diskussion um den India-Middle East-Europe Economic Corridor (IMEC) verstĂ€rkt als potenzielles Gateway fĂŒr Frachtströme Richtung SĂŒdosteuropa, wie ein Fachartikel zu den Auftritten des Hafens auf dem Branchenevent Maritime Med III im FrĂŒhjahr 2026 berichtet, laut PortSEurope Stand 30.04.2026. FĂŒr einen regionalen Hafenbetreiber kann die Einbindung in solche KorridorĂŒberlegungen mittelfristig zusĂ€tzlichen Verkehr und damit höhere UmsĂ€tze bedeuten.

Stand: 15.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Thessaloniki Port
  • Sektor/Branche: Infrastruktur, HĂ€fen und Logistik
  • Sitz/Land: Thessaloniki, Griechenland
  • KernmĂ€rkte: Griechenland, Balkan, SĂŒdosteuropa
  • Wichtige Umsatztreiber: Containerumschlag, Massengut, RoRo-Verkehre, Lagerlogistik, HafengebĂŒhren
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Athen (Ticker THPA)
  • HandelswĂ€hrung: Euro

Thssaloniki Port Authority: KerngeschÀftsmodell

Die Thssaloniki Port Authority betreibt den Seehafen Thessaloniki im Norden Griechenlands, der als zentrale Schnittstelle zwischen dem Mittelmeer und den Balkanstaaten fungiert. Zum KerngeschĂ€ft gehören klassische Hafenleistungen wie das Be- und Entladen von Containerschiffen, Massengutfrachtern und Roll-on/Roll-off-Schiffen. DarĂŒber hinaus betreibt das Unternehmen LagerflĂ€chen, Terminals sowie zugehörige Infrastruktur wie Kaianlagen, KrĂ€ne und GleisanschlĂŒsse. Der Hafen gilt als wichtiges Tor fĂŒr den Handel von und nach Nordmazedonien, Bulgarien, Serbien und weiteren LĂ€ndern SĂŒdosteuropas, wie die Branchenvereinigung der griechischen HĂ€fen erlĂ€utert, laut Association of Greek Ports Stand 10.04.2026.

Die Einnahmen der Thssaloniki Port Authority stammen ĂŒberwiegend aus HafengebĂŒhren, Terminalentgelten und Entgelten fĂŒr Lager- und Mehrwertservices. Reedereien zahlen fĂŒr LiegeplĂ€tze, Nutzung der UmschlaggerĂ€te, Terminalhandling und Lagerung. Spediteure und Logistikunternehmen buchen darĂŒber hinaus ergĂ€nzende Dienstleistungen wie Zollabfertigung, Konsolidierung und Zwischenlagerung. Das GeschĂ€ftsmodell kombiniert damit relativ planbare, wiederkehrende ErtrĂ€ge aus langfristigen HafennutzungsvertrĂ€gen mit volumenabhĂ€ngigen Komponenten, die unmittelbar von der Entwicklung des Handelsvolumens und der regionalen Konjunktur beeinflusst werden.

Das Unternehmen ist zudem in die Bereitstellung von Infrastruktur fĂŒr Kreuzfahrt- und FĂ€hrverkehre eingebunden. Diese Segmente generieren zusĂ€tzliche GebĂŒhren und bringen zugleich indirekte Wertschöpfung fĂŒr die Region, was die Bedeutung des Hafens als wirtschaftlichen Knotenpunkt Thessalonikis unterstreicht. FĂŒr die Thssaloniki Port Authority ergibt sich daraus die Chance, zusĂ€tzliche ErtrĂ€ge aus Passagierdiensten, Parkplatzmanagement und servicespezifischen Entgelten zu erwirtschaften. Zwar sind Passagierströme stĂ€rker saisonabhĂ€ngig, können aber das Profil des Hafens ergĂ€nzen und die Sichtbarkeit bei internationalen Reedereien erhöhen.

