Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Kapitulation vor Billigimporten

27.03.2026 - 05:17:20 | boerse-global.de

Thyssenkrupp legt ein französisches Elektrostahlwerk für vier Monate still, um auf die massive Importflut aus Asien zu reagieren. Die Aktie verzeichnet deutliche Verluste.

Thyssenkrupp Aktie: Kapitulation vor Billigimporten - Foto: über boerse-global.de
Thyssenkrupp Aktie: Kapitulation vor Billigimporten - Foto: über boerse-global.de

Der Industriekonzern Thyssenkrupp zieht im Kampf gegen asiatische Billigimporte drastische Konsequenzen. Von Juni bis September 2026 ruht die Produktion von Elektrostahl am französischen Standort Isbergues komplett. Diese temporäre Stilllegung verdeutlicht die akute Krise im europäischen Stahlsegment und setzt die ohnehin angeschlagenen Papiere des Unternehmens weiter unter Druck.

Asiatische Konkurrenz erdrückt Margen

Hauptauslöser für den Produktionsstopp ist eine massive Ausweitung asiatischer Stahllieferungen in die Europäische Union. Laut Unternehmensangaben haben sich die Importmengen seit dem Jahr 2022 verdreifacht und beanspruchen mittlerweile über die Hälfte des gesamten EU-Marktvolumens. CEO Angelo Di Martino kritisierte die Situation scharf als ruinöse Importschwemme, da die Preise der ausländischen Konkurrenz teils deutlich unter den hiesigen Produktionskosten liegen.

Die Folge dieses Preisdumpings: Das Werk in Nordfrankreich, das bereits seit Januar nur noch mit halber Kapazität lief, wird für vier Monate komplett vom Netz genommen. Dabei wird kornorientiertes Elektroband für den Bau von Transformatoren und Windkraftanlagen dringend benötigt – der globale Bedarf soll sich bis 2050 sogar verdreifachen. Europäische Hersteller können dieses Potenzial unter den aktuellen Bedingungen allerdings kaum nutzen.

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Arbeitsplätze in Gefahr, Kurs auf Talfahrt

Von der temporären Schließung sind direkt 600 Beschäftigte betroffen. Insgesamt gelten an den Standorten Isbergues und Gelsenkirchen rund 1.200 Arbeitsplätze als gefährdet, da die Wettbewerbsfähigkeit bei kornorientiertem Elektroblech rapide schwindet.

Am Kapitalmarkt sorgte die Ankündigung für spürbare Ernüchterung. Nach den gestrigen Verlusten ging die Aktie am Donnerstag bei einem Schlusskurs von 7,95 Euro aus dem Handel. Die negative Marktreaktion reiht sich nahtlos in einen übergeordneten Abwärtstrend ein: Auf Sicht von 30 Tagen verbucht der Titel ein Minus von beachtlichen 26,10 Prozent. Damit nähert sich der Kurs gefährlich nah dem 52-Wochen-Tief, das bei 7,72 Euro liegt.

Fokus auf EU-Handelsschutzmaßnahmen

Ein zentraler Rettungsplan für das Segment sieht nun die Verdopplung der bestehenden Stahlzölle vor. Thyssenkrupp befindet sich hierzu in intensiven Gesprächen mit der EU-Kommission. Über diese entscheidende Maßnahme stimmt das EU-Parlament bis Ende Juni 2026 ab. Sollten diese handelspolitischen Schutzinstrumente nicht rechtzeitig greifen, droht den Elektrostahl-Standorten in Deutschland und Frankreich trotz der eigentlich positiven Nachfragetrends durch die Energiewende ein dauerhafter Strukturbruch.

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