Thyssenkrupp Nucera optimistischer fĂŒr NeugeschĂ€ft
Veröffentlicht am: 18.03.2026 um 11:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHintergrund der neuen Prognose ist vor allem ein Auftrag des spanischen Energieunternehmens Moeve, wie das zum Industriekonzern Thyssenkrupp DE0007500001 zugehörige Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
An der Börse nahm die Nachricht zumindest etwas Druck aus dem Kessel, nachdem das Papier wegen der gekappten Gewinnprognose zunĂ€chst deutlich nachgegeben hatte. Gute Nachrichten zum Auftragseingang seien von der Gewinnwarnung ĂŒberschattet worden, schrieb Michael Kuhn von der Deutschen Bank. Die Nucera-Aktien verloren zur Wochenmitte zunĂ€chst fast elf Prozent, womit sie auf das niedrigste Niveau seit Anfang Dezember abgerutscht waren. Danach reduzierte sich das Minus deutlich auf zuletzt rund drei Prozent bei 8,28 Euro.
Im Juli 2023 hatte Thyssenkrupp seine Wasserstofftochter allerdings noch zum Ausgabepreis von 20 Euro an die Börse gebracht. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs fast ein Viertel an Wert eingebĂŒĂt. Anders als fĂŒr Nucera ging es fĂŒr die Thyssen-Aktien am Mittwochvormittag um gut zwei Prozent nach oben.
Wie Nucera am Morgen mitteilte, soll im noch bis Ende September laufenden GeschÀftsjahr 2025/26 der Auftragseingang von im Vorjahr 348 Millionen Euro auf 550 bis 850 Millionen steigen. Bislang war das Management um Vorstandschef Werner Ponikwar von 350 bis 900 Millionen ausgegangen.
Der fĂŒr die Erhöhung der Prognose vor allem ausschlaggebende Auftrag aus Spanien habe dabei ein Volumen im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, hieĂ es, wobei der Auftragseingang im Verlauf des zweiten GeschĂ€ftshalbjahres 2025/26 gebucht werden soll. Thyssenkrupp Nucera soll fĂŒr das Energieunternehmen Moeve Elektrolyseure mit einer KapazitĂ€t von 300 Megawatt (MW) fĂŒr eine Wasserstoffanlage in Andalusien liefern. Diese soll kĂŒnftig auf eine ProduktionskapazitĂ€t von rund 45.000 Tonnen grĂŒnem Wasserstoff jĂ€hrlich kommen.
Nachdem Moeve die finale Investitionsentscheidung den Angaben zufolge Anfang MÀrz getroffen hatte, war nun ein entsprechender Auftrag zur Planung, Beschaffung, Fertigung und Lieferung an Thyssenkrupp Nucera vergeben worden. Im laufenden GeschÀftsjahr erwartet Nucera eigenen Angaben zufolge aus diesem Projekt nur geringe Effekte auf die Umsatzentwicklung; die Umsatzrealisierung werde mehrheitlich ins GeschÀftsjahr 2026/27 fallen.
Die neue Konzernprognose zum NeugeschĂ€ft spiegele darĂŒber hinaus einen bereits im Dezember 2025 unterzeichneten GroĂauftrag fĂŒr eine Chlor-Alkali-Anlage im Nahen Osten wider, hieĂ es weiter. Dieser umfasse ein Auftragsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich, welches bereits im zweiten Quartal 2025/26 gebucht worden sei.
Nucera hatte am Vorabend wegen eines geplatzten Projekts und teurer Nachbesserungen seine Jahresziele gekappt. Das Unternehmen peilt fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr lediglich noch 450 bis 550 Millionen Euro Umsatz an, statt der bisher anvisierten 500 bis 600 Millionen. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird jetzt ein Verlust in Höhe von 30 bis 80 Millionen Euro erwartet. Bisher hatte das Management noch ein Ergebnis zwischen null und minus 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Als Ursachen nannte Thyssenkrupp Nucera insbesondere unerwartet hohe Aufwendungen in der Sparte fĂŒr grĂŒnen Wasserstoff.