Als börsennotierter Hafenbetreiber verfolgt die Thssaloniki Port Authority typischerweise eine dividendenorientierte AusschĂŒttungspolitik, bei der ein erheblicher Teil der erwirtschafteten Gewinne an die AktionĂ€re zurĂŒckfließt, wĂ€hrend zugleich Mittel fĂŒr Instandhaltung und Ausbau der Hafeninfrastruktur vorgehalten werden. Die genaue Ausgestaltung der Dividendenpolitik wird durch den Vorstand und die Hauptversammlung beschlossen und hĂ€ngt neben dem operativen Ergebnis auch von InvestitionsplĂ€nen und regulatorischen Rahmenbedingungen im Hafen- und Logistiksektor Griechenlands ab.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Thssaloniki Port Authority

Ein wesentlicher Umsatztreiber der Thssaloniki Port Authority ist der Containerumschlag. Containerterminals sind kapitalintensiv, können aber bei steigenden Volumina hohe operative Margen liefern, da zusĂ€tzliche Container bei vorhandener Infrastruktur vergleichsweise kosteneffizient abgefertigt werden. Über den Hafen Thessaloniki wird ein Teil des intermodalen Verkehrs abgewickelt, bei dem Container von See auf Schiene oder Straße verladen werden. Hier spielen die Anbindungen an das griechische Schienennetz und Autobahnsystem eine wichtige Rolle. Wachsende Handelströme mit SĂŒdosteuropa und den BinnenlĂ€ndern des Balkans können den Containerumschlag ankurbeln und somit die Erlöse aus Terminal- und UmschlaggebĂŒhren erhöhen.

Daneben ist der Massengutbereich ein zweites Standbein. Dazu zĂ€hlen unter anderem agrarische Produkte, Rohstoffe und Industrievorprodukte, die in loser Form ĂŒber den Hafen laufen. Die Erlöse aus diesem Segment hĂ€ngen stark von den jeweiligen Frachtströmen, der Nachfrage nach Importen und Exporten der regionalen Industrie sowie teils auch von saisonalen Faktoren ab. In Phasen hoher Nachfrage nach Rohstoffen kann der Massengutumschlag deutlich anziehen, wĂ€hrend strukturelle VerĂ€nderungen in einzelnen Branchen zu Verschiebungen fĂŒhren können, die sich direkt auf die Auslastung der Umschlagsanlagen auswirken.

RoRo-Verkehre und FĂ€hrdienste, ĂŒber die Fahrzeuge oder rollende Ladung befördert werden, liefern weitere BeitrĂ€ge zu den UmsĂ€tzen. Dieser Bereich profitiert von stabilen Handelsströmen im Automobilsektor, dem Austausch von Nutzfahrzeugen und dem regionalen Personenverkehr. FĂŒr den Hafen ist die Diversifizierung in verschiedene Frachtarten ein Puffer gegen Schwankungen in einzelnen Segmenten. ZusĂ€tzlich spielen Lager- und Logistikservices eine wachsende Rolle, insbesondere wenn der Hafen als Konsolidierungs- und Distributionszentrum fĂŒr Lieferketten nach SĂŒdosteuropa dient. Durch Miet- und Dienstleistungsentgelte fĂŒr Lagerhallen, KĂŒhlhĂ€user und Value-Added-Services lassen sich zusĂ€tzliche Erlösquellen erschließen.

