Thyssenkrupp Nucera rechnet wegen SOEC-Ausstieg mit noch mehr Verlust
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 19:58 Uhr | dpa.deDas Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2025/26 bei minus 105 bis minus 75 Millionen Euro liegen, teilte die Thyssenkrupp-Tochter DE0007500001 am Dienstagabend mit. Zuvor war Nucera von minus 80 bis minus 30 Millionen Euro ausgegangen.
Hintergrund ist der Ausstieg aus der eigenen Serienfertigung der Hochtemperatur-Elektrolyse (Solid Oxide Electrolysis Cell, SOEC). Dies fĂŒhrt zu negativen Einmaleffekten im Ebit von 30 Millionen Euro im vierten Quartal. Im kommenden GeschĂ€ftsjahr rechnet Thyssenkrupp Nucera mit einem positiven Effekt im Ebit von zehn Millionen Euro und im Zahlungsmittelfluss von 20 Millionen Euro. 2024/25 hatte das Unternehmen noch zwei Millionen Euro Gewinn verzeichnet.
Mit Blick auf die bisherige GeschĂ€ftsentwicklung wird Thyssenkrupp Nucera zudem bei der Umsatzerwartung fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr zurĂŒckhaltender. Der Erlös soll nun bei 450 bis 500 Millionen Euro liegen, nach 845 Millionen Euro im Vorjahr. Zuvor war der Konzern am oberen Ende der Spanne von 50 Millionen Euro mehr ausgegangen. Der Auftragseingang dĂŒrfte 550 bis 670 Millionen Euro betragen, die alte Prognose belief sich auf 550 bis 850 Millionen Euro. 2024/25 hatte er bei 348 Millionen Euro gelegen.
Anleger zeigten sich enttÀuscht. Die Thyssenkrupp-Nucera-Aktie sackte im nachbörslichen GeschÀft auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um drei Prozent ab.
Das im MDax DE0008467416 notierte Unternehmen Thyssenkrupp hĂ€lt etwas mehr als die HĂ€lfte der Anteile des Elektrolyse-Spezialisten. Der Konzern hatte die Tochter im September zu 20 Euro das StĂŒck an die Börse gebracht. Thyssenkrupp Nucera war an der Börse nur zu Beginn ein Erfolg. In den ersten Wochen ging es bis auf etwas mehr als 25 Euro nach oben. Seitdem geht es Schritt fĂŒr Schritt nach unten. Der Börsenwert liegt derzeit bei einer Milliarde Euro.
