Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Amundi meldet 4,82 Prozent

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 19:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amundi hält 4,82 Prozent an Thyssenkrupp. Der Konzern profitiert von steigenden Kursen dank Spartenabspaltungen und dem TKMS-Börsengang.

Thyssenkrupp: Amundi meldet Stimmrechtsanteil bei Comeback-Aktie
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage mit Stahlstrukturen in der Morgendämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp meldete am heutigen Montag eine Stimmrechtsmitteilung nach § 40 Abs. 1 WpHG zur europaweiten Verbreitung. Darin gibt der französische Vermögensverwalter Amundi S.A. bekannt, per 21. Juli einen Stimmrechtsanteil von 4,82 Prozent an Thyssenkrupp zu halten, davon 4,60 Prozent über Aktien und 0,22 Prozent über Finanzinstrumente. Die Gesamtzahl der Stimmrechte beziffert das Unternehmen auf 622.531.741. Solche Meldungen sind Pflichtveröffentlichungen bei Über- oder Unterschreiten gesetzlicher Schwellenwerte und liefern Anlegern einen Einblick, welche institutionellen Adressen sich aktuell an dem Konzern engagieren.

Die Offenlegung fällt in eine Phase, in der die Aktie eine der auffälligsten Comeback-Geschichten am deutschen Kurszettel schreibt. Notierte das Papier im September 2024 noch unter 2 Euro, steht der Kurs inzwischen im zweistelligen Bereich – aktuell bei 12,23 Euro. Allein in den vergangenen 30 Tagen legte die Aktie um 18,22 Prozent zu, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 31,87 Prozent. Als Treiber der Erholung gelten die Abspaltungen einzelner Konzernsparten sowie der Börsengang von Tochtergesellschaften, mit denen Thyssenkrupp seine komplexe Konzernstruktur schrittweise entflicht.

Dreijahresbilanz zeigt Ausmaß der Erholung

Wie stark sich das Bild gewandelt hat, verdeutlicht eine Beispielrechnung: Wer vor drei Jahren bei einem Kurs von 5,41 Euro 10.000 Euro in die Aktie investiert hätte, käme bei einem Stand von 12,28 Euro auf einen Depotwert von 22.712,52 Euro – ein Plus von 127,13 Prozent, Dividenden und etwaige Kapitalmaßnahmen nicht eingerechnet. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei 7,64 Milliarden Euro. Für Anleger, die den Konzern noch aus seiner Krisenphase kennen, markiert das einen bemerkenswerten Stimmungswandel – getragen von der schrittweisen Neuaufstellung des Portfolios.

TKMS treibt das Geschäft mit U-Booten voran

Einen wesentlichen Teil dieser Neuaufstellung bildet die Marinesparte TKMS, die als eigenständig gelistete Tochter inzwischen ein eigenes Kapitel der Konzerngeschichte schreibt. TKMS-Chef Oliver Burkhard warb zuletzt öffentlich für eine stärkere Konsolidierung der europäischen Werftenlandschaft unter dem Projektnamen „Seabus“ und kündigte dafür eine strategische Partnerschaft mit dem spanischen Rüstungskonzern Navantia an. Teile künftiger U-Boote sollen demnach in Spanien gefertigt werden. Burkhard rechnet zudem mit einem Auftrag aus Indien über sechs plus drei U-Boote noch bis Ende des Jahres. Die TKMS-Aktie notierte am heutigen Handelstag bei 79,80 Euro und gab um 2,33 Prozent nach. Analysten verweisen dabei auf einen nach eigener Einschätzung außergewöhnlich langen Auftragsbestand, der die Sparte nach ihrer Darstellung bis in die 2040er-Jahre auslasten könnte.

Für die Kernaktie Thyssenkrupp bleibt damit ein zweigleisiges Bild: Auf der einen Seite untermauert die frische Amundi-Meldung das anhaltende Interesse großer institutioneller Investoren am Konzern. Auf der anderen Seite liefert die Ausgliederung von Sparten wie TKMS genau jenen strukturellen Fortschritt, den der Markt seit Monaten mit steigenden Kursen honoriert. Ob sich diese Dynamik fortsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die angekündigten Aufträge und Partnerschaften der einzelnen Sparten tatsächlich in Zahlen niederschlagen.

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