Strategisch bedeutsam ist die Rolle des Hafens im Kontext neuer Handelsrouten. Im Zuge der Diskussion um den India-Middle East-Europe Economic Corridor wird Thessaloniki als möglicher Knotenpunkt fĂŒr GĂŒterströme vom östlichen Mittelmeer in Richtung Balkan und Mitteleuropa genannt, wie ein Bericht ĂŒber die Positionierung des Hafens bei Maritime Med III ausfĂŒhrt, laut PortSEurope Stand 30.04.2026. Sollte es gelingen, zusĂ€tzliche Reedereien und Dienste zu gewinnen, könnten die Umschlagsmengen und damit die ErtrĂ€ge der Thssaloniki Port Authority langfristig steigen, wenngleich die tatsĂ€chliche Umsetzung solcher Korridorkonzepte von vielen politischen und wirtschaftlichen Faktoren abhĂ€ngt.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die Thssaloniki Port Authority konkurriert mit anderen Mittelmeer- und SchwarzmeerhĂ€fen um Container- und Massengutverkehre Richtung SĂŒdosteuropa. Zu den Wettbewerbern zĂ€hlen unter anderem HĂ€fen in PirĂ€us, Kavala, Burgas, Varna, Constanta und Bar. PirĂ€us hat sich in den vergangenen Jahren unter Beteiligung internationaler Investoren zu einem wichtigen Hub fĂŒr Asien-Europa-Verkehre entwickelt, was den Wettbewerb um Reedereidienste intensiviert. Thessaloniki setzt dem gegenĂŒber auf seine NĂ€he zu den BalkanmĂ€rkten sowie auf multimodale Verbindungen ins Hinterland, um sich als regionales Gateway zu positionieren. Die Möglichkeit, GĂŒter mit vergleichsweise kurzer Transitzeit in LĂ€nder wie Nordmazedonien, Serbien oder Bulgarien zu bringen, ist ein Argument im Standortwettbewerb.

Die Hafen- und Logistikbranche steht zugleich unter dem Einfluss globaler Trends wie der VergrĂ¶ĂŸerung von Containerschiffen, der Digitalisierung von Lieferketten und dem zunehmenden Druck, Emissionen zu reduzieren. FĂŒr einen Hafenbetreiber wie die Thssaloniki Port Authority bedeutet dies, dass Investitionen in leistungsfĂ€higere Umschlagtechnik, IT-Systeme und Nachhaltigkeitsprojekte notwendig sind, um attraktiv fĂŒr Reedereien und Verlader zu bleiben. Dazu zĂ€hlen etwa der Ausbau von Landstromversorgung fĂŒr Schiffe, effizientere Hafenprozesse mithilfe digitaler Plattformen sowie Infrastruktur fĂŒr alternative Antriebe und emissionsĂ€rmere Logistiklösungen.

Die Wettbewerbsposition des Hafens wird auch von politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Griechenland hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Privatisierungs- und Konzessionsmodellen fĂŒr HĂ€fen umgesetzt, um Investitionen zu mobilisieren. Thessaloniki befindet sich in einem Konsortium aus internationalen und lokalen Investoren, das langfristig an der Steigerung der Effizienz und der Erweiterung der KapazitĂ€ten interessiert ist. Gleichzeitig schaffen EU-Regeln zur Liberalisierung des Hafensektors und zur Förderung des kombinierten Verkehrs Rahmenbedingungen, die sowohl Chancen als auch Compliance-Anforderungen mit sich bringen. Die Thssaloniki Port Authority muss dabei ihre Kostenstruktur, Tarifpolitik und ServicequalitĂ€t anpassen, um im regionalen Wettbewerb konkurrenzfĂ€hig zu bleiben.

FĂŒr deutsche und europĂ€ische Logistikunternehmen kann der Hafen eine alternative Route zu etablierten Korridoren darstellen. Lieferketten, die Ware aus dem östlichen Mittelmeer oder dem Schwarzmeerraum ĂŒber Thessaloniki in zentraleuropĂ€ische MĂ€rkte bringen, könnten insbesondere bei EngpĂ€ssen oder Störungen anderer Routen an AttraktivitĂ€t gewinnen. Dies kann die Verhandlungsposition des Hafens gegenĂŒber Reedereien stĂ€rken und langfristig höhere Durchsatzmengen ermöglichen, sofern Infrastruktur und Serviceleistungen entsprechend ausgebaut werden.

