Thyssenkrupp Aktie: Juni-Entscheidung zu Materials Services
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 14:37 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Konzernumbau bei Thyssenkrupp nimmt Fahrt auf. Ausgerechnet die gröĂte geplante Abspaltung droht jedoch zu scheitern â am Widerstand der Arbeitnehmer. Der Aufsichtsrat berĂ€t im Juni ĂŒber die Zukunft der Werkstoffhandelssparte Materials Services. Die Arbeitnehmerseite lĂ€uft Sturm, denn die geplante Rechtsform könnte ihr die Mitbestimmung entziehen.
Streit um Mitbestimmung
Diskutiert wird eine Struktur als Kommanditgesellschaft auf Aktien. Diese Konstruktion sichert dem Mutterkonzern die operative Kontrolle, selbst wenn Thyssenkrupp nur noch eine Minderheitsbeteiligung hĂ€lt. Die IG Metall kritisiert das scharf. Mehrere Insider berichten, das Vorgehen der KonzernfĂŒhrung werde âzunehmend radikaler". Eine KGaA könnte der Arbeitnehmerseite die Mitbestimmung faktisch entziehen.
Materials Services als SchlĂŒssel
Das Gewicht der Entscheidung ist erheblich. Materials Services erwirtschaftete im GeschĂ€ftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro. Mehr als 15.000 Mitarbeiter arbeiten dort. Nach Umsatz wĂ€re es die gröĂte Abspaltung in der Konzerngeschichte. Drei mit der Angelegenheit vertraute Personen nennen mögliche Wege: Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Im zweiten Quartal steigerte die Sparte ihren bereinigten Gewinn auf 81 Millionen Euro â fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte um fĂŒnf Prozent zu.
Eine VerselbststĂ€ndigung wĂŒrde den sogenannten Konglomeratsabschlag verringern. Die einzelnen GeschĂ€ftsbereiche wĂŒrden dann besser bewertet.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
Stahl-Altlasten bremsen
Parallel zur Materials-Services-Debatte belastet ein weiteres Thema die Konzernstrategie. Die GesprĂ€che mit Jindal Steel International ĂŒber den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Thyssenkrupp Steel Europe sind ausgesetzt. Der Grund: unĂŒberbrĂŒckbare Differenzen bei den Pensionsverpflichtungen, Investitionszusagen und der kĂŒnftigen Absicherung der Energiekosten.
Solange diese Frage ungeklĂ€rt bleibt, dĂŒrfte jeder neue Interessent vor denselben HĂŒrden stehen.
Operativer RĂŒckenwind
Das operative Fundament zeigt sich derweil verbessert. Im zweiten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2025/2026 sprang das bereinigte EBIT auf 198 Millionen Euro â nach 19 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang legte um 32 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro zu. Die verfĂŒgbare LiquiditĂ€t belief sich Ende MĂ€rz auf 4,6 Milliarden Euro.
Die Marinetochter Thyssenkrupp Marine Systems meldete einen Rekordauftragsbestand von 20,6 Milliarden Euro. Ein langfristiger Ertragspuffer, der die Gesamtbewertung stĂŒtzt.
Die Aktie notiert bei 11,56 Euro â ein Minus von 1,15 Prozent am Mittwoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19,5 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt rund 13 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro.
Thyssenkrupp vor dem Wendepunkt? Diese Analyse zeigt, was Anleger jetzt wissen mĂŒssen.
Entscheidung im Juni
Der Aufsichtsrat soll ĂŒber die Zukunft von Materials Services entscheiden. Das Ergebnis dieser Sitzung dĂŒrfte den Kurs stĂ€rker bewegen als bisher. Das eigentliche Kurspotenzial hĂ€ngt davon ab, ob CEO LĂłpez im Juni eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern durchsetzen kann.
Laut Reuters-Berichten prĂŒft der Konzern eine auĂerordentliche Hauptversammlung im Sommer. Einladungen könnten bereits im Juni verschickt werden, der Termin selbst lĂ€ge Ende Juli oder Anfang August. Die nĂ€chsten Wochen werden zeigen, ob der Umbauplan hĂ€lt â oder ob der interne Konflikt ihn zum Stillstand bringt.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 3. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr Thyssenkrupp-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
