Thyssenkrupp Aktie: tk accelis-Abstimmung am 7. August
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Thyssenkrupp legt am Freitag deutlich zu. Die Aktie steigt um 2,81 Prozent auf 12,25 Euro. Der Auslöser: Die Deutsche Bank hat gleich zwei Studien zum Konzern veröffentlicht — und beide fallen positiv aus.
Deutsche Bank erhöht Kursziel
Analyst Bastian Synagowitz hebt das Kursziel für Thyssenkrupp von 14,50 Euro auf 16,00 Euro an. Das Rating bleibt bei „Buy". Als Hauptgrund nennt er den fortschreitenden Konzernumbau.
Im Fokus steht dabei die Tochter tk accelis, früher Materials Services. Die Bank vergleicht die geplante Abspaltung mit einer Sonderdividende für Aktionäre. Allein aus diesem Deal leitet Synagowitz ein zusätzliches Potenzial von rund zwei Euro je Aktie ab.
Parallel dazu hat Analyst Sriram Krishnan die Marinesparte TKMS bewertet. Er bestätigt „Buy" mit einem Kursziel von 110 Euro. Die Projekte im Schiffbau laufen nach seiner Einschätzung stabil — ein Faktor, der auch die Bewertung des Gesamtkonzerns stützt.
Hauptversammlung entscheidet über Spin-off
Der Umbau unter der Strategie „ACES 2030" erreicht bald einen wichtigen Punkt. Thyssenkrupp hat für den 7. August 2026 eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Die Aktionäre stimmen dort über die Abspaltung von tk accelis ab.
Das Management will den Materialhändler noch in diesem Kalenderjahr an die Börse bringen. Bei einem kürzlichen Capital Markets Day nannte tk accelis eigene Ziele: eine EBITDA-Marge von 4 bis 5 Prozent im Mittelfristszenario. Erreichen will das Unternehmen dies auch durch gezielte Zukäufe in Nordamerika.
Rhein-Niedrigwasser bremst die Stahlsparte
Nicht alles läuft rund. Die Stahlsparte Thyssenkrupp Steel Europe kämpft aktuell mit einem Problem außerhalb des eigenen Einflussbereichs: Niedrigwasser am Rhein erschwert die Rohstoffversorgung des Duisburger Werks.
Das Unternehmen hat die Hochofenproduktion vorsorglich leicht gedrosselt. Die Folge: höhere Logistikkosten.
Auf der anderen Seite hilft ein neues EU-Regelwerk. Seit dem 1. Juli 2026 gelten verschärfte Schutzmaßnahmen gegen Stahlimporte aus Drittstaaten. Mengen oberhalb fester Quoten werden mit einem Zoll von 50 Prozent belegt — das stärkt die Position der heimischen Produktion.
Charttechnik bestätigt den Trend
Der heutige Anstieg bringt das Jahresplus auf 32,09 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro fehlen der Aktie nur noch rund 7,5 Prozent. Der RSI von 61,5 zeigt starkes, aber noch nicht überhitztes Kaufinteresse.
Am 12. August 2026 veröffentlicht Thyssenkrupp die Quartalsmitteilung zum dritten Geschäftsquartal. Die Zahlen dürften zeigen, wie stabil der Konzern die laufende Umbauphase finanziell durchsteht.
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