Warum Thssaloniki Port Authority fĂŒr deutsche Anleger relevant ist

FĂŒr deutsche Privatanleger ist die Thssaloniki Port Authority vor allem als spezialisierter Infrastrukturtitel interessant, der indirekt von Handels- und Wachstumsdynamik in SĂŒdosteuropa profitiert. Griechenland ist Mitglied der Eurozone, was fĂŒr Anleger aus Deutschland die WĂ€hrungsrisiken reduziert, da die Aktie auf Eurobasis an der Börse Athen gehandelt wird. Damit entfĂ€llt ein Wechselkursrisiko, das bei HĂ€fen in Nicht-Euro-LĂ€ndern hĂ€ufig einkalkuliert werden muss. Gleichzeitig bietet der Hafen Zugang zu einem Markt, der geografisch nah an der EU liegt und in dem erheblicher Nachholbedarf bei Infrastruktur und Logistik besteht.

Der Titel spielt in deutschen Standardindizes keine Rolle, kann aber ĂŒber viele internationale Broker und Banken gehandelt werden, die Zugang zur Börse Athen anbieten. FĂŒr Anleger, die ihr Depot um Infrastruktur und Logistik außerhalb des deutschsprachigen Raums ergĂ€nzen möchten, kann ein Blick auf die Thssaloniki Port Authority eine Möglichkeit sein, sich in einem spezifischen Nischenmarkt zu engagieren. Dabei steht nicht nur die Entwicklung der Umschlagsmengen im Hafen im Fokus, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der angrenzenden BalkanlĂ€nder, die als Hinterland des Hafens fungieren.

Ein zusĂ€tzlicher Aspekt fĂŒr deutsche Anleger ist der mögliche Einfluss von EU-Fördermitteln und Infrastrukturprogrammen auf Modernisierung und Ausbau griechischer HĂ€fen. Förderprojekte im Bereich TEN-T-Korridore, intermodale Verbindungen oder Digitalisierung der Logistik können dazu beitragen, die AttraktivitĂ€t von Standorten wie Thessaloniki zu erhöhen. Gleichzeitig ist zu beachten, dass politische VerĂ€nderungen, HaushaltszwĂ€nge oder geopolitische Spannungen solche Programme verzögern oder in andere PrioritĂ€ten umleiten können. Die Performance der Thssaloniki Port Authority hĂ€ngt somit zu einem Teil von politischen und regulatorischen Faktoren ab, die Anleger bei ihrer RisikoabwĂ€gung berĂŒcksichtigen sollten.

Welcher Anlegertyp könnte Thssaloniki Port Authority in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Anleger, die sich fĂŒr Infrastrukturwerte mit soliden Sachwerten und potenziell langfristig stabilen Cashflows interessieren, könnten die Thssaloniki Port Authority als Beimischung in ErwĂ€gung ziehen. Hafenbetreiber sind in vielen FĂ€llen durch langfristige Konzessionen und monopolartige Strukturen im Hinterland gekennzeichnet, was grundsĂ€tzlich eine gewisse Planungssicherheit begĂŒnstigen kann. Gleichzeitig ist der Titel im Vergleich zu großkapitalisierten europĂ€ischen Infrastrukturkonzernen eher illiquide, was ihn fĂŒr kurzfristig orientierte Trader weniger geeignet erscheinen lĂ€sst. FĂŒr Anleger mit lĂ€ngerem Horizont kann die regionale Ausrichtung des Hafens auf SĂŒdosteuropa allerdings eine interessante ErgĂ€nzung zu etablierten MĂ€rkten darstellen.

Vorsicht ist hingegen bei Investoren geboten, die ein sehr breites Research-Angebot, hohe Handelsvolumina und enge Spreads erwarten. Die Thssaloniki Port Authority ist ein kleinerer Marktwert an der Börse Athen, was zu teilweise grĂ¶ĂŸeren Kursschwankungen bei begrenzter LiquiditĂ€t fĂŒhren kann. Newsflow und Analystenberichterstattung sind im Vergleich zu großen europĂ€ischen Hafenbetreibern weniger dicht, sodass Informationsasymmetrien auftreten können. Zudem ist das GeschĂ€ft mit Fracht- und Logistikströmen zyklisch und kann bei globalen AbschwĂŒngen schnelle RĂŒckgĂ€nge in Umschlagmengen und ErtrĂ€gen erleben. Anleger, die diese VolatilitĂ€t nicht akzeptieren möchten, sollten das Risiko niedriger Kapitalisierung und regionaler Konzentration beachten.

Auch in Bezug auf ESG-Kriterien gibt es Aspekte, die je nach individueller PrĂ€ferenz relevant sind. Hafenbetriebe sind mit Emissionen, LĂ€rm und Eingriffen in KĂŒstenökosysteme verbunden, gleichzeitig sind sie zentrale Infrastrukturen fĂŒr Wirtschaft und Versorgung. Investoren, die strenge Nachhaltigkeitsfilter anwenden, werden sich mit den Initiativen des Unternehmens zur Reduzierung von Emissionen, zur Förderung sicherer Arbeitsbedingungen und zur Einbindung der lokalen Gemeinschaft auseinandersetzen wollen. Programme im Bereich Corporate Social Responsibility können hier ein wichtiger Indikator sein, welche PrioritĂ€t das Management nachhaltigen Themen beimisst.

Risiken und offene Fragen

Die Thssaloniki Port Authority ist in einem Umfeld tÀtig, das von geopolitischen Entwicklungen und Handelsströmen stark beeinflusst wird. Spannungen im östlichen Mittelmeer, VerÀnderungen im VerhÀltnis zwischen EU und Drittstaaten oder neue Sanktionen können die Routenwahl von Reedereien beeinflussen. Sollte etwa die AttraktivitÀt bestimmter Korridore sinken, könnten Umschlagsmengen unter Druck geraten. Auch die Frage, ob und in welchem Umfang der diskutierte India-Middle East-Europe Economic Corridor tatsÀchlich umgesetzt wird, ist offen. Verzögerungen oder ein politischer Kurswechsel könnten die mittelfristigen AusbauplÀne des Hafens tangieren.

Ein weiterer Risikoaspekt sind regulatorische Eingriffe. Anpassungen der HafengebĂŒhren, Änderungen in KonzessionsvertrĂ€gen oder verschĂ€rfte Umweltauflagen können die Kostenstruktur des Unternehmens verĂ€ndern. Investitionen in Emissionsreduktion, Landstrom, alternative Antriebe oder Digitalisierung erfordern betrĂ€chtliche Mittel, die entweder ĂŒber operative Cashflows, Fremdkapital oder zurĂŒckbehaltene Gewinne finanziert werden mĂŒssen. Steigt der Investitionsbedarf schneller als das operative Ergebnis, kann die AusschĂŒttungsfĂ€higkeit des Unternehmens und damit die Dividendenhöhe beeinflusst werden. FĂŒr Anleger stellt sich damit die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Wachstum und AusschĂŒttungspolitik.

Schließlich können auch lokale Faktoren Risiken bergen, etwa Arbeitskonflikte, Streiks oder Verzögerungen bei Infrastrukturprojekten im Hinterland. Der Ausbau von Bahnstrecken und Straßen ist fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Gateways wie Thessaloniki entscheidend. Verzögern sich solche Projekte, kann der Hafen seine Rolle als Drehscheibe im Balkanraum nur eingeschrĂ€nkt wahrnehmen. Zudem besteht im Wettbewerb mit anderen HĂ€fen die Gefahr, dass Reedereien ihre Dienste verlagern, wenn dort bessere Konditionen, tiefere Fahrrinnen oder effizientere Prozesse geboten werden. Wie erfolgreich die Thssaloniki Port Authority diesen Herausforderungen begegnet, hĂ€ngt maßgeblich von der strategischen Ausrichtung des Managements und der Kooperation mit staatlichen Stellen ab.

Wichtige Termine und Katalysatoren

FĂŒr Anleger, die die Thssaloniki Port Authority im Auge behalten möchten, sind vor allem Veröffentlichungstermine von Jahres- und Zwischenberichten sowie Hauptversammlungen von Bedeutung. An diesen Terminen werden ĂŒblicherweise Zahlen zur Entwicklung von Umschlagsmengen, UmsĂ€tzen und Ergebnissen veröffentlicht, zudem BeschlĂŒsse zur Gewinnverwendung und Dividende getroffen. Da das GeschĂ€ft stark volumengetrieben ist, liefern insbesondere Kennzahlen zu Container- und Massengutumschlag Hinweise auf die operative Entwicklung. VerĂ€nderungen bei den geplanten Investitionen in Hafeninfrastruktur, Terminalausbau oder Digitalisierung können weitere Katalysatoren sein, die die Erwartungshaltung des Marktes beeinflussen.

Auch branchenbezogene Konferenzen und Messen im Hafen- und Logistiksektor können Impulse geben. Wenn das Management der Thssaloniki Port Authority sich auf Fachveranstaltungen wie Maritime Med oder regionalen Logistikkonferenzen zu Strategie, InvestitionsplĂ€nen oder Kooperationen mit Reedereien Ă€ußert, können sich daraus Hinweise zu kĂŒnftigen Volumenentwicklungen und Marktpositionierung ergeben. DarĂŒber hinaus sind politische Entscheidungen auf griechischer und europĂ€ischer Ebene relevant, etwa Förderprogramme fĂŒr intermodale Korridore, Eisenbahninfrastruktur oder Dekarbonisierungsprojekte in HĂ€fen. Solche Maßnahmen können die langfristige AttraktivitĂ€t des Standorts Thessaloniki erhöhen und damit mittelbar die Perspektiven des Unternehmens beeinflussen.

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Fazit

Die Thssaloniki Port Authority verbindet die Rolle eines regional bedeutenden Hafenbetreibers mit der Perspektive, von wachsenden Handelsströmen in SĂŒdosteuropa und möglichen neuen Korridoren wie dem diskutierten India-Middle East-Europe Economic Corridor zu profitieren. Das GeschĂ€ftsmodell basiert auf Einnahmen aus Container-, Massengut- und RoRo-Umschlag sowie ergĂ€nzenden Logistikdienstleistungen und ist damit eng an die Entwicklung des Welthandels und der regionalen Wirtschaft gekoppelt. Chancen liegen in der weiteren Erschließung des Balkan-Hinterlands, in Infrastrukturinvestitionen und in der Digitalisierung von Hafenprozessen.

Dem stehen Risiken gegenĂŒber, die von geopolitischen Spannungen ĂŒber regulatorische Änderungen bis hin zu potenziell hohen Investitionsanforderungen fĂŒr Umwelt- und Effizienzprojekte reichen. Zudem ist die Aktie im Vergleich zu großen europĂ€ischen Infrastrukturtiteln weniger liquide und stĂ€rker von regionalen Faktoren abhĂ€ngig. FĂŒr Anleger, die diese Chancen und Risiken sorgfĂ€ltig abwĂ€gen und sich mit dem spezifischen Marktumfeld in Griechenland und SĂŒdosteuropa auseinandersetzen, kann der Titel eine spezialisierte ErgĂ€nzung in einem breit diversifizierten Depot sein. Ob die strategische Lage des Hafens und die laufenden Initiativen sich langfristig in einer entsprechenden operativen und kursseitigen Entwicklung widerspiegeln, bleibt eine Frage der weiteren Umsetzung und der globalen Handelsdynamik.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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